Prämienstreit Togos Spieler drohen mit Streik

Togos vom Rücktritt zurückgetretener Trainer Otto Pfister ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Eigentlich sollte er heute mit seinem Team zum zweiten Vorrundenspiel aufbrechen. Doch die Akteure verweigerten die Abreise. Sogar ein Streik beim nächsten Spiel ist denkbar.  


Wangen - Der Prämienstreit zwischen Spielern und Verband beim WM-Neuling scheint damit endgültig zu eskalieren. Die am Sonntagvormittag geplante Anreise vom Mannschaftsquartier in Wangen im Allgäu nach Dortmund wurde bis auf weiteres verschoben. "Ich kann das wirklich nicht kommentieren. Wir sitzen noch immer im Hotel, daraus kann sich jeder einen eigenen Reim machen", sagte Togos deutscher Trainer Otto Pfister dem sid.

Togos Trainer Pfister: "Sitzen noch immer im Hotel"
AFP

Togos Trainer Pfister: "Sitzen noch immer im Hotel"

"Die Spieler machen keine Anstalten, abzureisen. Sie haben immer noch kein Geld gesehen. Für sie ist es offenbar das letzte Mittel, um sich durchzusetzen", sagte ein Team-Mitglied das nicht genannt werden wollten.

Die Mannschaft droht nun sogar, bei ihrem zweiten Spiel in der Gruppe G am Montag (15 Uhr) in Dortmund gegen die Schweiz nicht anzutreten. Verbandssprecher Messan Attolou hatte zuletzt noch erklärt, der Prämienstreit sei geklärt.

Aufgrund des Prämienzwistes hatten die Spieler bereits vor dem 1:2 zum Auftakt gegen Südkorea einige Trainingseinheiten ausfallen lassen. Pfister hatte daraufhin fristlos gekündigt, war zu seiner Familie in die Schweiz geflüchtet und erst kurz vor dem ersten Gruppenspiel doch wieder zur Mannschaft zurückgekehrt. Die Spieler fordern angeblich 155.000 Euro Antrittsprämie pro Kopf sowie weitere 30.000 Euro für jeden Sieg. Der Verband will aber nur 30.000 Euro Antrittsprämie zahlen.

Der Afrika-Beauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Hermann Selbherr, äußerte unterdessen scharfe Kritik am Auftritt Togos bei der WM. "Es macht mich, ehrlich gesagt, sehr traurig, was da passiert. Vor allem weil dadurch die große Chance vertran wird, dieses kleine Land, das ansonsten nie in den Weltnachrichten auftaucht, mal positiv in die Schlagzeilen zu bringen", sagte Selbherr im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

mig/sid



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