Vorwürfe von Ex-Schiedsrichter Rafati Fandel erhält Unterstützung von DFB-Referees

Die schweren Anschuldigungen des ehemaligen Bundesliga-Referees Babak Rafati gegen die Führungsriege der deutschen Schiedsrichter haben unter namhaften Unparteiischen des DFB Unverständnis ausgelöst. Sie nehmen ihren Chef Herbert Fandel in Schutz.
Schiedsrichter-Boss Fandel: "Mit Kritik leben"

Schiedsrichter-Boss Fandel: "Mit Kritik leben"

Foto: dpa

Hamburg - Der vom früheren Unparteiischen Babak Rafati scharf kritisierte DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel hat von einem prominenten Referee-Quartett aus der Bundesliga Rückendeckung erhalten. Wolfgang Stark, Knut Kircher, Peter Gagelmann und Deniz Aytekin wiesen am Freitag auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Kritik an Fandel zurück.

"Die Kommission um Herbert Fandel pflegt einen offenen und respektvollen Umgang mit uns Schiedsrichtern", sagte Aytekin. "Ich persönlich habe nie verletzende Äußerungen durch ein Mitglied der Schiedsrichter-Kommission erfahren oder mitbekommen. Herbert Fandel ist ein guter Chef, der uns, wie die anderen Mitglieder der Kommission auch, fördert und fordert."

Stark, der zuletzt während des Relegationsskandals in Düsseldorf im Fokus gestanden hatte, sagte, dass er "jederzeit, vor allem auch in schwierigen Situationen, auf die volle Rückendeckung der Schiedsrichter-Kommission und besonders von Herbert Fandel bauen" könne. "Auch ich persönlich bin natürlich nie glücklich, wenn ich von Herrn Fandel für meine Schiedsrichter-Leistungen kritisiert werde, aber ich habe es zu akzeptieren und muss mit etwaigen Konsequenzen leben", sagte Stark.

Rafati hatte Fandel in einem "Stern"-Interview indirekt für seinen Suizidversuch vor knapp eineinhalb Jahren mitverantwortlich gemacht und die Vorwürfe in der ARD-Sendung "Beckmann" am Donnerstagabend noch einmal bekräftigt. Seine ehemaligen Kollegen können diese Anschuldigungen nicht nachvollziehen. "Ich persönlich kann sagen, dass gerade die Kritik, die jeder Unparteiische im Verlauf seiner Karriere ab und an bekommt, stets sehr sachlich und fundiert, vor allem aber kollegial und in einem persönlichen Gespräch übermittelt wird", sagte Kircher.

Nach seinem Suizidversuch am 19. November 2011 in einem Kölner Hotel hätte ihn niemand der DFB-Verantwortlichen unterstützt, sagte Rafati: "Das sind keine Vorwürfe. Sondern ich habe alles, was ich erlebt habe, im Detail beschrieben. Man hat mich systematisch gemobbt."

psk/dpa/sid
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