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18. August 2015, 22:40 Uhr

Champions-League-Playoffs

Leverkusen verliert Hinspiel in Rom

Bayer Leverkusen muss das Rückspiel gegen Lazio Rom nach einer 0:1-Auswärtspleite gewinnen. Im Hinspiel in Italien zeigte der Bundesligist eine gute Leistung, vergab aber seine Chancen. Die Partie stand wegen rassistischer Beleidigungen vor dem Abbruch.

Bayer Leverkusen hat das Playoff-Hinspiel in der Champions League gegen Lazio Rom verloren. Die Italiener gewannen ihr Heimspiel dank eines Treffers des für Miroslav Klose eingewechselten Baldé Diao Keita (77. Minute).

"Ich finde, wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert, das Ergebnis passt nicht", sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling: "Aber es gibt ein Rückspiel. Wir haben den Glauben daran, dass wir es schaffen". Klose warnte seine Teamkollegen vor zu viel Optimismus: "Das wird ein sehr schweres Rückspiel."

Zwischenzeitlich hatte wegen rassistischer Äußerungen von den Rängen sogar der Abbruch der Partie gedroht. Der Stadionsprecher forderte die Lazio-Fans im Olympiastadion auf, sich gegenüber den dunkelhäutigen Spielern aufseiten der Gäste fair zu verhalten. Vor allem aus dem Lazio-Block waren lautstarke Rufe erklungen, wenn Jonathan Tah, Karim Bellarabi oder Wendell am Ball waren.

Eriksson entschied darauf, das Spiel zu Ende zu bringen. Nun zeigt sich im Rückspiel am 26. August in Leverkusen (Anpfiff 20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), wer die Gruppenphase der Champions League erreicht.

In Rom setzte Trainer Roger Schmidt auf die gleiche Anfangsformation wie beim 2:1 gegen Hoffenheim am vergangenen Wochenende. Auch Kapitän Lars Bender konnte nach einer Rückenstauchung mitspielen. Zugang Charles Aránguiz saß vorerst auf der Bank.

Zwei Pfostentreffer innerhalb einer Minute

Lazio, das erst am kommenden Wochenende gegen Bologna in den Liga-Betrieb startet, hatte in der Saisonvorbereitung viele Probleme gehabt und unter anderem den italienischen Supercup gegen Juventus verloren. Gegen Leverkusen aber zeigte sich die Mannschaft gut eingespielt und gefährlich.

Roms Kapitän Lucas Biglia hatte nach sechs Minuten die erste gute Chance. Der wuchtige Schuss aus rund zwölf Metern wurde aber geblockt. Auch Leverkusen war bemüht, Druck zu machen. Der Spielaufbau war aber chaotisch. Erst in der 23. Minute kam der Bundesligist zu einer ersten guten Gelegenheit. Bellarabi ging gegen Dusan Basta ins Dribbling und verlud den Lazio-Verteidiger, schoss dann aber zehn Zentimeter übers Tor.

Noch knapper wurde es drei Minuten später - auf beiden Seiten. Erst legte Hakan Calhanoglu für Bender auf, der aus 18 Metern an den Pfosten schoss. Im Gegenzug tauchte Klose nach einem Steilpass von Antonio Candreva frei vor Bernd Leno auf, konnte den Leverkusener Torhüter auch noch umspielen. Doch aus spitzem Winkel traf Klose dann nur den Pfosten.

Der nächste Höhepunkt folgte kurz vor der Pause, als Calhanoglu noch in der eigenen Hälfte aufs Tor der Römer schoss, nachdem er gesehen hatte, dass Keeper Etrit Berisha weit davor stand. Letztlich ging der Ball aber einen Meter daneben.

Klose raus, der Joker trifft

Klose spielte in der zweiten Hälfte nicht mehr mit, der DFB-Rekordtorschütze litt unter Muskelproblemen. Eine Untersuchung am Mittwoch soll genaueren Aufschluss über die Schwere der Blessur bringen. "Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist, dass der Muskel nur ein bisschen zugemacht hat. Aber ich habe kein so gutes Gefühl", sagte Klose nach dem Spiel. Und für Lazios Abwehrspieler Mauricio hätte das Spiel nach 49 Minuten gut und gerne beendet sein können, nachdem er gegen Bellarabi mit gestrecktem Bein auf Kopfhöhe in den Zweikampf ging. Doch Eriksson zeigte nur die Gelbe Karte.

Nach einer Stunde hatte Calhanoglu mal die Chance, seine Freistoßkunst zu zeigen. Aus 18 Metern schoss er hart aber genau auf Berisha. Kurz danach probierte es Calhanoglu aus gut 30 Metern, wieder hielt Berisha (66. Minute). Admir Mehmedi hatte nach der Pause Heung-Min Son ersetzt. In der 63. Minute schoss der ehemalige Freiburger knapp daneben. Ein Bayer-Treffer wurde anschließend zu Recht nicht gegeben, weil Stefan Kießling im Abseits stand (70.). Fast im Minutentakt erspielten sich die Teams nun Chancen.

Lazios Trainer Stefano Pioli hatte für Klose Keita eingewechselt - und der Senegalese dankte es ihm. Er gewann das Laufduell gegen Tah und traf aus 14 Metern flach ins lange Eck (77.). Felipe Anderson vergab in der Nachspielzeit noch die Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen.

Lazio Rom - Bayer Leverkusen 1:0 (0:0)
1:0 Keita (77.)
Rom: Berisha - Basta, de Vrij (ab 89. Gentiletti), Mauricio, Lulic - Onazi (53. Milinkovic-Savic), Biglia, Parolo - Candreva, Klose (46. Keita), Felipe Anderson
Leverkusen: Leno - Hilbert, Tah, Papadopoulos, Wendell - Kramer, Lars Bender - Bellarabi, Calhanoglu (84. Brandt), Son (46. Mehmedi) - Kießling (90.+3 Kruse)
Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)
Zuschauer: 35.000
Gelbe Karten: Milinkovic-Savic, Mauricio - Leno, Kießling, Papadopoulos, Wendell

luk

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