Rassismus-Eklat DFB ermittelt gegen Rostock

Rostock ist Gastgeber des nächsten Nationalmannschaftstests, doch das rassistische Gebaren einiger Anhänger des Zweitligisten im DFB-Pokal wirft ein schlechtes Licht auf den Club. Schalke-Profi Gerald Asamoah ist schockiert, Hansa hat sich mit einer finanziellen Strafe bereits abgefunden.

Rostock - "Eine Geldstrafe ist schmerzlich, aber ich habe Verständnis dafür. Das ist eine Notwendigkeit", sagte Hansa-Aufsichtsratschef Horst Klinkmann. Am Mittwoch werden sich das Kontrollgremium und der Vorstand des Vereins zusammensetzen, um Maßnahmen zu beschließen. Klinkmann sagte, er könne sich gut vorstellen, Strafanzeige gegen die entsprechenden Personen zu stellen. Dafür müssten diese allerdings erst einmal identifiziert werden. Dies könnte durch Zusammenarbeit mit den Fanbeauftragten und den Fanclubs geschehen.

Hansa-Anhänger hatten beim Pokalspiel der zweiten Mannschaft gegen Schalke 04 (1:9) am vergangenen Samstag Nationalspieler Gerald Asamoah mit Affengeräuschen beleidigt. Schiedsrichter Matthias Anklam hatte nach der Partie einen Sonderbericht über die Vorfälle angelegt. Asamoah wurde vom DFB um eine Stellungnahme gebeten. Erst danach wird entschieden, ob auch Hansa Rostock noch einmal gehört werden soll. Der Club jedenfalls will Asamoah beim Test-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 7. Oktober im Ostseestadion gegen Georgien einen "sehr willkommenen Empfang bereiten", erklärte Klinkmann. "Wir wollen den Beweis erbringen, dass wir gute Gastgeber sind", so der Aufsichtsratschef weiter.

Beim Kantersieg der Königsblauen hatte Mitte der ersten Halbzeit das Gebrüll aus dem Hansa-Block begonnen. Schalkes Trainer Mirko Slomka hatte seinem Angreifer in der Halbzeit angeboten, in der Kabine bleiben zu können. Asamoah lehnte ab, spielte weiter und war insgesamt an sieben Toren beteiligt. Nach der Pause hatte das Gebrüll komplett aufgehört. "Ich dachte, diese Zeiten seien vorbei. Das hat mich sehr verletzt", sagte Asamoah nach dem Spiel.

Erst einen Tag vor dem Spiel hatte der DFB im Rahmen seines Bundestages einen Anti-Rassismus-Paragrafen in seine Satzung aufgenommen und damit einer Vorgabe des Weltverbandes Fifa entsprochen.

goe/sid/dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.