Premier League Schmeichels Eigentor kostet Leicester die Champions League

In einem spannenden Saisonfinale drohte Chelsea die Champions League zu verspielen. Während Liverpool den dritten Platz sicherte, brach Leicester City in der Schlussphase gegen Tottenham ein.
Leicesters Kasper Schmeichel faustet den Ball ins eigene Tor

Leicesters Kasper Schmeichel faustet den Ball ins eigene Tor

Foto: Shaun Botterill / POOL / EPA

Liverpool und Chelsea haben sich am letzten Spieltag der Premier-League-Saison für die Champions League qualifiziert. Liverpool gewann 2:0 (1:0) gegen Crystal Palace, Chelsea reichte sogar eine 1:2 (0:1)-Niederlage bei Aston Villa, weil Leicester City im Parallelspiel trotz zwischenzeitlicher Führung 2:4 (1:1) gegen Tottenham Hotspur verlor.

Leicester City ging als Fünfter in den letzten Spieltag und hatte mit den Spurs den schwersten Gegner vor sich. Dennoch lief zunächst einiges für die Foxes, weil Jamie Vardy gleich doppelt zum Elfmeter antreten durfte und jeweils verwandelte (18. Minute, 52.). Harry Kane, der am Ende Torschützenkönig wurde, hatte zwischenzeitlich für Tottenham ausgeglichen (41.). Die Probleme für Leicester begannen mit der Einwechslung von Gareth Bale in der 68. Minute.

Tottenham wurde dadurch offensiv kreativer, traf aber erst unter Mithilfe der Gastgeber. Eine Ecke von der linken Seite faustete der zuletzt so starke Leicester-Torhüter Kasper Schmeichel ins eigene Tor; zwar war Schmeichel bei der Aktion von Tottenhams Davinson Sánchez behindert worden, ein Foul lag aber nicht vor (76.). Weil Leicester für die Champions League einen Sieg brauchte, warfen sie in der Folge alles nach vorn. Die Folge: Tottenhams Bale vollendete zwei Konter (86., 90.).

Durch den Sieg beendet Tottenham die Saison als Siebter, damit spielen sie in der kommenden Saison in der Conference League. Arsenal, das 2:0 gegen Brighton & Hove gewann, spielt in der kommenden Saison damit nicht international.

Trotz einer Vielzahl von Abschlüssen wusste Chelsea gegen Aston Villa nicht die Unachtsamkeiten in der Defensive auszugleichen: Wie vor dem Führungstor durch Bertrand Traoré, der sich bei einer flach hereingebrachten Ecke davongestohlen hatte und traf (43.). Oder vor dem 0:2 durch Anwar El Ghazi, der einen Elfmeter verwandelte, nachdem Jorginho Traoré gefoult hatte (52.). Im Chelsea-Tor stand da bereits Kepa Arrizabalaga, weil Stammkeeper Edouard Mendy beim Führungstreffer mit dem Pfosten zusammenstieß und ausgewechselt werden musste.

Mehr als der Anschluss durch Ben Chilwell (70.) gelang Chelsea nicht, zumal Kapitän César Azpilicueta kurz vor Schluss wegen einer Tätlichkeit vom Platz flog (89.). Das änderte aber nichts daran, dass sich Chelsea auf Rang vier rettete. Bei einem Sieg von Leicester hätte Chelsea am 29. Mai (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL.de; TV: Sky) das Champions-League-Finale gegen Manchester City gewinnen müssen, um kommendes Jahr in der Königsklasse zu starten.

Der FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp beendete eine chaotische Saison auf Rang drei. Die Mannschaft hatte mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen, die ersten vier Innenverteidiger fielen langfristig aus. Am Ende spielten mit Nathaniel Philips und Rhys Williams zwei unerfahrene Akteure im Abwehrzentrum, die gegen Crystal Palace aber mit dafür sorgten, dass die Null hielt.

Vor dem Spiel war klar, dass ein Sieg zum Erreichen der Champions League reichen würde, dafür sorgte am Ende Sadio Mané mit einem Doppelpack (36., 74.). Nach der Partie machte die Mannschaft eine Ehrenrunde durch die Anfield Road, rund 10.000 Fans durften erstmals in der Coronakrise wieder ins Stadion.

hba