Pokal-Debakel Mainz, Dortmund und der HSV blamieren sich

Dortmund und Mainz stehen in der Bundesliga ganz oben, verloren jeweils nur ein Spiel - und jetzt das. Zweitligist Alemannia Aachen warf den FSV aus dem DFB-Pokal, der BVB flog in Offenbach raus. Eintracht Frankfurt düpierte den HSV in einer spektakulären Partie. 

dapd

Hamburg - In der Bundesliga top - im Pokal raus: Borussia Dortmund und Mainz 05 sind im DFB-Pokal bereits in der zweiten Runde gescheitert. Die Dortmunder verloren beim Drittligisten Kickers Offenbach 2:4 im Elfmeterschießen, Spitzenreiter Mainz unterlag dem Zweitligisten Alemannia Aachen 1:2. Borussia Mönchengladbach entschied das Duell gegen den Liga-Konkurrenten Bayer Leverkusen 5:4 im Elfmeterschießen für sich. Eine bittere 2:5-Pleite kassierte der Hamburger SV ohne seinen erkrankten Trainer Armin Veh und den verletzten Stürmerstar Ruud van Nistelrooy bei Eintracht Frankfurt.

Der VfB Stuttgart kam nur mit sehr viel Mühe und nach Verlängerung zu einem 3:1-Erfolg in Chemnitz. 1899 Hoffenheim gewann in Unterzahl 1:0 gegen den FC Ingolstadt 04, der 1. FC Nürnberg beim Regionalligisten SV Elversberg 3:0. Der MSV Duisburg setzte sich beim Halleschen FC ebenso 3:0 durch.

"Das Spiel war so schwer wie wir es erwartet haben. Wir waren ständig am Drücker, doch es hat die Durchschlagskraft gefehlt", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp. Sein Offenbacher Kollege Wolfgang Wolf ergänzte: "Wir wollten die Null so lange wir möglich halten, das ist gelungen. Im Elfmeterschießen spielt dann auch das Glück eine große Rolle."

Vor 25.000 Zuschauern trafen Klopps Dortmunder auf dem ausverkauften Bieberer Berg auf aufopferungsvoll kämpfende Offenbacher, von einem Zwei-Klassen-Unterschied war gegen den Tabellenführer der Dritten Liga kaum etwas zu sehen. Die Kickers erspielten sich zudem gute Torchancen, doch BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller verhinderte gegen Elton da Costa (5.) und Nils Teixeira (25.) den Rückstand (25.). Für den BVB konnten Shinji Kagawa (7.) und Lucas Barrios (24.) OFC-Schlussmann Robert Wulnikowski nicht überwinden. Nach dem Seitenwechsel drängten die Offenbacher angetrieben von ihrem frenetischen Publikum auf den Führungstreffer, doch die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen. Matchwinner für Offenbach war Sead Mehic, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Robert Lewandowski und Barrios scheiterten zuvor vom Punkt am überragenden Wulnikowski.

In der Bundesliga sind sie die Überflieger, im DFB-Pokal ab sofort nur noch Zuschauer: Die Shootingstars des FSV Mainz 05 sind in der zweiten Runde an "Pokalschreck" Alemannia Aachen gescheitert. Die Mainzer verloren beim Zweitligisten 1:2 (0:1) und kassierten damit die zweite Niederlage im elften Pflichtspiel der Saison. Der frühere Mainzer Benjamin Auer (26.) und Marco Höger (60.) hatten die Aachener, die in den vergangenen sechs Jahren unter anderem zweimal Rekordgewinner Bayern München aus dem DFB-Pokal geworfen und 2004 das Endspiel erreicht hatten, 2:0 in Führung. Bundesliga-Spitzenreiter Mainz kam nur noch zum Anschlusstreffer durch den sechs Minuten zuvor eingewechselten Adam Szalai (68.).

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Wir müssen das hier schnell abhaken und wollen wieder 100 Prozent gegen den BVB geben", sagte 05-Angreifer André Schürrle. Torhüter Christian Wetklo bemängelte: "Wir sind zu spät aufgewacht und haben nicht genug dagegengehalten." Aachens Trainer Peter Hyballa freute sich dagegen sehr: "Das ist geil. Wir standen einfach gut und haben viel Drecksarbeit gemacht."

Borussia Mönchengladbach hat mit einem 6:5 (1:1; 0:0; 0:0) nach Verlängerung und Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen den Sprung in die nächste Runde geschafft. Kapitän Filip Daems schoss das Team mit seinem entscheidenden Treffer vom Elfmeterpunkt ins Achtelfinale. Zuvor hatten Eren Derdiyok (107.) für Leverkusen und kurz darauf Gladbachs Mohamadou Idrissou (109.) in der Verlängerung getroffen. In der regulären Spielzeit vergab Patrick Helmes einen umstrittenen Strafstoß (63.). Der Nationalstürmer war im Strafraum zu Fall gekommen, doch er schoss am rechten Pfosten vorbei. Er traf auch im Elfmeterschießen nicht. Beide Teams ließen viele Chancen ungenutzt, in der zweiten Hälfte der Verlängerung überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst traf Derdiyok durch die Beine des starken Heimeroth, dann konterte Idrissou keine 120 Sekunden später. Igor de Camargo (112.) traf nur die Leverkusener Latte, so dass das Elfmeterschießen entscheiden musste.

Dank des Dreifach-Torschützen Martin Harnik hat sich der VfB Stuttgart beim Viertligisten Chemnitzer FC ins Achtelfinale gezittert. Die Mannschaft von Jens Keller gewann trotz Rückstandes noch 3:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. Vor 17.145 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße brachte Benjamin Förster (73.) die Sachsen in Führung, nachdem der Stuttgarter Ciprian Marica Sekunden vorher einen Foulelfmeter nicht verwandeln konnte. Harnik (78.) rettete den VfB in die Verlängerung, in der CFC-Kapitän Andreas Richter (95.) nach einer Notbremse die Rote Karte sah. Die personelle Überzahl nutzte Stuttgart dank des starken Österreichers Harnik (106./118.) zum Sieg.

Theofanis Gekas war in Frankfurt mit einem Doppelpack maßgeblich am Sieg gegen den HSV beteiligt. Zur Führung für die Gastgeber traf der erst drei Minuten zuvor eingewechselte Brasilianer Caio mit einem Schuss aus 25 Metern (13.). Nur sieben Minuten später war Gekas dann per Kopf zur Stelle. Dem HSV gelang durch Mladen Petric (23.) der Anschlusstreffer. Erneut Gekas sorgte mit einem Abstauber kurz vor dem Pausenpfiff für das vorentscheidende 3:1 (45.). Nachdem Petric und Jonathan Pitroipa im ersten Durchgang schon Aluminium getroffen hatten, unterlief dem kroatischen Mittelstürmer ein Eigentor (65.). Im Gegenzug traf Petric dann immerhin noch zum 2:4 (66.), den Endstand besiegelte Halil Altintop mit einem Foulelfmeter (87.), den Gekas herausgeholt hatte.

Der 1. FC Nürnberg gab sich beim Viertligisten SV Elversberg keine Blöße und zog durch ein 3:0 (1:0) ins Achtelfinale ein. Julian Schieber (43.), Javier Pinola per Strafstoß (50.) und Timmy Simons (74.) erzielten die Treffer für den viermaligen Pokalsieger. Vor 3600 Zuschauern im Waldstadion an der Kaiserlinde dominierten die Nürnberger die Anfangsphase. Gute Chancen konnte sich der Bundesligist aber trotz der Überlegenheit zunächst nicht erarbeiten. Die meist mit elf Mann in der eigenen Hälfte stehenden Elversberger verteidigten vehement. Nach einer Ecke von Ekici war Schieber per Kopf zur Stelle. Pinola traf nach einem fragwürdigen Foulelfmeter. Zuvor war der Argentinier von Samir Kozarac im Strafraum angeblich gefoult worden. Simons sorgte dann für die Entscheidung.

Demba Ba hat 1899 Hoffenheim vor einer Blamage bewahrt. Der zur Pause eingewechselte Senegalese sorgte beim mühsamen 1:0 (0:0) des Bundesliga-Vierten gegen den Zweitliga-Vorletzten FC Ingolstadt 04 in der 63. Minute für das Siegtor - und damit für den Einzug ins Achtelfinale. Vor 10.500 Zuschauern mussten die Hoffenheimer von der 39. Minute an mit zehn Profis spielen: Vedad Ibisevic sah wegen Schiedsrichter-Beleidigung die Rote Karte.

Zweitligist MSV Duisburg erreichte mit einem 3:0 (2:0) gegen den Regionalligisten Hallescher FC mühelos das Achtelfinale. Vor 2538 Zuschauern in der Leipziger Arena erzielte Stefan Maierhofer (8.) die frühe Duisburger Führung durch einen direkt verwandelten Freistoß. Nach einer halben Stunde scheiterte Maierhofer mit einem Handelfmeter (31.) an Halles Keeper Darko Horvat. Nur drei Minuten später köpfte der österreichische Nationalstürmer zur 2:0-Halbzeitführung ein und bereitete auch den dritten Treffer glänzend vor. Ivica Grlic (86.) verwertete den Pass mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze.

wit/luk/dpa/sid

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donfuan, 27.10.2010
1.
Ja, was eine Blamage. Mainz 05 wird den Spielbetrieb jetzt einstellen, und die Stadt wird aufgelöst.
JW2008 28.10.2010
2. Verdiente Niederlage für Klopps Schauspieler-Truppe
Der Sieg für den Drittligisten Kickers Offenbach war verdient, zumal der OFC praktisch gegen zwölf Dortmunder spielte: Der zwölfte Mann war das Schirigespann, das sehr kleinlich ausschließlich gegen den OFC pfiff und auf sämtliche (unerträglichen!) Schauspieleinlagen der Dortmunder Spieler hereinfiel. Am peinlichsten war wie der Medien- und Schiriliebling Klopp und seine Spieler ständig versuchten den Schiri zu beeinflussen. In Bundesliga mag das bisher erfolgreich so praktiziert worden sein, nicht aber in der Europa League (da fehlt offenkundig noch die Lobby) und zum Glück hat sich diese Unsportlichkeit auch auf dem Bieberer Berg nicht ausgezahlt. Kurzum: Von einem Bundesligazweiten muss man gegen einen Drittligisten mehr erwarten können als ständige Schiribeeinflussung und Schauspieleinlagen.
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