Korruptionsverdacht in Tschechien Präsident des Fußballverbandes in U-Haft

Razzia im Verband, der Präsident in Haft: Im tschechischen Fußballverband herrscht das Chaos. Der Verdacht, dass der Verbandsboss Fördermittel in Millionenhöhe willkürlich verteilen ließ, hat sich erhärtet.

Miroslav Pelta
AFP

Miroslav Pelta


Der Chef des tschechischen Fußballverbands, Miroslav Pelta, ist in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Amtsgericht in Prag habe einen entsprechenden Haftbefehl erlassen, sagte ein Justizsprecher der Agentur CTK zufolge.

Dem 52-Jährigen wird demnach vorgeworfen, die Vergabe von staatlichen Fördergeldern für den Sport unrechtmäßig beeinflusst zu haben. Mitangeklagt ist die bisherige stellvertretende Sportministerin. Im vorigen Jahr verteilte der tschechische Staat umgerechnet rund 138 Millionen Euro an Vereine und Verbände - in diesem Jahr soll es deutlich mehr sein.

Pelta begann seine Karriere als Torwart in Varnsdorf an der deutschen Grenze. Er ist Miteigentümer des Fußballvereins FK Jablonec, den er als Manager von der dritten in die erste Liga führte. Sein Anwalt wies die Vorwürfe gegen ihn zurück und sprach von gewöhnlicher Lobbyarbeit eines Sportfunktionärs. Der Verband FACR will am Montag auf einer Sondersitzung über die weiteren Schritte beraten.

aha/sid



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hevopi 06.05.2017
1. Nachdem ja diverse Skandale der sogenannten
"Fußballvereine" bekannt geworden sind und sich diese ganz herausragend in der Korruption, Geldverschiebung, Vetternwirtschaft und anderen kriminellen Delikten profiliert haben, wundert mich das nicht. Wenn ich mir vorstelle, wie der Staat noch diese sogenannten "Vereine" unterstützt und das Geld der Steuerzahler hier verballert, statt es in die Ausbildung und Förderung junger Menschen zu stecken, damit die eine Zukunft haben, kann ich nur sagen: Sport gut, aber keinen Euro aus den Steuereinnahmen.
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