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18. Juni 2007, 08:28 Uhr

Primera División

Ausschreitungen überschatten Real Madrids Titelfeier

Nach vier Jahren konnten Real Madrids Fans endlich wieder über den Titel ihres Clubs jubeln, einige von ihnen führten sich jedoch als Chaoten auf. Zuvor hatte Real Meister Barcelona entthront - und dabei lange wie der Verlierer ausgesehen. Beim katalanischen Erzrivalen herrschte Trauer.

Madrid - Bei den Feierlichkeiten zu Real Madrids 30. Meistertitel kam es in der Nacht zu schweren Ausschreitungen. Randalierende Anhänger des neuen Titelträgers griffen laut Radioberichten die Polizei mit Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Die Beamten hätten im Gegenzug Gummigeschosse eingesetzt, hieß es weiter. Insgesamt wurden nach Medienangaben etwa 100 Menschen verletzt, 22 seien ins Krankenhaus gebracht worden. Etwa ein Dutzend Randalierer seien festgenommen worden.

Der Großteil der 200.000 Fans verhielt sich jedoch friedlich, als sie den ersten Titel seit vier Jahren mit den Profis von Real Madrid feierten. Real hatte zuvor am letzten Spieltag trotz eines 0:1-Rückstandes den RCD Mallorca noch 3:1 gewonnen und sich dank des besseren direkten Vergleichs den Titel vor dem punktgleichen Erzrivalen FC Barcelona gesichert, der beim Schlusslicht Gimnastic de Tarragona 5:1 (3:0) gewann. Für die Madrilenen ist es der 30. Titel in der Primera División. Der Tabellendritte FC Sevilla verspielte seine ohnehin nur vagen Titelhoffnungen durch eine 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Real Villareal.

Ideenloses Starensemble

80.000 Zuschauer im Estadio Santiago Bernabeu, darunter zahlreiche Prominente wie Hollywood-Schauspieler Tom Cruise und Tennis-Star Rafael Nadal, mussten lange zittern, ehe der erste Titelgewinn seit 2003 unter Dach und Fach war. Nach dem frühen Rückstand durch Varela (17.) agierte das Starensemble von Fabio Capello lange Zeit kopf- und ideenlos. Vom zuletzt so überragenden David Beckham, der vor seinem Abschied nach Los Angeles Galaxy doch noch einen Titel mit Real holte, war überhaupt nichts zu sehen.

Erst nach der Auswechslung Beckhams in der 67. Minute kam die Wende: Der für den Engländer eingewechselte Jose Antonio Reyes wurde mit zwei Toren zum Matchwinner der Madrilenen. Er erzielte eine Minute nach seiner Einwechslung den ersehnten 1:1-Ausgleich. Mahamadou Diarra (80.) und erneut Reyes (83.) machten den Erfolg für die Mannschaft von Trainer Fabio Capello perfekt.

Odonkor und Betis gerettet

Zuvor durfte sich Barcelona 63 Minuten als Meister fühlen. Zweimal Lionel Messi (35. und 51.), Carles Puyol (20.), Ronaldinho (38.) und Gianluca Zambrotta (90.) machten beim Absteiger schnell alles klar. Am Ende blieb der Sieg aber wertlos.

Der deutsche Nationalspieler David Odonkor schaffte mit seinem Club Betis Sevilla noch den Klassenverbleib. Betis (40 Punkte) sicherte sich durch ein 2:0 bei Racing Santander die Zugehörigkeit zur Primera División. Mit einem Doppelpack war der Brasilianer Edu Sevillas entscheidender Spieler. Durch ein 2:0 gegen UD Levante bleibt auch Athletic Bilbao (40) erstklassig.

Dagegen müssen nach einem spannenden Fern-Vierkampf Celta Vigo (39) trotz des 2:1 gegen FC Getafe und Real Sociedad San Sebastian (35) nach dem 3:3 beim FC Valencia den Gang in die 2. Liga antreten. Gimnàstic Tarragona stand vorzeitig als erster Absteiger fest.

pav/dpa

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