Bei Rassismus-Vorfällen Sterling fordert Punktabzüge und Geisterspiele

Neun Punkte Abzug und drei Geisterspiele: Deutlich drastischere Strafen wünscht sich Englands Nationalspieler Raheem Sterling bei rassistischen Vorfällen im Stadion. Die bisherigen Maßnahmen hält er für völlig unzureichend.

City-Star Raheem Sterling reicht es
Shaun Botterill Getty Images

City-Star Raheem Sterling reicht es


Der englische Fußballnationalspieler Raheem Sterling hat für empfindlichere Bestrafung der Klubs bei rassistischen Entgleisungen ihrer Fans geworben. Für den 24-Jährigen solle Rassismus gegen einen Spieler einen automatischen Abzug von neun Punkten für den beteiligten Klub sowie drei Geisterspiele nach sich ziehen. Das bisherige System mit Geldstrafen sei nur eine unzureichende Abschreckung.

"Es klingt vielleicht hart, aber welcher Fan würden riskieren, dass seine Mannschaft wegen rassistischer Äußerungen absteigen oder vielleicht sogar den Titel verspielen würde?", wird Sterling in der britischen Tageszeitung "The Times" zitiert. "Das Rassismusproblem im Fußball ist so schlimm, sitzt so tief und ist weit davon entfernt, gelöst zu werden."

Der gebürtige Jamaikaner Sterling war in Vergangenheit sowohl im Trikot seines Klubs Manchester City als auch in der Nationalmannschaft Opfer rassistischer Beleidigungen geworden. Beim EM-Qualifikationsspiel in Montenegro (5:1) im März habe sich Sterling nach den Angriffen gegen Mitspieler Danny Rose deswegen zuletzt demonstrativ die Ohren zugehalten.

aha/sid



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mr.brand82 23.04.2019
1. Schade, dass er Recht hat...
wir sollten als Gesellschaft bereits so weit sein, dass solche Maßnahmen nicht nötig sein sollten...
kaischek 23.04.2019
2. Leider nicht so einfach
Begrüße ich sehr, ist aber leider nicht so einfach: Dann stellt sich der ManU Fan in blau-weiß in die ManCity Kurve und bringt lauthals Affenlaute hervor. Schon hat er dem Ligakonkurrenten nachhaltig geschadet und kann sich von seinen Kumpels dafür feiern lassen. Alternativ könnte - im Stadion kameraüberwacht - irgendein noch zu verschärfender Paragraph des Zivilrechts greifen.
njotha 23.04.2019
3. Signal an Spieler, Manager und Fans
ob 9 Punkte Abzug reichen, weiß ich nicht, aber sein Vorschlag ist praktikabel und sendet an die Spieler das Signal, dass sie geschützt werden, an die Manager, dass sie ihren Verein ruinieren, wenn sie nicht handeln - und an rassistische Fans, dass sie so dumm wie unerwünscht sind. Aber die FIFA wird das zu verhindern wissen.
barklug 23.04.2019
4. Da kann ich dem Mann nur Recht geben!
Ein zehnjähriges landesweites Stadionverbot für überführte Täter noch dazu!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.