Pokal-Überblick Gladbach und Bayer raus, Abbruch-Skandal in Stuttgart

Eklat in Stuttgart: Die Begegnung der Kickers gegen Hertha BSC musste abgebrochen werden, nachdem der Schiedsrichter-Assistent von einem Gegenstand getroffen wurde. Mit Gladbach und Bayer verabschiedeten sich zwei weitere Bundesligisten, Aachen und Nürnberg hatten Mühe.

Hamburg - Die Begegnung zwischen den Stuttgarter Kickers und Bundesligist Hertha BSC Berlin wurde in der 86. Minute beim Stande von 2:0 für den Favoriten von Schiedsrichter Michael Weiner abgebrochen. Dessen Assistent Kai Voss war von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden und zu Boden gegangen. Nach kurzer Behandlung wurde Voss in die Kabine geführt. In der hektischen Begegnung sahen der Stuttgarter Moritz Steinle (44., Notbremse) und der Berliner Ellery Cairo (63., Tätlichkeit) zuvor die Rote Karte.

"Das ist für uns eine totale Katastrohe und ein unglaublicher Rückschlag für den Verein", sagte Kickers-Trainer Robin Dutt. Auch Hertha-Coach Falko Götz war fassungslos. "Das ist sehr bedauerlich, was hier passiert ist."

Mittlerweile scheint klar, dass das Geschoss aus dem Stuttgarter Block kam, der mutmaßliche Täter wurde als Kickers-Anhänger identifiziert und auch Schiedsrichter Weiner ließ über einen Sprecher ausrichten, dass das "eine klare Angelegenheit" sei. Weitere Kommentare wollte der Fifa-Referee, der im Hauptberuf Polizist ist, nicht abgeben, da es sich um ein "schwebendes Verfahren handelt". Was Weiner in seinem Zusatzbericht vermerkte, war nach dem Abbruch deshalb nicht zu erfahren.

Am grünen Tisch wird das DFB-Sportgericht nun über mögliche Sanktionen beraten, Gastgeber Stuttgarter Kickers muss aber neben dem voraussehbaren Pokal-Aus auch mit einer empfindlichen Strafe rechnen, da die Hausherren für einen ausreichenden Ordnungsdienst sorgen müssen. Als "Vollidioten" bezeichnete ein entsetzter Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder den Tatverdächtigen.

Osnabrück überrascht Gladbach

Aus sportlicher Sicht sorgte Regionalligist VfL Osnabrück für die Überraschung der zweiten Runde. Die Niedersachsen nutzten die Auswärtsschwäche von Borussia Mönchengladbach und zogen durch einen 2:1 (1:1)-Sieg gegen das Team von Trainer Jupp Heynckes in das Achtelfinale ein. Osnabrück ist damit zugleich das einzige Amateurteam in der Runde der letzten 16, die am 19. und 20. Dezember ausgespielt wird.

Ebenso überraschend war der 3:2 (2:2, 2:1)-Sieg nachVerlängerung von Zweitligist MSV Duisburg gegen Bayer Leverkusen. Klemen Lavric verschärfte mit seinem Siegtor in der 113. Minute die sportliche Krise bei Bayer. Zudem dürfte der Stuhl von Trainer Michael Skibbe wackeln.

Gladbach und Leverkusen waren die Bundesligisten acht und neun, die in den ersten beiden Runden die Segel streichen mussten. Am Dienstag waren die Revierrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund ausgeschieden, in der Auftaktrunde blieben Werder Bremen, der Hamburger SV, der FSV Mainz 05, Arminia Bielefeld und Energie Cottbus auf der Strecke.

Nürnberg mit Mühe

Nur mit zum Teil erheblicher Mühe kamen Pokalfinalist Eintracht Frankfurt, Alemannia Aachen und 1. FC Nürnberg eine Runde weiter. Frankfurt konnte sich bei Markus Weissenberger (11.) und Ioannis Amanatidis (28.) für den 2:1 (2:0)-Sieg bei Zweitligist Rot-Weiß Essen bedanken. Aachen setzte sich dank der Tore von Nico Herzig (105.) und Nationalspieler Jan Schlaudraff (120.) mit 4:2 (2:2, 2:1) nach Verlängerung gegen Zweitligist Erzgebirge Aue durch.

Der Club gewann dank der Tore der slowakischen Nationalspieler Marek Mintal (82.) und Robert Vittek (92.) 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung beim Zweitligisten FC Paderborn. Schließlich gewannen die zweitklassigen Offenbacher Kickers beim Süd-Regionalligisten SC Pfullendorf mit 2:0 (1:0).

Am kommenden Sonntag wird das Achtelfinale ausgelost. Als Spieltermine sind der 19. und 20. Dezember festgelegt. Das Viertelfinale findet am 27./28. Februar 2007 statt. Die beiden Halbfinale sind für den 17./18. April 2007 terminiert. Am 26. Mai 2007 in Berlin wird dann der Sieger im DFB-Pokal 2006/2007 gekürt.

goe/sid

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