Hamburg - Jetzt ist es offiziell: José Mourinho wird neuer Trainer des FC Chelsea. Das bestätigte der Verein am Montagnachmittag. Der 50-Jährige erhält bei dem Europa-League-Sieger einen Vierjahresvertrag, am kommenden Montag soll er an der Stamford Bridge offiziell vorgestellt werden. Noch am Morgen hatte es geheißen, Mourinho fliege am Montag nach London, um alle Modalitäten zu klären: "Am Ende der Woche werde ich Teammanager von Chelsea sein", hatte der Portugiese gesagt.
"Er war, ist und bleibt eine ungemein populäre Person bei diesem Club und jeder hier freut sich darauf, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten", sagte Vorstandschef Ron Gourlay in einer Pressemitteilung. Mourinho folgt damit Rafael Benítez nach, dessen Vertrag trotz des Erfolgs in der Europa League nicht verlängert worden war. Wer Mourinho in Madrid beerbt, ist noch immer offen.
Seit Wochen hatten sich die Gerüchte verdichtet, dass Mourinho zu dem Premier-League-Club zurückkehrt. Der Erfolgstrainer war am Samstag bei Real Madrid verabschiedet worden. In der abgelaufenen Spielzeit hatte der Portugiese keinen Titel mit den "Königlichen" gewinnen können und war damit weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nachdem Real in der Liga schon in der Hinrunde vom späteren Meister FC Barcelona abgehängt worden und in der Champions League an Borussia Dortmund gescheitert war, hatte es nicht einmal zum "Trosttitel" gereicht: Im Pokalfinale unterlag Real dem Stadtrivalen Atlético.
"Die Leute dort lieben mich"
"Diese dritte Saison ist eine Enttäuschung, ein Scheitern, wie auch immer Sie es nennen wollen. Ich habe versagt", hatte Mourinho anschließend gesagt. Der Trainer, der 2010 von Inter Mailand nach Madrid gewechselt war, holte mit Real in seiner Amtszeit den Pokalsieg (2011), einen Meistertitel (2012) und den Supercup-Gewinn (2012).
Vor seinem Engagement in Madrid hatte er von 2004 bis 2007 bei den "Blues" gearbeitet und mit dem Club zweimal die Meisterschaft (2005, 2006), einmal den FA-Cup (2007) und zweimal den Ligapokal (2005, 2007) gewonnen.
In seinem letzten Interview als Real-Trainer hatte Mourinho mit Vorfreude auf seine neue Aufgabe geblickt. "Ich war in London sehr glücklich und glaube, dass die Leute dort mich lieben. Das Leben ist wunderschön und kurz, man muss sehen, was das Beste für einen ist", sagte er.
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Gute Laune: José Mourinho kehrt zum FC Chelsea zurück. Bereits von 2004 bis 2007 hatte der Portugiese die Londoner trainiert, nun übernimmt er die "Blues" ein zweites Mal.
Viel über die Arbeit als Trainer hat Mourinho vor allem von Bobby Robson (links) gelernt. Als Assistenztrainer folgte er Robson von Sporting Lissabon zum FC Porto und weiter zum FC Barcelona.
Nachfolger des Engländers bei Barça wurde Louis van Gaal (links), Mourinho blieb Co-Trainer. Bei Benfica Lissabon und União Leiria versuchte sich der Portugiese im Anschluss als Cheftrainer, der Erfolg blieb aber aus.
Im Jahr 2002 unterschrieb er deshalb beim FC Porto und gewann in seiner ersten Saison den Uefa-Cup. Im Jahr darauf wurde Porto Champions-League-Sieger. In beiden Jahren wurde Porto auch Meister. Die Karriere des José Mourinho war ins Rollen gekomen.
2004 folgte der Wechsel zum FC Chelsea. Bei seiner Vorstellung sagte er den legendären Satz, er sei "a special one".
Mit dem Geld des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch (rechts) konnte sich Mourinho eine Startruppe zusammenkaufen. Er wurde mit Chelsea unter anderem zweimal Meister (2005 und 2006).
Doch der größte Triumph, der Gewinn der Champions League, blieb Mourinho mit den Engländern verwehrt. Im September 2007 musste er die Londoner verlassen.
Im Sommer 2008 ging Mourinho zu Inter Mailand. 2010 gewann er mit mit dem Club das Finale der Champions League. Die Italiener besiegten damals den FC Bayern. Inter wurde im selben Jahr auch Meister und Pokalsieger - Triple.
Es folgte der Wechsel zu Real Madrid. Diese Zeit war auch geprägt von einer speziellen Rivalität mit Barcelonas langjährigem Trainer Pep Guardiola, der zur kommenden Saison Bayern München trainieren wird.
Mit den "Königlichen" gewann Mourinho in seiner ersten Saison den spanischen Pokal. Ein Jahr später führte er Real zur Meisterschaft.
Der Anspruch in Madrid war jedoch stets, die Champions League zu gewinnen - das gelang Mourinho in drei Jahren nicht. Auch deshalb trennten sich Club und Trainer, der nun nach London zurückkehrt.
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