Topspiel in der Premier League Mané rettet Remis gegen City und hält Liverpool im Titelrennen

Eine Halbzeit lang spielte Manchester City den FC Liverpool an die Wand. Doch weil der Englische Meister nach der Pause ein paar Sekunden nicht aufpasste, ist in der Premier League weiter alles offen.
Sadio Mané überwindet Ederson zum 2:2

Sadio Mané überwindet Ederson zum 2:2

Foto: IMAGO/Paul Currie/Shutterstock / IMAGO/Shutterstock

Im direkten Duell der Premier-League-Topklubs hat Meister Manchester City einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung verpasst. Das Team von Trainer Pep Guardiola kam im Heimspiel gegen den FC Liverpool nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus, sieben Spieltage vor Saisonende liegen die Citizens weiter nur einen Punkt vor dem ärgsten Rivalen im Titelkampf.

In einem temporeichen und hochintensiven Fußballspiel traf Kevin De Bruyne zur Führung für City (5. Minute), Diogo Jota nutzte die erste Liverpooler Großchance zum Ausgleich (13.). Bis zur Pause war das Team aus Manchester die klar bessere Mannschaft, Gabriel Jesus erzielte die folgerichtige erneute Führung (37.). Kurz nach Wiederanpfiff erwischte Sadio Mané City dann kalt (46.) und vertagte die Vorentscheidung um die englische Meisterschaft.

Vor Spielbeginn war eine ausgeglichene Partie erwartet worden: Der FC Liverpool hatte den Rückstand auf Tabellenführer City von einst 14 Punkten auf einen Punkt reduziert, die letzten zehn Ligaspiele gewannen die von Jürgen Klopp trainierten Reds allesamt. Doch in der Anfangsphase schien es zunächst, als könnte City auch diesen Gegner in bewährter Manier am eigenen Strafraum einschnüren.

Dazu kamen immer wieder brandgefährliche Bälle hinter die Liverpooler Abwehrkette: Raheem Sterling scheiterte mit einer ersten Riesenchance an LFC-Keeper Alisson, der per Fußabwehr parierte (4.). Der nächste Abschluss fiel dann in die Kategorie »unhaltbar«: De Bruynes Fernschuss wurde von Joel Matip noch unglücklich abgefälscht, klatschte gegen den rechten Innenpfosten und prallte von dort zur Führung ins Tor (5.).

Jota gleicht aus, aber City drückt weiter

Dann stellte auch Liverpool die eigene Klasse in der Offensive unter Beweis: Eine Hereingabe von Andrew Robertson legte sein Außenverteidigerpendant Trent Alexander-Arnold geschickt auf Jota ab, der sich mitten im Strafraum in Position geschlichen hatte und mit seinem 15. Saisontreffer zum Ausgleich vollendete (13.).

Die Dynamik des Spiels veränderte das 1:1 nicht wesentlich: City war ballsicher, presste den FC Liverpool schon auf Höhe des Gästestrafraums und wirkte wie die konzentriertere Mannschaft – von einem Lapsus Edersons abgesehen, der beim Versuch, den Ball nach vorne zu schlagen, im eigenen Fünfmeterraum in den Rasen trat (23.). Ehe der Ball über die Linie rollen konnte, bereinigte der City-Torhüter seinen Fehler.

Während Liverpool aus eigener Kraft kaum gefährlich wurde, näherte sich City dem nächsten Tor an: Nach einer Freistoßhereingabe De Bruynes legte Rodri per Kopf quer, Aymeric Laporte verpasste die erneute Führung am zweiten Pfosten nur knapp (25.). Für die sorgte stattdessen einer, der seit September auf ein Ligator wartete: Gabriel Jesus, von Guardiola überraschend in die Startelf berufen, drückte den Ball per Volley unter die Latte (37.). Vorher hatte João Cancelo den Ball mit viel Schnitt an den langen Pfosten geschlagen, eine vorangegangene Ecke war von van Dijk per Kopf noch geklärt worden.

Nichts zu machen: Alisson Becker streckt sich vergeblich, Seleção-Kollege Gabriel Jesus trifft

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Foto: Jon Super / dpa

Auch diesmal hatte Jota die Chance auf die direkte Antwort, ließ sich im City-Strafraum aber ablaufen (44.). Eine Rodri-Großchance lenkte Alisson dann vor der Pause noch an den Pfosten, der Spanier wäre aber ohnehin im Abseits gewesen.

Die bis dato deutlich unterlegenen Liverpooler hatten die 15 Minuten Pause bitter nötig – und nutzten sie hervorragend: Keine Minute nach Wiederanpfiff hatte Mohamed Salah eine Idee, spielte aus dem rechten Halbfeld einen Diagonalball in die Tiefe und fand Mané, der zum erneuten Ausgleich einschoss (46.). Doch auch wenn die Partie nun zusehends mehr auf Augenhöhe stattfand, blieb City gefährlich: Einen zweiten Jesus-Treffer aus gut fünf Metern verhinderte nur ein Block von van Dijck (61.), das 3:2 durch Sterling nur der Videoassistent, der dem City-Außenstürmer eine Abseitsstellung im Zentimeterbereich nachwies (63.).

In der Schlussphase fiel es den Teams schwerer, das hohe Tempo der ersten Stunde durchzuhalten. Salah probierte es mit einem abgefälschten Schuss (71.), City hatte noch aussichtsreiche Angriffe, spielte diese aber nicht mehr sauber zu Ende. Weil auch der Freistoß von Riyad Mahrez nur an den Außenpfosten ging (90.), musste der Titelverteidiger sich mit dem Remis begnügen.

cev
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