Polen-Niederlage "Wir brauchen uns nicht zu schämen"

Euzebiusz "Ebi" Smolarek, 25, hat es genossen, vor heimischer Kulisse in Dortmund zu spielen - zumindest bis zur letzten Minute. Kritisch äußert sich der Dortmunder Stürmer über die Leistung der deutschen Mannschaft.


Frage: Herr Smolarek, wie war es für Sie, im Stadion ihres Heimatvereins zu spielen?

Smolarek: Das war etwas ganz Besonderes. Aber das schöne Gefühl endete mit diesem Gegentreffer in der letzten Minute.

Stürmer Smolarek: "Wir sind alle sehr enttäuscht"
AP

Stürmer Smolarek: "Wir sind alle sehr enttäuscht"

Frage: Man hatte den Eindruck, Ihre Mannschaft ist nach dem Platzverweis für Radoslaw Sobolewski (75. Spielminute) eingebrochen.

Smolarek: Klar ist es dadurch nicht leichter geworden. Aber ich finde, dass wir auch danach weiter dagegen gehalten und immer wieder unsere Möglichkeiten gesucht haben. Ich habe wirklich gedacht, dass wir das Unentschieden halten können und es am Schluss 0:0 steht. Dann wäre noch alles möglich gewesen.

Frage: Während wir hier reden, fährt Deutschland draußen Autokorso. Das Land ist mit seiner Nationalmannschaft offenbar sehr zufrieden.

Smolarek: Das ist ja auch verdient. Ich finde allerdings, dass Deutschland nicht schlecht, aber auch nicht gut gespielt hat. Wir hätten fast einen Punkt mitgenommen. Das darf man nicht vergessen.

Frage: Man hatte den Eindruck, dass die polnische Mannschaft in der zweiten Hälfte nur noch das Ergebnis halten wollte. Ihr Team hat deutlich defensiver gespielt.

Smolarek: Natürlich, gegen Deutschland muss man diszipliniert spielen, man kann hier ja nicht blind nach vorne laufen. Es stimmt aber nicht, dass wir ein 0:0 halten wollten. Wir wollten auch in der zweiten Halbzeit unser eigenes Spiel spielen und haben eben gehofft, dass wir die entscheidende Kontermöglichkeit bekommen.

Frage: Im Vergleich zur 0:2-Niederlage zum Auftakt gegen Ecuador war Polen heute deutlich besser.

Smolarek: Eben, das ist immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer. Wir sind alle sehr enttäuscht über diese Niederlage. Aber wir brauchen uns nicht zu schämen.

Die Fragen stellte Christoph Ruf



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