Randale in Frankfurt Eintracht droht ein Geisterspiel

Nach der Platzstürmung von Fans im Spiel gegen Köln hat der Deutsche Fußball-Bund ein Ermittlungsverfahren gegen Eintracht Frankfurt eingeleitet - nun droht dem abstiegsgefährdeten Club ein Geisterspiel. Präsident Peter Fischer sorgte mit Dortmund-feindlichen Parolen für Aufsehen.


Hamburg - Die Krawalle der Eintracht-Anhänger im Spiel gegen den 1. FC Köln könnte hart bestraft werden: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren gegen Frankfurt eingeleitet. Bei der 0:2-Pleite hatten rund 150 Fans nach der Partie den Platz gestürmt, Werbebanden und unter anderem eine 600.000 Euro teure Kamera zerstört. Insgesamt mussten zehn verletzte Personen behandelt werden.

Frankfurt muss nun vor dem DFB-Sportgericht zu den Ausschreitungen Stellung nehmen, mit einem Urteil ist frühestens in der zweiten Wochenhälfte zu rechnen. Dem Verein droht eine hohe Geldstrafe sowie mindestens ein Spiel ohne Zuschauer.

Es war nicht die erste Ausschreitung der Frankfurt-Anhänger in der laufenden Saison: Beim Rückspiel gegen Kaiserslautern verletzten sie in der Pfalz einen Polizisten, vor dem Spiel gegen Leverkusen hatten sie einen Fan-Club des Erzrivalen Kickers Offenbach in einer Kneipe überfallen. Auch nach dem Spiel gegen Mainz lieferten sich wütende Fans Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Nach der Partie gegen Köln sorgte Eintracht-Präsident Peter Fischer für zusätzlichen Ärger: Angesichts des kommenden Spiels in Dortmund hatte er den Ultras via Megafon "Dann schlagen wir halt den Scheiß-BVB" zugerufen. "Das ist eine Unverschämtheit. Damit wird alles weiter angeheizt. Wenn das der neue Stil von Eintracht Frankfurt ist, dann gute Nacht", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Für Energie Cottbus ist eine hohes Bußgeld bereits Realität. Das Sportgericht des DFB hat den Zweitligisten zu einer Geldstrafe von 22.500 Euro verurteilt - historischer Rekord im Verein.

In der Partie gegen FC Erzgebirge Aue waren Mitte April im Cottbuser Zuschauerblock mehrere Knallkörper gezündet worden, Leuchtkugeln flogen Richtung Spielfeldrand. Das Spiel musste fast zehn Minuten unterbrochen werden.

ska/dpa/sid

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