kicker.tv

Erkrankter Eintracht-Profi Russ Nürnbergs Torwart Schäfer sorgt für Eklat - und entschuldigt sich

Nach dem Relegationshinspiel in Frankfurt hat Nürnbergs Torwart für Aufregung gesorgt: Er stellte die Schwere der Krebserkrankung des Eintracht-Profis Russ infrage. Nun sagt Schäfer selbst: "Meine Worte waren dumm."

Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer hat nach dem Relegationshinspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem Club (1:1) für einen Eklat gesorgt. Der 37-Jährige stellte die Schwere der Krebserkrankung von Marco Russ infrage.

"Ich glaube, wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen", sagte Schäfer nach der Partie bei Sky: "Von dem her war das schon eine sehr komische Meldung genau heute vor dem Spiel."

Einige Stunden vor dem Anpfiff des Relegationshinspiels war bekannt geworden, dass Russ an einer schweren Tumorerkrankung leidet. Der 30-Jährige stand trotzdem in der Startelf. Er sorgte mit einem Eigentor für die Führung der Nürnberger.

Noch in der Nacht zu Freitag ruderte Schäfer zurück: "Meine Worte waren dumm, dafür kann ich mich nur aufrichtig entschuldigen", heißt es in einer Mitteilung des Vereins . "Ich habe mich voreilig geäußert, ohne Bescheid zu wissen. So etwas darf mir nicht passieren, das ist absolut nicht in Ordnung." Er wünsche Russ das Allerbeste und sei sicher, dass er wieder gesund werde.

"Das ist eine Lüge"

Nürnbergs Trainer René Weiler hatte zunächst kritisiert, wie der Bundesligist am Spieltag mit dem Krankheitsfall von Russ umgegangen ist: "Der Fußball darf nicht für irgendwelche Inszenierungen herhalten." Dem widersprach sein Frankfurter Trainerkollege Nico Kovac vehement: "Krankheiten kann man nicht inszenieren - Krankheiten kommen." Später revidierte Weiler seine Aussage .

Aufgefallen war die Erkrankung nur, weil Russ am 30. April nach dem Derbysieg bei Darmstadt 98 eine Dopingprobe abgeben musste. Deren Untersuchung ergab "einen auffällig erhöhten Wert des Wachstumshormons HCG" in seinem Körper, teilte die Eintracht mit.

Kovac kritisierte in dem Fall die Staatsanwaltschaft. Es sei unbenommen deren Pflicht, nach der Kenntnisnahme eines möglichen Dopingfalles zu ermitteln. "Nur: Dann bekommt man vom Arzt eine Bestätigung, dass Russ erkrankt ist, und trotzdem kommt immer noch jemand und sagt, ich glaube dem nicht. Und dann wird auch noch erklärt, der Befund des Arztes sei nicht da gewesen. Das ist eine Lüge, das ist nicht die Wahrheit", sagte der Eintracht-Trainer.

Auch die Anti-Doping-Agentur NADA nahm sich Kovac vor: "Ich finde es merkwürdig, dass es mit den Ergebnissen drei Wochen dauert und diese dann vor einem so wichtigen Spiel veröffentlicht werden", sagte Kovac. "Ich halte das, salopp gesagt, für schlecht. Das ist nicht gut gelaufen."

jan/aar/dpa