Rasenprobleme Fifa verschiebt erstes WM-Spiel in Berlin

Noch sind es mehr als acht Monate bis zur WM 2006 in Deutschland, doch der Spielplan muss bereits geändert werden. Der Fußball-Weltverband Fifa reagierte mit der Entscheidung auf die anhaltenden Diskussionen um die Rasenqualität im Berliner Olympiastadion.


Hamburg - Insgesamt wurden drei Terminverschiebungen vorgenommen. So wird die WM-Eröffnungsparty "Fifa-World-Cup-Gala" nicht wie geplant am 8., sondern bereits am 7. Juni 2006 in Berlin stattfinden. Gleichzeitig wurde das erste Gruppenspiel in der Hauptstadt vom 12. auf den 13. Juni verlegt. Um keinen Verzug im Zeitplan zu erhalten, findet die für den 13. Juni in Kaiserslautern geplante Partie nun bereits am 12. Juni statt. Die Mannschaften stehen nicht fest, da die WM-Qualifikation noch läuft, die Auslosung ist am 9. Dezember in Leipzig.

Streitpunkt Rasen: Angst um die Reputation
DDP

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"Mit dieser Lösung gewinnen wir zwei Tage zwischen der Gala und dem ersten Spiel in Berlin. Damit hoffen wir, die Rasenprobleme in den Griff zu bekommen", sagte Fifa-Sprecher Nicolas Maingot. WM-OK-Vize Wolfgang Niersbach hatte zuvor bestätigt, dass der Rasen Schwierigkeiten bereite: "Natürlich beschäftigen wir uns mit der Rasenthematik. Ein gewisses Risiko ist vorhanden, weil der Zeitraum zwischen der Gala und dem ersten Spiel sehr kurz ist."

Der Sprecher des WM-Organisationskomitees, Gerd Graus, sieht jedoch keinerlei organisatorische Probleme durch die Verlegungen. "Die beiden Spiele wurden nur getauscht. Da es noch keine zeitlichen Planungen für die jeweiligen Tage gibt, müssen wir auch nichts umstellen. Auch die Vorbereitungen auf die Gala sind noch nicht so weit fortgeschritten, als dass wir nun alles umplanen müssten", sagte Graus.

Das Problem war entstanden, nachdem der Rasenexperte Thomas Büchner bemängelt hatte, dass die Zeitspanne zwischen der Gala und dem ersten Spiel für die Neu-Verlegung zu knapp bemessen sei. Der Rasen werde nach der Belastung durch die Eröffnungsgala mit 7000 Laiendarstellern vermutlich zerstört sein. Laut der ursprünglichen Terminplanung hätten nur 16 Stunden zur Verfügung gestanden, um die Grasbahnen auszutauschen.

In Kaiserslautern wird demnächst ein anderer Ernstfall geprobt. Zur Vorbereitung auf die WM wollen Rettungskräfte am 8. Oktober im Fritz-Walter-Stadion den Einsatz bei einer Explosion üben. Bei der ersten Großübung der Einsatzkräfte werde davon ausgegangen, dass es auf dem obersten Rang der Osttribüne zu einer Explosion mit Rauchentwicklung komme, teilte die Stadtverwaltung heute mit. An dem Einsatz sind neben Feuerwehr und Polizei auch der Katastrophenschutz sowie Rettungs- und Sanitätsdienste beteiligt.



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