Portugal demontiert Nordkorea Tor! Tor! Tor! Tor! Tor! Tor! Tor!

Portugals Nationalmannschaft feiert den historischen 7:0-Sieg gegen Nordkorea als Durchbruch bei der WM - Superstar Cristiano Ronaldo scheint endlich ins Turnier gefunden zu haben. Dagegen trauert die Elfenbeinküste: Der Kantersieg nahm ihr fast alle Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale.

Torschütze Ronaldo (l.), Teamkollegen: "Tor ist Tor"
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Torschütze Ronaldo (l.), Teamkollegen: "Tor ist Tor"

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Einen schlechteren Zeitpunkt hätte sich Nordkoreas Staatsfernsehen nicht aussuchen können. Zum ersten Mal wurde ein Länderspiel aus dem Ausland live übertragen - und dann das. 0:7 gegen Portugal.

Es war der siebthöchste Sieg der WM-Geschichte überhaupt und der höchste Erfolg seit 2002, als Deutschland Saudi-Arabien 8:0 geschlagen hatte. Erinnerungen an die WM 1966 in England kamen auf. Damals fielen im Viertelfinale zwischen Portugal und Nordkorea acht Tore - aber Nordkorea schlug sich achtbar, lag schon mit drei Toren vorn, bevor dann Portugal zündete und 5:3 gewann. Diesmal fiel der Sieg den Europäern deutlich leichter.

Mit einem glanzvollen Auftritt gegen die völlig überforderten Nordkoreaner verschaffte sich Portugal nach dem mageren 0:0 gegen die Elfenbeinküste eine gute Perspektive auf dem Weg ins Achtelfinale. Raul Meireles (29.), Simão (53.), Hugo Almeida (56.), Tiago (60./89.), Liédson (81.) und Cristiano Ronaldo (87.) trafen. Es war, als dürfte jeder mal ran. Nordkorea ist damit vorzeitig raus, und Portugal hat wichtige drei Punkte geholt - "wir spielen ja noch gegen Brasilien", sagte der Bremer Almeida.

Vor allem auf Ronaldo schien der Sieg wie eine Befreiung zu wirken. Bisher war er im Turnier eher durch Theatralik als durch sein fußballerisches Können aufgefallen. Jetzt feierte er seinen Treffer, den ersten im Nationaltrikot seit 16 Monaten, eher leise. Keine Siegerfaust, keine Triumphpose, kein Jubel - nur ein Lächeln. Fast demütig nahm der Superstar die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen. Sein kurioser Treffer mit Schützenhilfe des Gegners stand symbolisch für den lang erhofften Stimmungswandel. "Mein Tor war wirklich lustig", sagte der so lange glücklose Stürmer von Real Madrid. "Aber ich bin sehr glücklich. Tor ist Tor."

"Wunderbarer Fußball und wunderbare Tore"

Sieben Tore in einem WM-Spiel zu schießen sei nicht leicht, fügte er hinzu und lobte, auch seine Kollegen hätten "sehr gute" Leistungen erbracht. Wird hier ein Star, der nicht immer mannschaftsdienlich auftritt, plötzlich zum Teamplayer? Ronaldo gab seinen Preis als "Spieler des Spiels" an Tiago weiter. "Das war eine sehr schöne Geste von ihm", sagte der Doppeltorschütze daraufhin.

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Portugal vs. Nordkorea: Der höchste Sieg der WM
Ronaldo schien durch die Galavorstellung seines Teams beflügelt. In der ersten Halbzeit lief er noch häufig zögernd, langsam und aufreizend lässig über den Platz - in der zweiten steigerte er sich deutlich. Bester Laune war auch Portugals Nationaltrainer Carlos Queiroz. "Meine Spieler haben wunderbaren Fußball gespielt und wunderbare Tore erzielt", sagte er. "Die Spieler sind sehr glücklich über die Art, wie sie gespielt haben, ihre Haltung zum Spiel, den schönen Fußball, die schönen Tore."

Kaum noch Chancen für die Elfenbeinküste

Außer Nordkorea dürfte noch eine Nation die Partie mit zunehmendem Unwillen verfolgt haben - die Elfenbeinküste. Didier Drogba, Superstar des Landes, und seine Mitspieler mussten hilflos mit ansehen, wie mit jedem Tor ihr Traum vom Achtelfinale in die Ferne rückte. Drei Punkte und neun Tore müssten sie am letzten Gruppen-Spieltag auf Portugal aufholen, um noch weiterzukommen. Am Freitag spielt die Elfenbeinküste gegen Nordkorea, Portugal muss gegen die Brasilianer ran, die sich schon für das Achtelfinale qualifiziert haben (beide 16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Drogba schien schon am Sonntag nach dem 1:3 gegen Brasilien resigniert: "Es wird natürlich schwierig, das Achtelfinale zu erreichen - weil wir das nicht mehr selbst in der Hand haben." Es könne am Ende auf die Tordifferenz ankommen, und deshalb "zählt jeder Treffer".

Das gilt auch für Nordkorea - das zwar keine Chance mehr auf das Achtelfinale hat, aber sich nicht als Lachnummer des Turniers aus Südafrika verabschieden will.

Fernsehgenuss wollte Nordkoreas Trainer Kim Jong Hun nach dem Portugal-Debakel nicht versprechen. Aber immerhin unternahm er einen halbherzigen Versuch, seinen Landsleuten Mut zu machen: "Zu Hause werden sie auf unser nächstes Spiel schauen und uns ermutigen, es im dritten Spiel besser zu machen."

Das dürfte nicht schwer fallen. Nach einem 0:7 liegt die Messlatte extrem niedrig.

Mit Material von sid, dpa und AP

insgesamt 309 Beiträge
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Seite 1
Brieli 01.06.2010
1.
Zitat von sysopMindestens ein hoch gehandeltes Team wird die Vorrunde nicht überstehen. Rekordweltmeister Brasilien trifft auf Portugal und die Elfenbeinküste. Krasser Außenseiter ist Nordkorea. Welche Mannschaften müssen nach der Vorrunde nach Hause fahren?
Nordkorea und Portugal.
BeckerC1972, 01.06.2010
2.
Brasilien Elfenbeinküste Portugal Nordkorea
klumpenhund 01.06.2010
3.
Zitat von sysopMindestens ein hoch gehandeltes Team wird die Vorrunde nicht überstehen. Rekordweltmeister Brasilien trifft auf Portugal und die Elfenbeinküste. Krasser Außenseiter ist Nordkorea. Welche Mannschaften müssen nach der Vorrunde nach Hause fahren?
Ziemliche Todesgruppe, bis auf die Kommis. Ich hoffe, dass sich die Ivorer gegen Portugal durchsetzen werden. Die wurden 2006 schon mit einer Hammergruppe gestraft. 1.) Brasilien 2.) Elfenbeinküste 3.) Portugal 4.) Nordkorea
Polar, 01.06.2010
4.
Zitat von sysopMindestens ein hoch gehandeltes Team wird die Vorrunde nicht überstehen. Rekordweltmeister Brasilien trifft auf Portugal und die Elfenbeinküste. Krasser Außenseiter ist Nordkorea. Welche Mannschaften müssen nach der Vorrunde nach Hause fahren?
1. Portugal 2. Brasilien 3. Elfenbeinküste 4. Nordkorea - obschon sich bei denen die Frage stellt, ob sie wirklich nach Hause fahren. Wenn man schon mal unterwegs ist...
Küchenbulle2010 02.06.2010
5.
1. Brasilien 2. Elfenbeinküste 3. Portugal 4. Nordkorea
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