Rassismus Drei Jahre Haft für Mihajlovic?

Weil er Frankreichs Nationalspieler Patrick Vieira als "schwarzen Affen" beschimpft hat, muss der für Lazio Rom spielende Sinisa Mihajlovic mit einer Freiheitsstrafe rechnen.


Skandal-Fußballer: Sinisa Mihajlovic
AP

Skandal-Fußballer: Sinisa Mihajlovic

Rom - Die Staatsanwaltschaft in Rom hat jetzt ein Strafverfahren gegen den Serben eröffnet. Als Konsequenz auf seine Entgleisungen war Mihajlovic von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) bereits für zwei Partien gesperrt worden. Jetzt muss er sogar mit einer dreijährigen Freiheitsstrafe rechnen.

Am 17. Oktober war es, als Mihajlovic im Champions-League-Spiel gegen Arsenal London den farbigen Vieira als "schwarzen Affen" bezeichnet hatte. "Ich weiß, dass ich einen Fehler begangen habe. Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die sich wegen meiner Worte beleidigt gefühlt haben", sagte Mihajlovic, der in Italien für ein Novum sorgte. Zum ersten Mal gibt es wegen Beleidigungen auf dem Spielfeld ein Strafverfahren.


Spielabbrüche angedroht


Lazio Rom steht bereits zum wiederholten Mal unter Rassismus-Verdacht. Im Olympiastadion waren in der Vergangenheit mehrmals einschlägige Spruchbänder in den Fan-Kurven zu sehen. Die italienische Regierung hat kürzlich ein Dekret verabschiedet, das den Abbruch von Spielen vorsieht, wenn es den Clubs nicht gelingt, rassistische Spruchbänder während des Spiels von den Rängen zu entfernen.

Frankreichs Europameister Vieira hatte nach den verbalen Attacken von Mihajlovic eine Rückkehr in die italienische Serie A wegen "der dort herrschenden unerträglichen Atmosphäre des Rassismus" kategorisch ausgeschlossen. Der 24-Jährige war vor drei Jahren nach einem kurzen Gastspiel beim AC Mailand zu Arsenal London gewechselt.



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