Verfolgerduell in der Premier League Chelsea und Liverpool spielen spektakulär – und treten doch auf der Stelle

Tore, Tempo und Dramatik: Das Verfolgerduell in der Premier League bot beste Unterhaltung. Nur einen Sieger gab es nicht – so müssen Chelsea und Liverpool Manchester City davonziehen lassen.
César Azpilicueta schreit seinen Frust über Sadio Manés Führungstor heraus

César Azpilicueta schreit seinen Frust über Sadio Manés Führungstor heraus

Foto: David Klein / imago images/Sportimage

Im Verfolgerduell in der Premier League haben sich der FC Chelsea und der FC Liverpool besonders in der ersten Halbzeit einen spektakulären Schlagabtausch geliefert. Beim 2:2 (2:2) in London brachten Sadio Mané (9. Minute) und Mohamed Salah (26.) die Gäste früh in Führung, noch vor der Pause glichen Mateo Kovačić (42.) und Christian Pulisic (45.+1) aus.

Nicht alle prominenten Akteure der beiden Klubs durften bei dem Fußballfest an der Stamford Bridge live dabei sein: Der FC Liverpool musste aufgrund eines positiven Coronatests auf Cheftrainer Jürgen Klopp an der Seitenlinie verzichten, auch die drei Stammspieler Roberto Firmino, Joel Matip und Torwart Alisson Becker fehlten wegen des Verdachts auf eine Infektion.

Beim FC Chelsea stand Starstürmer Romelu Lukaku nicht im Kader. Der Belgier wäre zwar einsatzfähig gewesen, hatte zuletzt in einem Interview aber öffentlich Kritik an seiner Situation unter Trainer Thomas Tuchel geäußert und war deswegen aus dem Aufgebot gestrichen worden. Lukaku hatte gesagt, er sei »nicht glücklich« bei Chelsea und mit einer Rückkehr zu Inter Mailand geliebäugelt. Die Blues hatten Lukaku im Sommer für die klubinterne Rekordablöse von 115 Millionen Euro vom italienischen Meister verpflichtet.

Auch ohne einen Teil ihrer jeweiligen Star-Ensembles lieferten sich Chelsea und Liverpool von Beginn an ein temporeiches Duell auf einem hohen technischen Niveau, in welchem beiden Mannschaften jedoch auch immer wieder Fehler unterliefen. Sadio Mané hatte nach wenigen Sekunden Glück, dass ihm ein eigenes Missgeschick keinen Platzverweis einbrachte: Der Liverpool-Stürmer traf Gegenspieler César Azpilicueta mit dem Ellenbogen im Gesicht, Schiedsrichter Anthony Taylor beließ es bei der Gelben Karte.

Die erste gute Chance bereitete Kai Havertz vor, der Lukaku in der Spitze vertreten sollte: Der Nationalspieler nahm Trent Alexander-Arnold den Ball im eigenen Strafraum ab und legte zu Sturmpartner Pulisic, der jedoch nicht am aufmerksamen Alisson-Vertreter Caoimhín Kelleher vorbeikam (7.). Im Gegenzug fiel dann die Führung für Liverpool: Chelseas Trevoh Chalobah klärte einen halbhohen Ball per Kopf in den Lauf von Mané, der Torhüter Edouard Mendy umkurvte und zur Gästeführung einschob (9.).

Chelseas Doppelschlag mischt die Karten neu

Wenig später erhöhte Mohamed Salah mit einem feinen Abschluss ins kurze Eck sogar auf 2:0 für die Gäste (26.). Leistungsgerecht war das nur bedingt, Chelsea blieb mindestens gleichwertig – und schlug spektakulär zurück: Kovačić versenkte einen Volleyschuss aus 20 Metern im Tor, nachdem Liverpool einen Freistoß aus spitzem Winkel nur durch das Zentrum hatte klären können (42.). In der Nachspielzeit schloss Pulisic per Linksschuss ins rechte obere Toreck ab und glich die Partie noch vor dem Pausenpfiff aus (45.+1).

In der zweiten Hälfte blieb das Tempo hoch, die Teams aber schafften es, sich defensiv zu stabilisieren. Dazu trugen auch beide Torhüter bei: Mendy parierte stark gegen Salah und Mané (57., 58.), Kelleher parierte einen Pulisic-Versuch aus kurzer Distanz (62.). So verloren letztlich beide Teams zwei Punkte auf Tabellenführer Manchester City: Der Meister, der am Neujahrstag glücklich beim FC Arsenal gewann, liegt nach 21 von 38 Spieltagen bereits zehn Punkte vor Chelsea. Der Vorsprung vor Liverpool beträgt noch einen Punkt mehr, die Reds haben allerdings auch noch ein Nachholspiel offen.

cev