Streit zwischen Fifa und englischem Verband Unverständnis für "Poppy"-Verbot

Sie wollen britische Kriegsveteranen ehren, doch die Fifa lässt es nicht zu: Der Streit um die "Poppy"-Armbinden zwischen dem Fußball-Weltverband und der englischen und schottischen Nationalmannschaft droht zu eskalieren.

Poppys in Tottenham
REUTERS

Poppys in Tottenham


Die britische Premierministerin Theresa May hat die Entscheidung des Fußball-Weltverbandes Fifa verurteilt, die englischen und schottischen Mannschaften am 11. November nicht mit "Poppy"-Armbinden spielen zu lassen.

Dies sei "zutiefst skandalös", sagte May bei einer Parlamentssitzung am Mittwoch. Die Spieler sollten das Recht haben, mit dem Abbild der Mohnblume am Arm ihre Kriegsveteranen zu ehren. Der englische Fußball-Verband FA kündigte am Abend an, die Nationalmannschaft mit den Armbinden spielen zu lassen.

Die Fifa verbietet grundsätzlich die Zurschaustellung politischer, religiöser oder kommerzieller Symbole auf Mannschaftstrikots und wollte keine Ausnahme machen, obwohl es früher bereits Sonderregelungen gegeben hatte.

Der englische Verband erklärte am Abend in seiner Mitteilung, dass man die Regeln akzeptiere und die Rolle im Weltverband sehr ernst nehme. "Poppy" sei aber ein wichtiges Symbol der Erinnerung. Man glaube nicht, dass es um eine "politische, religiöse oder kommerzielle Botschaft" gehe.

Sogar einen Punktabzug würde der Verband riskieren

Selbst einen möglichen Punktabzug würde der Verband hinnehmen. "Es ist meine persönliche und auch die Meinung als FA-Vorsitzender, dass wir natürlich Mohnblumen tragen sollten", sagte FA-Boss Greg Clarke. Man werde aber versuchen, in den Verhandlungen mit der Fifa eine Lösung zu finden.

Am sogenannten "Armistice Day" gedenken die Briten des Waffenstillstandes von Compiègne am 11. November 1918, mit dem die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs beendet waren. Viele Menschen im Vereinigten Königreich tragen an diesem Tag stilisierte künstliche Mohnblumen ("Remembrance Poppy") in Gedenken an die Kriegsopfer.

In Großbritannien unterzeichneten mehr als 230.000 Menschen eine Petition gegen das Fifa-Verbot. Bei dem "Poppy" handle es sich nicht um ein politisches Symbol, sagte Initiator John Nichol - selbst ein ehemaliger Luftwaffenpilot und Kriegsgefangener. Die Entscheidung sei "beschämend für die Fifa".

bka/dpa/sid

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