Polen-Spiel Klinsmann hält zu Friedrich

Gegen Costa Rica gab es trotz des Sieges einen Verlierer im deutschen Team: Arne Friedrich. Der Abwehrspieler wurde hart kritisiert. Bundestrainer Jürgen Klinsmann setzt auch im Polen-Spiel auf Friedrich. Dafür muss trotz guter Leistungen ein Mittelfeldakteur weichen.


Dortmund - Rechtsverteidiger Arne Friedrich wird auch im zweiten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft am Mittwoch gegen Polen (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) den Platz auf der rechten Abwehrseite einnehmen. Damit zeigte sich Klinsmann unbeeindruckt von der öffentlichen Kritik an Friedrich. Dem Berliner war vorgeworfen worden, seine beiden Fehler hätten zu den Gegentoren im Costa-Rica-Spiel (4:2) geführt. In der deutschen Viererkette werden außerdem die Innenverteidiger Christoph Metzelder und Per Mertesacker sowie Philipp Lahm auf der linken Außenbahn zum Einsatz kommen

Friedrich, Klinsmann: Alles im grünen Bereich
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Friedrich, Klinsmann: Alles im grünen Bereich

Die einzige personelle Veränderung im Vergleich zum Eröffnungsspiel nimmt Klinsmann im Mittelfeld vor. Der genesene Michael Ballack ersetzt den Bremer Tim Borowski. "Es ist alles im grünen Bereich", sagte Bundestrainer über Ballacks Gesundheitszustand. Der DFB-Kapitän hatte nach seiner Wadenverletzung gestern zum ersten Mal seit über einer Woche wieder mit der Mannschaft trainieren können.

Am Mittwoch erwartet Klinsmann ein extrem hartes WM-Spiel. "Für Polen ist es fünf vor zwölf. Im Umfeld herrscht viel Aggressivität. Es wird richtig zur Sache gehen", prophezeite er.

Vor der Hitze sei seinem Team nicht bange, so Klinsmann: "Wir haben Spaß, auch bei 30 Grad zu trainieren", sagte der 41-Jährige. Wenn es sehr heiß sei, müsse man eben mehr Trainingspausen einlegen. Er sei zufrieden mit der guten Fitness seiner Elf, für die die sportliche Leitung während der Trainingslager auf Sardinien und in Genf gute Grundlagen gelegt habe.

Das polnische Team, in dem die Bundesliga-Profis Ebi Smolarek (Dortmund) und Jacek Krzynowek (Leverkusen) vermutlich von Beginn an zum Einsatz kommen werden, wird weitaus spielstärker als Costa Rica eingeschätzt. Außerdem steht die Mannschaft von Trainer Pawel Janas schon im zweiten WM-Spiel unter Zugzwang. Die Polen hatten ihre erste Partie überraschend 0:2 gegen Ecuador verloren.

Franz Beckenbauer, Chef des WM-Organisationskomitees (OK), glaubt an einen weiteren deutschen Erfolg. Das deutsche Team könne insgesamt aus den ersten Auftritten der favorisierten Mannschaften Optimismus schöpfen. "Zu fürchten brauchen wir uns vor niemandem. Unsere Mannschaft kann mithalten", so Beckenbauer.

Mit dem bisherigen WM-Verlauf ist Beckenbauer sehr zufrieden. "Besser kann es nicht sein. Alle spielen mit", sagte er im ZDF. Die Stimmung im Land und in den Stadien sei großartig, so Beckenbauer: "Zudem ist das sportliche Niveau der ersten Vorrundenspiele beachtlich."

Deutschland - Polen Mittwoch um 21 Uhr in Dortmund
(voraussichtliche Aufstellungen)
Deutschland: Lehmann - Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm - Schneider, Frings, Ballack, Schweinsteiger - Klose, Podolski
Polen: Boruc - Zewlakow, Bak, Lewandowski, Bosacki -  Radomski - Krzynowek, Szymkowiak, Jelen - Zurawski, Smolarek
Schiedsrichter: Cantalejo (Spanien)

kob/sid/dpa



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