London-Derby wegen Corona-Fällen abgesagt Rufe nach Unterbrechung der Premier League werden lauter

Das London-Derby zwischen Tottenham Hotspur und Fulham muss verlegt werden. Es ist bereits der dritte Corona-bedingte Spielausfall der Liga im Dezember. Kritik aus den Teams wird lauter – aber auch Sorgen um den Spielplan.
Tottenham-Trainer José Mourinho

Tottenham-Trainer José Mourinho

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Andrew Yates / dpa

Im englischen Fußball sorgt das Coronavirus für immer mehr Durcheinander. Am Mittwoch wurde auch das für den Abend geplante Premier-League-Spiel zwischen Tottenham Hotspur und dem FC Fulham abgesagt, zuvor waren bei Fulham mehrere Spieler und Betreuer positiv getestet worden. »Wir wünschen allen Betroffenen eine rasche und gute Genesung«, teilten die Spurs um Trainer José Mourinho mit. Ein neuer Termin soll noch gefunden werden.

Im Verlauf des Monats konnten zuvor bereits zwei Spiele nicht ausgetragen werden. Am Montag wurde die Begegnung von Ex-Meister Manchester City beim FC Everton abgesagt. Auch das Duell von Newcastle United und Aston Villa Anfang Dezember fand nicht statt.

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Angesichts von zuvor nie erreichten 18 neuen Corona-Fällen binnen einer Woche werden die Rufe nach einer Unterbrechung des Spielbetriebs lauter. »Ich mache mir große Sorgen um mich selbst und den Fußball im Allgemeinen. Wenn das getan werden muss, müssen wir es tun«, sagte Teammanager Sam Allardyce von West Bromwich Albion nach der 0:5-Heimpleite gegen Leeds United und fügte an: »Die Sicherheit aller ist wichtiger als alles andere.«

Besonders die in Großbritannien entdeckte Mutation des Coronavirus bereitet Sorgen. Im gesamten Land steigen die Zahlen. »Wenn ich mir die Nachrichten anhöre, überträgt sich das mutierte Virus schneller als das Originalvirus. Also können wir nur das Richtige tun, nämlich eine Unterbrechung des Stromkreises«, sagte Allardyce.

Zahlen steigen trotz »sehr strenger Protokolle«

Eine Zwangspause würde die Verantwortlichen allerdings in ein Terminchaos stürzen. Der überfüllte Kalender bietet kaum Ausweichmöglichkeiten. Viele Klubs sind zudem noch international in der Champions und Europa League im Einsatz. »Wann sollen wir die Spiele spielen?«, fragte daher Teammanager Ole Gunnar Solskjær von Rekordmeister Manchester United: »Wir alle wissen, dass dieses Jahr so schwierig ist, aber ich denke nicht, dass das Stoppen der Spiele eine große Veränderung bewirken wird.«

Insgesamt vermeldete die Premier League im Dezember jedoch schon 45 Corona-Fälle. Auch Teammanager Ralph Hasenhüttl vom FC Southampton befindet sich nach einem positiven Test in seinem Haushalt in Isolation. Der Ex-Trainer des Bundesligisten RB Leipzig verpasste daher das Spiel gegen West Ham United (0:0) am Dienstagabend.

Die Zahlen steigen trotz »sehr strenger Protokolle«, wie Burnley-Teammanager Sean Dyche feststellte. Das Problem: »Die Spieler haben ihr Leben. Sie haben Familien, und uns wird gesagt, dass das Virus überall ist, sodass wir nur innerhalb der Richtlinien bleiben können.« Ebenso wie Allardyce kann er sich aber auch eine Unterbrechung des Spielbetriebs vorstellen: »Wenn die Zahlen weiter steigen, müssen wir uns darum kümmern.«

ara/sid
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