Präsentation in Madrid Beckham macht die Welt verrückt

Der Medienauftrieb war gigantisch, die Erwartungshaltung groß. Die offizielle Vorstellung des neuen Real-Stars David Beckham in Madrid wurde zu einem Riesenspektakel hochgejazzt. Am Ende stand ein großes Rätsel.


David Beckham (l.) und Alfredo di Stefano: "Symbol unserer Zeit"
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David Beckham (l.) und Alfredo di Stefano: "Symbol unserer Zeit"

Madrid - "Ich danke allen für die tolle Gastfreundschaft. Für mich geht nun ein Traum in Erfüllung", sagte Beckham am Mittwochmittag in einer kurzen Erklärung, die er auf spanisch mit den Worten "Hala Madrid" ("Vorwärts Madrid") beendete. Der 28-Jährige erschien zu seinem Auftritt im hellblauen Jacket und mit aufgeknöpftem weißen Hemd.

Genau 547 Journalisten hatten sich für die Vorstellung des Superstars in Diensten des spanischen Fußball-Rekordmeisters akkreditieren lassen. Insgesamt 39 Fernsehteams berichteten vom Mega-Event. Rund zwei Milliarden Fernsehzuschauer in 63 Ländern konnten das Spektakel live miterleben. Zu den Klängen der von Plácido Domingo gesungenen Real-Hymne betrat Beckham die Bühne der Raimundo-Saporta-Halle, der Basketball-Arena des Clubs.

"David Beckham ist ein Symbol unserer Zeit. Ein großartiger Fußballer, ein echter Profi und ein Symbol für Opferbereitschaft. Er kommt vom Theater der Träume, dem Old-Trafford-Stadion, in die Mannschaft der Träume", begrüßte Madrids Präsident Florentino Perez den neuen Akteur. Rund 35 Millionen Euro überweisen die Spanier für den Kapitän der englischen Nationalmannschaft an ManU. Beckham, der in Madrid von seiner Ehefrau Victoria begleitet wurde, hatte am Dienstag einen Vierjahresvertrag unterzeichnet, der ihm rund 6,5 Millionen Euro pro Jahr einbringen soll.

Rückennummern-Roulette bei Real

Für Irritationen sorgte die von Real-Idol und Ehrenpräsident Alfredo die Stefano vorgenommene Übergabe des Trikots mit der Rückennummer 23 an Beckham. Weder der Engländer noch die Vereinsverantwortlichen gaben eine Erklärung für die Wahl gerade dieser Ziffern ab. Die Spekulationen schossen entsprechend schnell ins Kraut. Die meisten Beobachter tippten auf einen Zusammenhang mit von Beckham verehrten US-Basketballstar Michael Jordan, der zu seiner aktiven Zeit auch die Rückennummer 23 getragen hatte.

Schon Tage vorher war in der spanischen Hauptstadt darüber gerätselt worden, welche Rückennummer Beckham wohl erhalten würde. Angeblich hätte es die "11" werden sollen, die der Engländer von Ronaldo übernehmen sollte. Der Brasilianer hätte künftig mit der "9" auflaufen sollen, die bislang Morientes trug, der Real jedoch verlassen soll. Die "7", die bei ManU für Beckham reserviert war, gehört dem spanischen Stürmerstar Raul. Nun also die "23".

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Lange durfte sich Real-Präsident Perez allerdings nicht im Glanz seines neuen Stars sonnen, da sich Beckham gleich nach der Präsentation auf den Weg zum Flughafen machte und mit seinem Privatjet nach London flog, wo er bis zum Trainingsauftakt Reals am 23. Juli mit seiner Familie Urlaub machen will. Beckhams offizielles Debüt wird für Mitte August beim spanischen Supercup zwischen Madrid und Pokalsieger Real Mallorca erwartet.

Schon am Dienstag hatte Beckham ("Ich will kein Star sein") den medizinischen Test in einer Privatklinik der spanischen Hauptstadt bestanden. "Unserer Meinung nach ist er in einem perfekten körperlichen Zustand", sagte der Arzt Alfonso del Corral von der Clinica de la Zarzuela. Allerdings waren einige Patienten des Krankenhauses nicht sonderlich über den Medienrummel erfreut. Sie wollen nach einem Bericht der spanischen Tageszeitung "Marca" die Klinik wegen der Störung ihrer Gesundung verklagen.



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