Psychologische Betreuung in der Bundesliga "Die Klubs kommen ihrer Fürsorgepflicht nicht nach"

Nur fünf Bundesligaklubs haben einen Psychologen für ihre Profiteams fest angestellt. Das hat eine ARD-Umfrage ergeben. Die Spielergewerkschaft VdV beklagt die Entscheidungen der Vereine.

Psychologische Hilfe wird längst nicht bei allen Fußballklubs geleistet
Stuart Franklin/ Getty Images

Psychologische Hilfe wird längst nicht bei allen Fußballklubs geleistet


Zehn Jahre nach dem Suizid von Nationaltorwart Robert Enke hält die Spielergewerkschaft VdV die sportpsychologische Betreuung im deutschen Profifußball noch immer für ungenügend. Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler verweist dabei auf eine eigene Befragung von Spielern aus der 1. und 2. Bundesliga sowie der 3. Liga.

Demnach bietet laut VdV der Großteil der Vereine den Profis keine sportpsychologische Betreuung an. Diese Einschätzung wird auch von einer Umfrage gestützt, die die ARD unter den 56 Vereinen der drei Profiligen durchgeführt hat: Nur sieben Klubs gaben demnach an, dass sie für ihre Profi-Teams Psychologen fest angestellt haben.

Diese sind: Die Bundesligisten RB Leipzig, 1899 Hoffenheim, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und Mainz 05, der 1. FC Nürnberg aus der 2. Bundesliga und Drittligist Eintracht Braunschweig.

Zehnter Todestag von Nationaltorwart Robert Enke

"Die Klubs kommen somit ihrer Fürsorgepflicht nicht nach. Und erkennen auch nicht den Mehrwert einer professionellen sportpsychologischen Betreuung", sagte VdV-Geschäftsführer UIf Baranowsky der ARD. "Denn wenn ein Spieler seelisch gesund und sportpsychologisch geschult ist, kann er auch bessere Leistungen abrufen."

Robert Enke hatte sich am 10. November 2009 im Alter von 32 Jahren das Leben genommen. Er litt unter Depressionen. Seine Witwe Teresa Enke leitet die 2010 gegründete Robert-Enke-Stiftung, die sich um Aufklärung und Enttabuisierung der Krankheit bemüht.

bka/dpa



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