Pokal-Halbfinale VfL mit Sorgen, VfB mit Sorgen

Das Finale lockt: Selbst VW-Arbeiter dürfen freinehmen, um Wolfsburg im Spiel gegen Stuttgart zu unterstützen. Allerdings müssen beide Teams auf wichtige Spieler verzichten. Bei den "Wölfen" fällt der komplette Sturm aus. Nun soll es ein Brasilianer richten.


Hamburg - Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler muss im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfB Stuttgart morgen (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Mike Hanke verzichten. Der gerade von einer Knieverletzung genesene Torjäger zog sich im Training eine schwere Bänderdehnung im Knöchel zu. Zudem fällt Diego Fernando Kliemowicz (Muskelfaserriss) aus, als einzige echte Sturmspitze steht Isaac Boakye zur Verfügung.

Spielmacher Marcelinho: Er soll die anderen mitziehen
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Spielmacher Marcelinho: Er soll die anderen mitziehen

Trotzdem schürte die Chance auf den zweiten Finaleinzug nach 1995 (0:3 gegen Borussia Mönchengladbach) eine im Wolfsburger Umfeld ungewohnte Euphorie. Sollten auch noch die letzten paar Hundert Karten aus dem Gästekontingent an den Stadionkassen unters sonst wenig fußballbegeisterte Volk gebracht werden, wäre die VW-Arena zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft. Bereits jetzt wurden in der Region soviele Tickets wie noch nie im freien Verkauf abgesetzt. Die VW-Arbeiter dürfen sich für die Partie sogar freinehmen. "Der Pokal elektrisiert. Es ist ein großer Fortschritt, dass wir mehr als 25.000 Besucher aus Wolfsburg und Umgebung rekrutieren konnten", sagt VfL-Manager Klaus Fuchs.

Mit der Unterstützung der Fans wollen die Niedersachsen auch den letzten Schritt zum Finale in Berlin am 26. Mai machen. Nach dem zuletzt schwachen Auftritt im Punktspiel bei Energie Cottbus (2:3) bauen die Wolfsburger gegen Stuttgart auf ihre Heimstärke, dank der das Team in der Rückrunde im eigenen Stadion noch kein Spiel verloren hat. Hoffnungsträger ist einmal mehr Spielmacher Marcelinho. "Ich bin überzeugt, dass er ein gutes Spiel machen wird, und ich hoffe, dass er die anderen mitzieht", sagt Augenthaler.

Personalsorgen haben auch die Stuttgarter. Der VfB bangt um den Einsatz von Thomas Hitzlsperger, Serdar Tasci und Benjamin Lauth. "Es könnte sein, dass er spielfähig ist. Aber wenn das Risiko zu hoch ist, werden wir es nicht eingehen", sagte Trainer Armin Veh über Hitzlsperger. Der Nationalspieler leidet noch an einer Oberschenkelzerrung. Tasci und Lauth leiden an Achillessehnenbeschwerden. Nationalstürmer Mario Gomez ist noch verletzt.

Die Statistik spricht für die Stuttgarter: In vier Pokalpartien zwischen beiden Teams setzten sich immer die Stuttgarter durch. Timo Hildebrand hofft, dass das auch diesmal der Fall ist: "Ich möchte mit dem VfB in dieser Saison unbedingt noch etwas erreichen. Wir sind noch im Pokal und im Kampf um die Meisterschaft dabei. Es wäre ein Traum, wenn ich mich mit einem Titel verabschieden könnte", sagte der Torwart.

bri/sid/dpa



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