Radikaler Sparkurs VfB Stuttgart streicht die Siegprämien

Weil der Schuldenberg so hoch ist und die Fernsehgelder nicht wie sonst fließen, hat der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart unpopuläre Sparmaßnahmen beschlossen. Bei Spielern und Trainers stößt das Vorgehen auf größtes Unverständnis.


VfB-Coach Felix Magath: "Gute Leistungen müssen belohnt werden"
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VfB-Coach Felix Magath: "Gute Leistungen müssen belohnt werden"

Stuttgart - Den Profis des finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart werden ab sofort sämtliche Siegprämien gestrichen. Damit reagiert der VfB, den zurzeit Schulden in Höhe von rund 20 Millionen Euro belasten, als erster Erstligist auf die geringeren TV-Einnahmen wegen der Kirch-Insolvenz. "Wir müssen 5,5 Millionen Euro aus der Kirch-Krise einsparen. Ich habe leider keine andere Wahl", rechtfertigte VfB-Manager Rolf Rüssmann die Maßnahme.

Bei den Spielern stößt die Sparmaßnahme knapp eine Woche vor dem Start in die 40. Bundesligasaison auf Unverständnis. "Die Spieler sollen Schuld sein, dass es dem Verein schlecht geht. Wir werden als Problem für den Verein dargestellt", erklärte Kapitän Zvonimir Soldo. Auch Trainer Felix Magath ist von den neuen Methoden wenig angetan. "Ich halte die Aktion für unglücklich. Gute Leistungen müssen belohnt werden", sagte Magath. In der vergangenen Spielzeit hatte jeder VfB-Akteur noch 3000 Euro pro Sieg erhalten.

Zusätzlich zu der beschlossenen Streichung der Siegprämien denkt Rüssmann weiterhin auch über einen zehnprozentigen Gehaltsverzicht nach. Zudem wurden die Vertragsgespräche mit Silvio Meißner, Jochen Seitz und Sean Dundee infolge der unsicheren wirtschaftlichen Situation gestoppt. "Es wird vorerst nicht mehr verhandelt", sagte Rüssmann angesichts der leeren Kassen.



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