Kein neuer Trainerjob Ralf Rangnick gründet Beraterfirma

Ralf Rangnick wird auf absehbare Zeit nicht mehr als Trainer oder Sportdirektor im Fußball arbeiten – er macht sich als Unternehmer selbstständig.
Ralf Rangnick kehrt erst einmal nicht auf die Trainerbank zurück

Ralf Rangnick kehrt erst einmal nicht auf die Trainerbank zurück

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Andreas Gebert/ REUTERS

Die TSG Hoffenheim und RB Leipzig führte Ralf Rangnick von der Regionalliga in die Bundesliga. Nun möchte er dieses »Clubbuilding« als Selbstständiger fortführen, als klassischer Berater sieht er sich aber nicht.

»Ich gründe eine GmbH, eine Fußballberatung, die auf vier Säulen basiert«, sagte der 63-Jährige in einem Interview der »Süddeutschen Zeitung« . Diese vier Bereiche würden das abbilden, was er in den vergangenen 15 Jahren bei RB Leipzig und bei der TSG 1899 Hoffenheim gemacht habe, sagte er.

Dabei gehe es seiner Aussage zufolge um »Clubbuilding« sowie um die Betreuung von Trainern, von Managern und Sportdirektoren sowie von Spielern. Dabei sei es nicht sein Ziel, eine große Agentur aufzubauen. »Mein Motto ist eher: klein, aber fein.«

Rangnick wolle kein Spieler- oder Trainerberater im herkömmlichen Sinne sein. »Es geht nicht darum, Karrieren in erster Linie kommerziell zu fördern. Es geht um inhaltliche Entwicklung, von Spielern, Trainern, Managern und Fachleuten. Im Fußball gibt es immer noch Spielraum für eine Aufwertung einzelner Berufszweige«, sagte er der Zeitung.

Lok Moskau als erster Kunde

Erster Kunde Rangnicks ist nach seinen Aussagen der russische Klub Lokomotive Moskau. »Der Klub hatte mich vor vier Monaten um eine sportliche Status-quo-Analyse gebeten. Die habe ich erstellt, und es gab dazu eine Präsentation in Moskau«, sagte er.

Nach der Gründung seiner neuen Firma will Rangnick nur noch in Ausnahmefällen als Trainer oder Sportdirektor in den Fußball zurückkehren. »Ich habe gerade das Gefühl: Mit dem Gesamtpaket an Rundumbetreuung, das wir künftig anbieten, kann ich dem Fußball etwas zurückgeben. Mich von dieser Aufgabe wieder wegzuholen – das müsste dann schon ein ganz besonderes Angebot sein«, sagte er.

Rangnick hatte jahrelang als Bundesligatrainer gearbeitet, ehe er 2006 zur TSG Hoffenheim wechselte und den Klub von der Regionalliga bis in die Bundesliga führte. Nicht nur als Kopf des Hoffenheimer Erfolgs gilt Rangnick, ab 2012 begleitete er zudem den Aufstieg von RB Leipzig aus der Regionalliga zum Champions-League-Teilnehmer in verschiedenen Funktionen.

2020 lief Rangnicks Vertrag aus, daraufhin liebäugelte er mit einem Engagement bei seinem Ex-Klub Schalke 04, verzichtete aber dann darauf.

hba/dpa
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