Fünf Spiele Sperre FA bestraft Anelka wegen Quenelle-Gruß

Linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm - mit dieser umstrittenen Geste hatte Nicolas Anelka für einen Skandal gesorgt. Der englische Fußballverband hat den Stürmer nun mit mehreren Strafen belegt. Anelkas Club reagierte - und suspendierte den Franzosen.

Anelka beim Quenelle-Gruß: Fünf Spiele Sperre
AFP

Anelka beim Quenelle-Gruß: Fünf Spiele Sperre


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der französische Fußball-Profi Nicolas Anelka ist vom englischen Fußballverband wegen eines umstrittenen Torjubels bestraft worden. Weil der 34-Jährige vom Premier League-Club West Bromwich Albion nach einem Treffer gegen West Ham United im vergangenen Dezember den sogenannten Quenelle-Gruß gezeigt hatte, muss der Profi nun eine Fünf-Spiele-Sperre absitzen und zudem eine Strafe in Höhe von 80.000 Pfund (rund 97.000 Euro) zahlen. Darüber hinaus trägt Anelka die Kosten des Verfahrens und muss zusätzlich eine Schulungsmaßnahme absolvieren. Der Franzose hat noch das Recht, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Noch am Abend teilte West Bromwich mit, dass Anelka bis zum endgültigen Abschluss des Verfahrens und einer internen Untersuchung vorläufig suspendiert werde. "Der Club nimmt zur Kenntnis, dass die FA festgestellt hat, dass Nicolas Anelka kein Antisemit ist. Dennoch kann der Verein den Schaden, den das Vergehen angerichtet hat, nicht ignorieren", hieß es in einem offiziellen Statement.

Der Gruß - linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm - erinnert an den Hitler-Gruß und wird mit Antisemitismus in Verbindung gebracht. Anelka hatte den Vorwurf in sozialen Netzwerken zurückgewiesen und erklärt, der Gruß sei lediglich einem Freund, dem französischen Komiker Dieudonné, gewidmet gewesen. Dieudonné ist in Frankreich wegen antisemitischer Äußerungen umstritten und wurde bereits mehrfach zu Geldstrafen verurteilt.

Die Aktion hat nicht nur Folgen für Anelka, auch sein Club West Bromwich wird für den Gruß bestraft: Der Trikotsponsor des Vereins hatte bereits erklärt, den auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Bislang soll der Deal dem Verein jährlich 3,6 Millionen Euro gebracht haben.

tpr/mon/sid

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