Prozess in Neuruppin Asamoah-Beleidigung war keine Volksverhetzung

"Du bist nicht Deutschland": Die Männer, die Schmähplakate gegen Gerald Asamoah verbreiteten, werden im Revisionsprozess freigesprochen. Wegen eines anderen Flugblattes erhalten sie jedoch eine Bewährungsstrafe


Gerald Asamoah (vorne): Das Plakat "Du bist Deutschland" ist keine Volksverhetzung
REUTERS

Gerald Asamoah (vorne): Das Plakat "Du bist Deutschland" ist keine Volksverhetzung

Die drei Männer, die den Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah auf einem Plakat verunglimpft haben, gehen straffrei aus. Der Tatbestand der Volksverhetzung sei nicht erfüllt, urteilte das Neuruppiner Landgerichtes. Das Flugblatt mit der Aufschrift "Nein, Gerald, Du bist nicht Deutschland" war zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verteilt worden. Nach Ansicht der Richter stelle das Plakat keinen Aufruf zum Hass gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe dar. Es richte sich vielmehr allgemein gegen eine multikulturelle Gesellschaft. Eine Verurteilung wegen "Beleidigung" wäre hingegen nach Ansicht der Kammer möglich, jedoch hatte der Spieler zu spät Anzeige erstattet.

In einem ersten Prozess gegen die drei Männer im Alter von 25 bis 41 Jahren hatte das Amtsgericht im brandenburgischen Perleberg zwei der Angeklagten im Dezember 2006 wegen des Asamoah-Plakats zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und zwei Monaten beziehungsweise einem Jahr verurteilt. Dagegen waren die Angeklagten in Revision gegangen.

Ein zweites Flugblatt wertete die Neuruppiner Kammer nun hingegen als "antisemitische Hetzschrift übler Art", deshalb erhielten zwei der beschuldigten Männer - beide frühere Mitglieder des verbotenen rechtsextremistischen Schutzbundes Deutschland - acht Monate auf Bewährung. Ein dritter Beschuldigter muss hingegen eine Geldstrafe zahlen.

ruf



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