Manchester City gegen Tottenham 30:3 Schüsse, trotzdem nicht gewonnen

Ein herausragender Kevin De Bruyne und etliche Chancen waren nicht genug: Manchester City hat einen Sieg gegen die Spurs verpasst. Für Emotionen sorgte ein aberkannter Treffer in der Nachspielzeit.

City-Trainer Pep Guardiola: Zum Haareraufen
Carl Recine / REUTERS

City-Trainer Pep Guardiola: Zum Haareraufen


Trotz großer Überlegenheit hat Manchester City einen Heimsieg gegen Tottenham Hotspur verpasst. Der Meister kam im Premier-League-Topspiel nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus. Raheem Sterling (20. Minute) und Sergio Agüero (35.) trafen für die Gastgeber, Erik Lamela (23.) und der eingewechselte Lucas Moura (56.) erzielten die Tore der Spurs, Lucas benötigte dabei nur 19 Sekunden für seinen Treffer.

Für City ist es nach saisonübergreifend 15 Partien in Folge das erste Ligaspiel ohne Sieg. Am Ende des Spiels hatte Manchester 30-mal aufs Tor geschossen, Tottenham nur dreimal.

Vor dem Anpfiff wärmten sich die City-Spieler in Trikots mit der Rückennummer 19 und dem Namen Sané auf. Ihr Mitspieler Leroy Sané hatte sich zu Beginn des Ligapokalspiels gegen den FC Liverpool eine schwere Knieverletzung zugezogen und wird vorerst ausfallen. Auf dem Platz schienen es seine Teamkollegen zunächst auch ohne Sané hinzubekommen.

De Bruyne sorgt für Highlights

Im Mittelpunkt stand lange Kevin De Bruyne, den Tottenham kaum zu verteidigen wusste. Das erste Highlight: Seine Torvorlage zum 1:0. Da flankte der 28-Jährige den Ball mit viel Effet und Wucht auf den zweiten Pfosten. Sterling kam dort zum Kopfball - die erste gute Gelegenheit bedeutete direkt die Führung für die Gastgeber.

Zwar gelang Tottenham der Ausgleich, als Zugang Tanguy Ndombele Lamela bediente, den Ilkay Gündogan in Richtung Strafraum laufen und schießen ließ. Manchesters Torhüter Ederson stand dabei schlecht und ließ den Ball passieren - ein Treffer aus dem Nichts (23.).

Die Gastgeber aber wirkten davon nur wenige Minuten beeindruckt. Gegen eine organisierte und eigentlich gut verteidigende Spurs-Mannschaft kam Manchester zu wenigen Chancen, die aber hatten es in sich. Dabei hatte City offenbar Tottenhams Außenverteidiger Danny Rose und Kyle Walker-Peters als Schwachstellen ausgemacht, die meisten Angriffe liefen über die Flügel.

Guardiola und Agüero im Disput

Nach einer langen Ballzirkulation gelangte der Ball rechtsaußen zu De Bruyne, der scharf und punktgenau den einlaufenden Agüero bediente, Tottenhams Torwart Hugo Lloris war machtlos (35.). Kurz darauf spielte erneut De Bruyne eine präzise Hereingabe auf Gündogan, der das 3:1 knapp verpasste (43.).

In der zweiten Hälfte nahm die Partie dann einen verblüffenden Verlauf. City gelang es, noch mehr Druck aufzubauen. Oleksandr Zinchenko (49.), De Bruyne (51.), Agüero (53.), Bernardo Silva (53., 61./Latte, 62.), Rodrigo (60.), Nicolás Otamendi (63.) - Manchester hatte fast im Minutentakt Chancen auf das dritte Tor. Doch ins Netz trafen nur die Spurs.

Der 19 Sekunden zuvor eingewechselte Lucas erzielte nach einem Eckball den Ausgleich, es war seine erste Ballberührung und Tottenhams zweiter Schuss im Spiel (56.).

Tottenhams Lucas Moura: Der 19-Sekunden-Joker
Shaun Botterill / Getty Images

Tottenhams Lucas Moura: Der 19-Sekunden-Joker

Guardiola brachte Gabriel Jesus für Agüero und lieferte sich anschließend mit dem Starstürmer einen Disput (65.), worüber, war nicht zu erkennen. Agüeros Ersatzmann verpasste unter anderem in der 79. Minute das mögliche 3:2. Den hohen Rhythmus aus der Anfangsphase der zweiten Hälfte hatten die Gastgeber da aber schon nicht mehr aufrecht erhalten können.

Dramatisch wurde es trotzdem noch. In der Nachspielzeit traf Gabriel Jesus zum vermeintlichen Siegtreffer, City jubelte ausgiebig - und wurde dann zurückgepfiffen. Der in dieser Saison eingeführte Videoschiedsrichter entschied auf Handspiel in der Torentstehung, tatsächlich hatte Aymeric Laporte den Ball mit dem Arm berührt, ehe sein Teamkollege ins Tor traf.

Damit wurden Erinnerungen an das vergangene Viertelfinale der Champions League wach. Damals schaltete Tottenham Manchester aus. Auch da feierte City kurz vor Schluss das sichergeglaubte Weiterkommen und schied dann doch noch aus, weil ein Treffer durch eine Korrektur des Videoschiedsrichters zurückgenommen wurde.

Manchester City - Tottenham Hotspur 2:2 (2:1)
1:0 Sterling (20.)
1:1 Lamela (23.)
2:1 Agüero (35.)
2:2 Lucas Moura (56.)
City: Ederson - Walker, Otamendi, Laporte, Zinchenko - De Bruyne, Rodri (David Silva, 78.), Gündogan - Bernardo Silva (Mahrez, 80.), Agüero (Gabriel Jesus, 65.), Sterling. Trainer: Guardiola
Tottenham: Lloris - Walker-Peters, Sánchez, Alderweireld, Rose - Sissoko, Winks (Lucas Moura, 56.), Lamela (Lo Celso, 85.), Ndombele, Eriksen (Skipp, 90.) - Kane. Trainer: Pochettino
Schiedsrichter: Michael Oliver
Gelbe Karten: Sterling / -

mon



insgesamt 4 Beiträge
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spadoni 18.08.2019
1. Pep Guardiola + Man City
Für Pepi und seine dubiose Mannschaft, sind sogar Tore die durch vorheriges Handspiel von City erzielt wurden, reguläre Tore. Selten so ein "Falschspieler" gesehen wie dieser Mann!
robbo88 18.08.2019
2. @spadoni
Dass ist schon echt traurig, sogar für einen Manu Fan... vor allem weil Manu mit Abstand am meisten Hilfe von den Refs bekommt (schlimmer als in der BL mit dem FC Bayern), das muss man nur googeln... ich mein ich versteh schon den Frust jetzt wo Manu nur noch eine Mittelklasse Mannschaft ist, ist sicherlich bitter, aber müssen Sie auf alle Man city Artikel irgend ein Schmarrn kommentieren, das bestätigt eigentlich nur wie irrelevant Manu geworden ist, oder nicht?
spadoni 18.08.2019
3. @robbo88
Na noch so ein Pepi Fan, wie? Was Manchester City angelangt, das ist kein "Schmarrn" sondern leider bittere Realität! Das hat auch nichts mit den Leistungen von United zu tun. Chelsea wurde wegen eines identischen Verstosses mit einer zweijährigen Spielsperre belegt. City bekam von der FIFA nur eine lächerliche Geldstrafe, welche die Ölscheichs lachend aus der Portokasse bezahlen. Die Strafe der UEFA gegen City, wegen anderer Verstösse, wie z.B. unter anderem, das financial fairplay, steht noch aus, wird aber wohl wieder nur auf eine Geldstrafe hinauslaufen. Man mag ja Fan sein, sollte trotzdem nicht die Augen vor der Realität verschliessen! Die bisher interessante PL darf nicht dadurch zerstört werden, dass sich eine Mannschaft über Jahre hinaus, mit viel Geld die Meisterschaft sichert. So wie in Frankreich der PSG.
spadoni 18.08.2019
4. Sorry
Chelsea wurde natürlich mit einer zweijährigen Spielerkaufsperre belegt und nicht mit einer Spielsperre.
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