Pressestimmen "Deutschland, Du Langweiler"

Die Meinung der internationalen Presse nach dem Sieg der deutschen Mannschaft im WM-Achtelfinale gegen Paraguay ist zwiespältig. Der Erfolg des effizienten Völler-Teams wird zwar gewürdigt, gleichzeitig aber die spielerisch schwache Vorstellung der DFB-Auswahl kritisiert.


ITALIEN

Gazzetta dello Sport:

"Zynisches Deutschland schickt Maldini senior nach Hause. Deutschland in italienischer Sauce. Matchwinner Oliver Neuville mit italienischer Mutter. Hartnäckigkeit und Charakter machen die Völler-Elf zum heißen Titelfavoriten. Maldini wird beschuldigt, Paraguays Mannschaft vernichtet zu haben."

Tuttosport: "Neuville sorgt für Gerechtigkeit. Deutsche dominieren und schaffen spät das verdiente Tor. Maldini beendet internationale Karriere mit einer Niederlage und kehrt zum AC Mailand zurück."

Corriere dello Sport: "Ein Italiener vernichtet Maldini. Neuville schickt Paraguay mit einem außergewöhnlichen Tor nach Hause. Ein Italiener wird von einem Landsmann gedemütigt. Neuville hat die deutschen Probleme mit einem phantastischen Treffer gelöst, der Maldinis Hoffnung zerstört."


SPANIEN

As: "Deutschland, Du Langweiler. Aber so sind sie nun einmal. Die deutschen Panzer kamen diesmal kaum am paraguayischen Bus vorbei."

Marca: "Man weiß es schon: Im Fußball gewinnt fast immer Deutschland. Neuville rettet den Deutschen die Party."

Sport: "Deutschland wurschtelt sich mit Glück und Neuville ins Viertelfinale."


ENGLAND

Sunday Telegraph: "Typisch deutsch. Eine mäßige Vorstellung, aber ein Tor zur rechten Zeit."

The Observer: "Ein Tor im richtigen Moment durch Neuville reichte den glanzlosen deutschen Minimalisten zum Einzug ins Achtelfinale."

Sunday Times: "Neuville schockt Paraguay in einer blamablen Vorstellung der deutschen Mannschaft."

Sunday Mirror: "Jeder hätte auf ein Elfmeterschießen gewettet, bevor Neuville das schwache Völler-Team in einer niveaulosen Partie erlöste."


FRANKREICH

Le Parisien: "Die Deutschen haben sich - ohne zu glänzen, aber auch ohne zu zittern - gegen eine zu sehr limitierte paraguayische Mannschaft ins Viertelfinale eingeladen. Die Zuschauer in Seogwipo haben nicht viel zwischen die Zähne bekommen. Der fehlende deutsche Spielwitz und die ultra-defensive Taktik der Mannschaftskollegen von Keeper Chilavert haben zu einer zähen Partie mit viel Mittelfeld-Geplänkel geführt."

L'Equipe: "Ein armseliges Spiel, in dem Deutschland eine Spur frischer wirkte. Diese Begegnung gehört zu den größten Nullnummern unter den Achtelfinalspielen der WM-Geschichte."

Journal du Dimanche: "Man ist immer wieder über das Ende einer Geschichte überrascht. Nach einem ziemlich unsäglichen Spiel hat Deutschland durch den einzigen Geistesblitz in der Partie die Qualifikation geschafft."


JAPAN

Japan Times: "Deutschland nach sturer Auseinandersetzung weiter. Manche Spiele vergehen wie im Flug, dieses gehörte nicht dazu. Es war eine schwache Partie, ohne Unterhaltungswert und enttäuschend für die Zuschauer, die von Deutschland als ehemaligem Weltmeister mehr erwartet hatten."

Yomiuri Shimbun: "Deutschland zog als erstes Team ins Viertelfinale ein: höchst effektiv, aber stumpfsinnig. Es hat der WM eine spezielle Ausstrahlung nach Südkorea mitgebracht."

Mainichi Daily: "Es war ein miserables, enttäuschendes Spiel. Den Deutschen sei Dank, dass sie ihm kurz vor der Verlängerung ein Ende machten. Einziger Höhepunkt bis dahin war das Freistoßduell zwischen den Torhütern Chilavert und Kahn - auch das missglückte."



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