Thesen zur Premier-League-Saison Klopp wird wieder nicht Meister, United ist kein Topteam mehr

An Manchester City ist in der Premier League kein Vorbeikommen, dafür sind auch zwei Transfers verantwortlich. Tottenham hat den spannendsten Spieler verpflichtet, und Newcastle ist nicht zu retten.

Das Trainerduell Pep Guardiola (links) vs. Jürgen Klopp wird die Premier League auch in diesem Jahr prägen
Ian KINGTON / AFP

Das Trainerduell Pep Guardiola (links) vs. Jürgen Klopp wird die Premier League auch in diesem Jahr prägen

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1. Manchester City landet wieder vor Liverpool - und zwar deutlich

Die Rollen im Kampf um die Meisterschaft sind klar: Manchester City peilt den Titel-Hattrick an und ist Favorit, der FC Liverpool wieder Herausforderer. In der vergangenen Saison lag nur ein Punkt zwischen den beiden Teams. Diesmal wird die Angelegenheit deutlicher: Manchester City landet fünf, sechs Punkte vor Liverpool.

Jürgen Klopps Mannschaft wird es nicht gelingen, noch einmal eine so starke Saison wie die vergangene (nur eine Niederlage) zu spielen. Manchester City dagegen hat sich mit dem 70-Millionen-Euro-Einkauf Rodri von Atlético Madrid noch einmal entscheidend verstärkt. Auch der Einkauf von Juventus-Verteidiger Joao Cancelo dürfte sich als Kaderverbesserung erweisen.

Die einzige Hoffnung für Liverpools Fans: Manchester City gewinnt in dieser Saison die Champions League. Dann würde Pep Guardiola sein Werk in England möglicherweise als vollendet ansehen und weiterziehen. Dann hätte Liverpool zumindest ab der nächsten Saison eine Chance auf den Titel.

Rodri (links) will seinem City-Teamkollegen Ilkay Gündogan den Stammplatz streitig machen
Michael Regan/Getty Images

Rodri (links) will seinem City-Teamkollegen Ilkay Gündogan den Stammplatz streitig machen

2. Everton verdrängt Manchester United aus den Top Sechs

Drei Jahre nacheinander landeten die selben sechs Vereine auf den ersten sechs Plätzen der Abschlusstabelle, nämlich die Londoner Klubs Tottenham, Chelsea und Arsenal, die Manchester-Vertreter City und United sowie Liverpool. In der neuen Saison wird die Dominanz der großen Sechs gebrochen.

Die besten Chancen, in den elitären Zirkel einzudringen, hat Everton. Trainer Marco Silva hat das Chaos geordnet, das er übernommen hat. Siege gegen Chelsea, Arsenal und Manchester United zum Ende der vergangenen Saison haben gezeigt, dass mit dem kleineren Klub aus Liverpool zu rechnen ist. Die Verpflichtung von Sturm-Juwel Moise Kean von Juventus ist ein Coup.

Die Mannschaft, die für Everton weichen muss, ist Manchester United. Der anfängliche Aufwind unter Trainer Ole Gunnar Solskjær war schon gegen Ende der vergangenen Saison Geschichte; die Zugänge Harry Maguire und Aaron Wan-Bissaka sind zu wenig, um den Klub weiter unter den Topteams zu halten. Die Probleme um Paul Pogba und Alexis Sánchez bleiben, außerdem gab United am letzten Transfertag den einzigen erwiesenen Torjäger ab (Romelu Lukaku), ohne Ersatz zu besorgen. Die Konsequenz dieser wirren Politik ist die Verbannung aus den Top Sechs.

3. Arsenal ist plötzlich wieder aufregend

Das erste Jahr von Trainer Unai Emery bei Arsenal war kompliziert. Das 1:4 im Finale der Europa League gegen den FC Chelsea belegte, dass sich nur wenig seit Arsène Wengers Abschied verbessert hat. Die neue Saison wird anders, denn Arsenal hat von allen Klubs der Premier League die interessantesten Transfers getätigt.

David Luiz hat zwar immer wieder spektakuläre Aussetzer im Programm, ist aber eine deutliche Verbesserung gegenüber Shkodran Mustafi. Er bringt Erfahrung und Führungsqualität mit und beherrscht das von Emery (beide kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Paris Saint-Germain) bevorzugte Spiel von hinten heraus. Der schottische Außenverteidiger Kieran Tierney ist eines der spannendsten Talente im europäischen Fußball. Gleiches gilt für Klub-Rekordeinkauf Nicolas Pépé (Ablöse: 80 Millionen Euro). Er macht die ohnehin schon starke Offensive um Pierre-Emerick Aubameyang noch stärker. Arsenal wird in der neuen Saison wieder aufregend und hat beste Chancen auf die Rückkehr in die Champions League.

Tanguy Ndombélé lief in bisher vier Länderspielen für Frankreichs Nationalelf auf
Reuters/Andrew Couldridge

Tanguy Ndombélé lief in bisher vier Länderspielen für Frankreichs Nationalelf auf

4. Den besten Transfer hat Tottenham gelandet

Die Auszeichnung für den besten Einkauf des Sommers geht allerdings an Arsenals Rivalen aus Nordlondon, an Tottenham Hotspur. Für angeblich 70 Millionen Euro Ablöse holte der für seine Sparsamkeit berüchtigte Klub den 22 Jahre jungen Mittelfeldmann Tanguy Ndombélé von Olympique Lyon. Er dürfte das Geld wert sein.

Das Besondere an dem Franzosen ist seine Vielseitigkeit: Er ist kräftig und zweikampfstark, verfügt aber auch über eine glänzende Übersicht, technische Finesse und Passgenauigkeit. Das Portal "The Athletic" bezeichnet ihn als "Tottenhams Antwort auf Naby Keïta, Paul Pogba oder Kevin De Bruyne". So jemanden kann der Klub gebrauchen, wenn der Einzug ins Champions-League-Finale in der vergangenen Saison keine Ausnahme bleiben soll.

5. Newcastle United stürzt und steigt ab

Wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal ein paar offensichtliche Abstiegskandidaten: die Aufsteiger Sheffield United und Norwich City, Brighton & Hove Albion oder Burnley. Allerdings wird es in dieser Saison auch einen Klub erwischen, der in der vergangenen Spielzeit immerhin noch auf dem 13. Platz und damit im Tabellenmittelfeld gelandet war - Newcastle United.

Die Fans laufen Sturm gegen Besitzer Mike Ashley und planen, den Saisonauftakt gegen Arsenal zu boykottieren. Trainer Rafael Benítez warf entnervt hin, auch die beiden Toptorschützen Solomón Rondón und Ayoze Pérez haben den Verein verlassen. Die Verpflichtung Joelintons aus Hoffenheim für 40 Millionen Euro Ablöse wirkt wie ein Panikkauf. Die ebenso leidenschaftlichen wie leidgeprüften Newcastle-Fans müssen sich auf den Gang in die zweite Liga einstellen.

insgesamt 8 Beiträge
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skeptikerjörg 09.08.2019
1. Dann ist ja alles klar
Müssen die die Saison in der PL noch spielen, wenn ohnehin schon alles klar ist? Gut, wie Southampton gegen Burnley ausgeht ist noch nicht klar. Aber dafür eine ganze Saison spielen ist dann doch übertrieben. Zum Glück kommt es manchmal ja doch anders, denn Vorhersagen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Warten wir es ab.
trueffelschwein 09.08.2019
2. Vorhersagen im Sport
Das Gute an Vorhersagen im Sport, auch wenn derart dick aufgetragen wie in diesem Beitrag, ist, dass dann alles ganz anders kommt. Jetzt wissen wir schon mal was alles nicht eintritt. Einen Mannschaftssport an Einzelpersonen festzumachen, hat noch nie funktioniert.
widower+2 09.08.2019
3. Guardiola-Jünger?
Also der Autor, der meint dass Liverpool erst dann eine Chance auf den Meistertitel hat, wenn Guardiola City verlässt? Steile These und eine eklatante Herabwürdigung von Klopp. Guardiola hat bisher bei allen gewonnenen Titeln mit welchem Verein auch immer den jeweils stärksten Kader der jeweiligen Liga zur Verfügung gehabt, während Klopp auch schon Titel mit dem nominell nicht stärksten Kader gewonnen hat.
spadoni 09.08.2019
4. Hendrik Buchheister
Warum nur verherrlichen Sie ManCity nur so? Der Forist widower+2 hat vollkommen Recht, sie sind definitiv ein "Guardiola Jünger". Dabei wissen Sie ganz genau dass City sehr viel Dreck am Stecken hat, der Spiegel berichtete ausführlich darüber, und dass ohne die, mit vielen Ölscheich Millionen seit 2012 vier erkauften Meisterschaften niemals drin gewesen wären. Und Guardiola profitiert auch davon, denn es ist definitiv kein Kunststück mit dieser teuer zusammengekauften Mannschaft Meister zu werden. Die CL hat er trotz mehreren Anläufen und viel Geld trotzdem nicht gewinnen können, Klopp schon. Und wie Sie darauf kommen dass Everton ManUnited aus den ersten sechs verdrängen soll erschliesst sich mir nicht.
Kaffki 09.08.2019
5. 1. Es kommt alles....
anders als MAN denkt. Newcastele steigt nicht ab, dafür sind zu viele schwache vereine da. Zu beachten ist auf jeden Fall neben Everton auch Watford und die Wanderers.
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