Provokationen gegen Rostock St.-Pauli-Offizielle verärgert über Nakis Aussetzer

Vor dem brisanten Spiel gegen Hansa Rostock hatte St.-Pauli-Trainer Holger Stanislawski sein Team zur Besonnenheit ermahnt - Stürmer Deniz Naki ließ sich trotzdem zu einem provokanten Torjubel hinreißen. Dafür bestrafte ihn der Club bereits, auch vom DFB droht Ärger.
St. Paulis Naki (gegen 1860 München): Rüde Geste Richtung im Rostock-Spiel

St. Paulis Naki (gegen 1860 München): Rüde Geste Richtung im Rostock-Spiel

Foto: dpa

Hamburg - Mit seiner umstrittenen Geste beim Auswärtssieg in Rostock verärgerte St.-Pauli-Stürmer Deniz Naki nicht nur die Hansa-Anhänger, sondern auch die Offiziellen seines eigenen Clubs. "Es gab ein Briefing vor der Partie", sagte St. Paulis Team-Manager Christian Bönig auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. "Das Trainerteam hatte die Spieler aufgefordert, professionell zu handeln und kühlen Kopf zu bewahren."

Dennoch ließ sich der 20-Jährige zu der kontroversen Aktion hinreißen. "Er ist ein heißblütiger Spieler, ihm war die Tragweite seines Handelns nicht bewusst. Das war eine ganz dumme Aktion von ihm. Er muss einsehen, dass er einen Riesenfehler gemacht hat", so Bönig.

Naki wird vorgeworfen, nach seinem Treffer zum 2:0-Endstand in der 84. Minute in Richtung der Rostocker Fans mit der rechten Hand das Abschneiden des Halses angedeutet zu haben. Nun droht ihm für seine Geste eine Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Kontrollausschuss des Verbandes leitete gegen den Stürmer ein Ermittlungsverfahren ein.

Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sagte dem DFB-Kontrollausschuss, er habe diese Geste nicht gesehen. Deshalb ermittelt der Ausschuss, der Naki zu einer zeitnahen Stellungnahme aufforderte, nun nachträglich.

Naki entschuldigt sich bei Fans und Verein

In einer Pressemitteilung des FC St. Pauli entschuldigte sich Naki am Dienstagnachmittag: "Was ich da getan habe, war dumm. Es war unsportlich, respektlos und unangemessen. Mit mir sind die Emotionen durchgegangen. Ich war mir der Tragweite der Geste überhaupt nicht bewusst", so Naki. "Ich möchte mich in aller Deutlichkeit bei den Fans und dem Verein F. C. Hansa Rostock entschuldigen."

Der Verein hat Naki inzwischen bestraft. "Die Geldstrafe wird weh tun", kündigte Team-Manager Bönig an. Die bislang nicht bekannte Summe werde Naki einer Organisation spenden, die Gewaltopfern hilft, sagte Bönig. "Man muss sich auch einmal nach innen freuen und nicht noch provozieren", riet St. Paulis Torwart Mathias Hain, mit 36 Jahren erfahrenster Spieler im Kader der Hamburger.

St.-Pauli-Fahne in den Rasen gerammt

Bereits kurz nach dem Spiel hatte St. Paulis Trainer Stanislawski Konsequenzen für Naki angekündigt, der nach dem Schlusspfiff zum Zeichen des Triumphs auch noch eine St.-Pauli-Fahne in den Rasen gerammt hatte. "So etwas geht gar nicht. Er ist ein junger Spieler, aber das muss er noch lernen. Ansonsten bekommt er mit mir Probleme", so Stanislawski.

jok/sid
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