Spanischer Fußball-Gipfel Atléticos Abwehr stoppt Barças Supersturm

In der spanischen Primera División haben Atlético Madrid und Barcelona im Duell um die Tabellenspitze unentschieden gespielt. Die Gastgeber beeindruckten mit ihrer Defensive - und ließen Barças Offensivstars nicht ins Spiel kommen.

Atléticos Juanfran (r): Starke Defensivleistung gegen Messi und Co.
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Atléticos Juanfran (r): Starke Defensivleistung gegen Messi und Co.

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Hamburg - Mit einer herausragenden Defensivleistung hat sich Atlético Madrid im Spitzenspiel der spanischen Primera División ein Remis gegen Barcelona erarbeitet. Im Duell um die Tabellenführung trennten sich beide Clubs 0:0 und bleiben mit jeweils 50 Punkten an der Spitze.

Dem FC Barcelona, bei dem die beiden angeschlagenen Superstars Lionel Messi und Neymar zunächst auf der Bank saßen, war der Respekt vor den Gastgebern anzumerken. Barça versuchte vor allem in der ersten Halbzeit, allzu anspruchsvolle Pässe und das damit verbundene Risiko des Ballverlustes, zu verhindern - schließlich gehört gerade das schnelle Umschalten auf Angriff zu den Spezialitäten Atléticos. Doch auch die Madrilenen fürchteten Fehler; nach Balleroberungen schalteten sich ungewohnt weniger Spieler in Offensivspielzüge ein.

Barça kontrolliert den Ball, Atlético den Raum

Atléticos andere Spezialität, das Spiel gegen den Ball, prägte die Partie umso mehr: Entweder presste die Mannschaft von Trainer Diego Simeone Barcelonas Akteure früh in deren Hälfte, um so einen geordneten Aufbau zu unterbinden. Oder Atlético formierte sich mit elf Mann in einer rund 30x30 Meter großen Zone vor dem eigenen Strafraum und versperrte den Katalanen damit das Zentrum. Barcelona kontrollierte zwar den Ballbesitz - zwischenzeitlich kam man auf rund 70 Prozent -, doch Atlético kontrollierte den Raum. Dabei halfen vor allem die beiden Angreifer mit: Starstürmer Diego Costa und David Villa halfen unablässig im Mittelfeld aus, die Gäste taten sich entsprechend schwer.

Das Spiel, das aus diesem Zusammenprall unterschiedlicher Philosophien resultierte, dürfte den meisten Zuschauern kaum gefallen haben. So gab es nur eine echte Torchance in der ersten Halbzeit, als Atléticos Costa nach einem Eckball, den Miranda verlängerte, aus kurzer Distanz das Tor verpasste (28. Minute).

Messi und Neymar bleiben wirkungslos

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich daran wenig - obwohl Messi (für den angeschlagenen Andrés Iniesta/46.) und später auch Neymar (67.) eingewechselt wurden. An Atléticos perfekt abgestimmten Defensivblock kam Barça dennoch nicht vorbei. Stattdessen erspielten sich die Gastgeber eine gute Chance auf das 1:0, doch wiederum Costa vergab nach Vorarbeit von Arda Turan (60.).

Messi, der vergangenen Donnerstag sein Comeback nach achtwöchiger Verletzungspause feierte, fand erst spät ins Spiel; in der Schlussphase scheiterte er am Madrider Torwart Thibaut Courtois (80.). Es war Barcelonas einzige herausgespielte Gelegenheit der Partie.

Profitieren könnte von dem Remis Real Madrid, das mit einem Sieg am Sonntag bei Espanyol Barcelona (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) bis auf drei Punkte an das Spitzenduo heranrücken kann.

insgesamt 3 Beiträge
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phil10 11.01.2014
1. Nicht ganz!
Das Spiel wird nicht wirklich gut zusammengefasst, da Messi, zwar erst in den letzten minuten, sehr gut gespielt hat und offensiv für einiges an Aufregung gesorgt hat.
claudio.sozzani 12.01.2014
2. Gekonnt...
"Oder Atlético formierte sich mit elf Mann in einer rund 30x30 Meter großen Zone vor dem eigenen Strafraum." ...da haben die doch glatt ein neues Defensiv-System entwickelt: mit dem eigenen Torwart vor der Abwehr!
TheDjemba 12.01.2014
3. Von
Diego Costa ist man es ja gewohnt, dass er rackert wie ein Verrückter, aber das sogar David Villa defensiv mitgearbeitet hat, das war schon bemerkenswert. Simeone hat es geschafft, eine Mannschaft zu formen, die nicht nur mit Real und Barca mithalten kann. Der Pokalsieg gegen Real aus der letzten Saison und die Leistungen in dieser Saison haben gezeigt, dass es augenblicklich nicht mehr nur die zwei Großen in Spanien gibt. Die Spürnase für Topstürmer hat Atletico allemal (Torres, Agüero, Forlan, Falcao und jetzt Costa), sodass ein möglicher Abgang Costas kein Hindernis für den langfristigen Erfolg sein sollte.
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