City-Sieg im Manchester-Derby Himmelblaue Machtdemonstration

Es war das Duell Pep Guardiola gegen José Mourinho - und gleichzeitig eine überraschend deutliche Dominanzgeste von Manchester City. Für den 3:1-Endstand sorgte der eingewechselte Ilkay Gündogan.

Kyle Walker
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Kyle Walker


Worum ging's? Tabellenführer Manchester City empfing den Stadtrivalen United. Dem Team von Pep Guardiola hätte schon ein Remis genügt, um die Tabellenspitze vom FC Liverpool zu übernehmen. United rangierte auf Platz acht im Mittelfeld und hätte mit einem Sieg den Abstand zu den Skyblues auf sechs Punkte verkürzen können.

Hiobsbotschaft vor Anpfiff: Schlechte Nachrichten gab es gleich zu Beginn. United musste auf seinen verletzten Mittelfeldstar Paul Pogba verzichten. Der Franzose stand nicht im Kader - und sollte dem Team von Mourinho schmerzlich fehlen. Gegenüber dem -Champions League-Spiel gegen Juventus wechselte der Trainer auf zwei Positionen: Pogba und Alexis Sánchez raus, Marcus Rashford und Marouane Fellaini rein.

Das Ergebnis: Dominanz. City bezwang United 3:1. Der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet. Hier können Sie den Spielbericht nachlesen.

Mehr als ein Ligaspiel: Aber natürlich war das 177. Derby auch ein Duell der beiden Trainer: In der 22. Begegnung war es der elfte Sieg für Guardiola gegen José Mourinho und gleichzeitig der erste Heimsieg im direkten Manchester-Duell unter seiner Führung.

Pep Guardiola (links) und José Mourinho
DPA

Pep Guardiola (links) und José Mourinho

Blauer Blitzstart in Hälfte eins: Den ersten Abschluss hatte City nach 75 Sekunden durch Bernardo Silva, nach 22 Minuten hatten die Gastgeber 90 Prozent Ballbesitz - und bereits einen Ball im gegnerischen Tor untergebracht. Die Hereingabe von Raheem Sterling landete am zweiten Pfosten bei Bernardo Silva, der für David Silva auflegte (12. Minute). Nach rund einer halben Stunde nahm City das Tempo deutlich raus. Kurz vor der Halbzeitpause verursachte Uniteds Ander Herrera einen Ballverlust im Spielaufbau, Sergio Agüero traf das Außennetz (44.).

Blauer Blitzstart in Hälfte zwei: Weil das mit der Dominanz und dem frühen Treffer in der Anfangsphase des Spiels so gut funktioniert hatte, machten es die Gastgeber nach Wiederanpfiff einfach noch mal so: Ein Abstoß von Torhüter David de Gea kam nur bis zur Mittellinie, Agüero schnappte sich den Ball, und schoss ihn dem unglücklichen de Gea nach einem Doppelpass mit Mahrez durch die Hände und unter die Latte (48.). Agüero ist mit seinem achten Derby-Treffer neben Wayne Rooney Torschützenkönig der Manchester-Duelle in der Premier League.

Wiederholt sich Geschichte? Nach landläufiger Meinung: nein. Im April führte City im Derby schon einmal 2:0 (allerdings bereits zur Pause) und hätte vorzeitig Meister werden können. Unter anderem Paul Pogba vereitelte dieses Ziel mit zwei Treffern für United, die das Spiel noch drehten und 3:2 gewannen. Nun, Pogba war heute nicht dabei, dafür wurden die City-Fans durch Anthony Martial kurz an die Demütigung im Frühjahr erinnert: United konnte durch einen Foulelfmeter den Anschlusstreffer erzielen.

Herausgeholt hatte ihn Romelu Lukaku, der nach seiner Einwechslung nach 33 Sekunden seinen ersten Ballkontakt hatte und im Strafraum von City-Keeper Ederson von den Füßen geholt wurde. Martial verwandelte zwar sicher (58.), von der Möglichkeit, das Spiel zu drehen, waren die Red Devils aber weit entfernt. Der Foulelfmeter war bis zu diesem Zeitpunkt deren einziger Schuss auf das Tor. City reagierte, der eingewechselte Ilkay Gündogan kam in der 86. Minute frei am Fünfmeterraum zum Abschuss. Tor, 3:1, Entscheidung. Es war der 44. Ballkontakt in Folge für City.

Trostpreis für Mourinho: Das Derby war Mourinhos 300. Premier-League-Partie. Trotz der Niederlage hat kein Coach in Englands höchster Spielklasse in seinen ersten 300 Pflichtspielen öfter gewonnen. Mourinho konnte 189-mal jubeln, sechsmal mehr als Alex Ferguson. Wenn Statistik tröstet.

Resultat: City ist in der Liga weiter unbesiegt und Tabellenführer mit 12 Punkten Vorsprung auf den Stadtrivalen. Das deutliche Ergebnis überrascht, hatte United nach drei Pflichtspielsiegen, darunter das 2:1 gegen Juventus in der Champions League, einen kleinen Lauf. Dieser ist nun wieder vorbei, der Rekordklub steht auf einem enttäuschenden achten Platz.

Manchester City - Manchester United 3:1 (1:0)
1:0 David Silva (12.)
2:0 Agüero (48.)
2:1 Martial (58., Foulelfmeter)
3:1 Gündogan (86.)
Manchester City: Ederson - Walker , Stones , Laporte , Mendy - Bernardo Silva (90.+2 Foden) , Fernandinho , Silva - Mahrez (62. Sané) , Agüero (75. Gündogan), Sterling
Manchester United: de Gea - A. Young , Smalling , Lindelöf , Shaw - Ander Herrera (73. Mata) , Fellaini , Matic - Lingard (57. Lukaku), Rashford (73. A. Sanchez), Martial
Gelbe Karten: Bernardo Silva - Shaw



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golfstrom1 12.11.2018
1. ManCity
Es ist erstaunlich wie konstant von Pep Guardiola trainierte Mannschaften, vor allem im Ligabetrieb, spielen. Das war in Barcelona so mit souverän gewonnenen Meisterschaften, das war in München so mit reihenweisen neuen Punktrekorden bei den Meisterschaften und ist jetzt auch bei Man City so. Und das obwohl der Kader von ManCity nicht unbedingt deutlich stärker besetzt ist als beispielsweise die Kader von ManU, Chelsea, Arsenal oder Liverpool. Es ist einfach überragend auf welches Niveau Guardiola seine Mannschaften Jahr für Jahr immer wieder bringt. Es ist überragend wie sicher der Ball dort durch die Reihen läuft und wie problemlos scheinbar der Ballbesitzfußball auf die Spieler übergeht. Ich halte Guardiola für den derzeit besten Trainer.
spadoni 12.11.2018
2. golfstrom1
Keine grosse Leistung von Guardiola mit einer für viel Geld von Abu Dhabi zusammen gekaufter Mannschaft !!! Vestosse gegen das financial fairplay von Maqnchester City werden nicht sanktioniert weil Infantini sich mit den Scheichs verbündete.
Prussia Culé 12.11.2018
3. zu simpel
Zitat von spadoniKeine grosse Leistung von Guardiola mit einer für viel Geld von Abu Dhabi zusammen gekaufter Mannschaft !!! Vestosse gegen das financial fairplay von Maqnchester City werden nicht sanktioniert weil Infantini sich mit den Scheichs verbündete.
Es ist nicht selbstverständlich regelmäßig solche Leistungen abzuliefern, egal ob viel Geld oder nicht. Für Sie ist das alles aber wieder einmal sehr einfach dargestellt.
spadoni 12.11.2018
4. Prussia Culé
Ach ja, ist das so??? Wo stand Manchester City denn vor der Übernahme durch die Ölscheichs????
Prussia Culé 12.11.2018
5. es bleibt einfach
Wieder machen Sie es sich zu einfach. Wie oft sind Teams trotz starkem Kader durch große finanzielle Mittel unterhalb der (eigenen) Erwartungen geblieben? Siehe aktuell Manchester United, AC Mailand, siehe Inter Mailand in den letzten Jahren, geschweige denn viele andere Beispiele aus vielen Jahrzehnten.
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