Portugals dramatischer Finalsieg Ronaldos bittersüße Tränen

Ronaldo musste im EM-Finale gegen Frankreich verletzt vom Platz. Portugals Superstar weinte erst vor Schmerz - und am Ende dann vor Glück. Alles Wichtige zum Spiel.
Portugals Cristiano Ronaldo

Portugals Cristiano Ronaldo

Foto: CHRISTIAN HARTMANN/ REUTERS

Die Ausgangslage: Portugal ist das Kunststück gelungen, mit nur einem Sieg in der regulären Spielzeit (2:0 im Halbfinale gegen Wales) ins Finale einzuziehen. Frankreich zeigte beim 5:2 im Viertelfinale gegen Island eine starke Vorstellung, bestätigte diesen Eindruck dann auch beim 2:0-Halbfinalsieg gegen Deutschland. Das brachte den Gastgebern den Favoritenstatus bei den Wettanbietern. Für einen Sieg gab es doppeltes Geld, wer auf Portugal setzte, hätte sein Geld vervierfachen können.

Die Sympathie-Ausgangslage: Deutschland im Halbfinale ausgeschieden, für wen sollte man also im Finale noch sein? Hier die drei blödsinnigsten Begründungen aus den sozialen Netzwerken.

  • 1. Ich bin für Frankreich, dann können "wir" wenigstens sagen, dass "wir" gegen den späteren Europameister ausgeschieden sind.
  • 2. Ich bin für Portugal. Die waren so schlecht wie die gesamte EM, da würde der Titel gut passen.
  • 3. Ich bin für Frankreich, die hätten nach dem ganzen Terror echt mal wieder was Positives verdient.

Die Startaufstellungen:
Portugal: Rui Patrício - Cédric, Pepe, José Fonte, Guerreiro - William Carvalho, Renato Sanches, Adrien Silva - Nani, Ronaldo.
Frankreich: Lloris - Sagna, Koscielny, Umtiti, Evra - Pogba, Matuidi - Sissoko, Griezmann, Payet - Giroud.

Das Ergebnis: 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung.

Hier geht es zum Spielbericht.

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Finale zwischen Portugal und Frankreich: Entscheidung in Minute 109

Foto: MIGUEL MEDINA/ AFP

Drama das Abends: In der 8. Minute ging CR7 zu Boden. Dimitri Payet hatte den Superstar der Portugiesen bei einem harten Tackling am linken Knie getroffen. Schiedsrichter Mark Clattenburg ließ weiterspielen. Cristiano Ronaldo humpelte fortan über den Platz, war nicht mehr in der Lage, seine gefürchteten Sprints anzusetzen. In Minute 17 sackte Ronaldo zu Boden, brach in Tränen aus.

Spätestens jetzt war klar: Portugals personifizierte Titelhoffnung kann nicht mehr weiterspielen. Ronaldo wurde lange an der Seitenlinie behandelt, kehrte noch einmal mit bandagiertem Knie zurück. Doch es ging nicht mehr. Ricardo Quaresma betrat das Feld, Ronaldo wurde vom Platz getragen - unter den Pfiffen zahlreicher französischer Fans.

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EM-Finale: Die großen Emotionen des Cristiano Ronaldo

Foto: Laurence Griffiths/ Getty Images

Sympathie-Zwischenstand des Spiels: Der Moment, als Ronaldo vom Platz getragen wurde, kostete die Gastgeber eine Menge Sympathien, wie unter anderem Kollege Christoph Biermann von den "11Freunden" treffend in einem Tweet formulierte.

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Die erste Halbzeit: Wurde überschattet von der Ronaldo-Verletzung. Frankreich hatte die besseren Möglichkeiten. In der zehnten Minute lenkte Portugals Torhüter Rui Patrício einen Kopfball von Griezmann nach Lupfer-Flanke von Payet über die Latte. Auch den Kopfball von Giroud nach der anschließenden Ecke parierte der portugiesische Schlussmann. Nach dem Ronaldo-Aus stand Portugal noch tiefer hinten drin. Lediglich Moussa Sissoko kam noch zu zwei Torgelegenheiten. In der 22. Minute schoss er den Ball nach einem Sololauf über die Latte, in der 30. Minute hinderte ihn José Fonte mit einer Grätsche am Torschuss.

Die zweite Halbzeit: Endete dramatisch. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätte Frankreich den Siegtreffer erzielen müssen. Der eingewechselte André-Pierre Gignac verlud im Fünfmeterraum die portugiesische Verteidigung und schoss den Ball aus kurzer Distanz an den Innenpfosten. Zuvor hatte bereits Griezmann aus spitzem Winkel (58. Minute) und per Kopf (66.) gute Möglichkeiten, das Spiel zu Gunsten der Franzosen zu entscheiden. Portugals einzige gute Szene fand in der 80. Minute statt: Erst entschärfte Hugo Lloris eine gefährliche Flanke von Nani, dann hielt Frankreichs Torhüter einen Seitfallzieher von Quaresma.

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Portugal in der Einzelkritik: Ronaldos Rächer

Foto: Thibault Camus/ AP

Die Verlängerung: Gehörte den Portugiesen. Erst scheiterte der eingewechselte Éder in der 104. Minute nach einer Ecke mit einem Kopfball an Lloris (104.). Dann gab es einen unberechtigten Freistoß für Portugal, den der Neu-Dortmunder Raphael Guerreiro aus 22 Metern an die Latte setzte. Clattenburg hatte in der Szene zuvor auf Handspiel von Laurent Koscielny entschieden, der "Täter" war allerdings der Portugiese Éder. Genau dem gelang dann auch der...

Treffer des Spiels: João Moutinho leitete den Ball über die linke Seite weiter zu Éder, der aus 20 Metern einfach mal abzog. Der Ball schlug knapp neben Lloris im Tor ein. Éder hatte sein Land zum ersten EM-Titel in der Geschichte geschossen (109.).

Tränen des Spiels: Erst weinte Ronaldo vor Schmerz, dann vor Glück. Als er nach Éders Treffer auf die Jubeltraube bestehend aus seinen Mitspielern stieg, brachen bei dem sonst so coolen Weltstar alle Dämme.

Quacksalber des Spiels: In der Halbzeitpause probierte sich das ARD-Gespann Opdenhövel/Scholl an einer Ferndiagnose zu Ronaldos Verletzung. Kann man sich auch gut verkneifen so was.

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Plage des Abends: Aus Sicherheitsgründen wurde im Stade de France über Nacht das Flutlicht angelassen. Dies hatte zur Folge, dass Tausende Motten vor dem Spiel durch das Stadion schwirrten. Ganz zur Freude der Menschen in den sozialen Medien. Aber lesen Sie selbst.

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