Rassismus im Fußball Polizei untersucht Schmährufe gegen Kompany

Manchester Citys Vincent Kompany soll nach dem Duell bei Stadtrivale ManUnited rassistisch beleidigt worden sein. Nun untersucht die britische Polizei den Vorfall. Parallel dazu hat die Uefa härtere Strafen gegen Rassismus im Fußball angekündigt.

Manchester Citys Kompany:
AP/dpa

Manchester Citys Kompany:


Hamburg - Die englische Polizei hat wegen eines rassistischen Zwischenfalls nach dem 2:1-Sieg von Manchester City im Derby bei ManUnited in der Premier League Ermittlungen eingeleitet. City-Spieler Vincent Kompany, früher Profi beim Hamburger SV, soll während eines Interviews im Tunnelgang des Stadions Old Trafford im Anschluss an die Partie rassistisch beschimpft worden sein.

Auf den Videoaufnahmen des Gesprächs mit dem belgischen Nationalspieler, der das Eigentor zum zwischenzeitlichen 1:1 verschuldet hatte, ist im Hintergrund eine schimpfende Stimme zu hören. "Die Polizei in Manchester hat keine Beschwerde über einen rassistischen Vorfall erhalten, aber wir wurden von einer Lokalzeitung darauf aufmerksam gemacht", teilte die Polizei in einer Erklärung mit.

Derweil hat die Uefa schärfere Sanktionen gegen Rassismus im Fußball gefordert. Nach den Plänen des europäischen Fußballverbands sollen Spieler oder Offizielle für rassistische Äußerungen oder Gesten für mindestens zehn Partien gesperrt werden. Das erklärte der Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino auf der Soccerex-Konferenz, die ebenfalls in Manchester stattfindet.

Kiew zu zwei Geisterspielen verurteilt

Auch rassistische Sprechchöre auf den Rängen sollen demnach härter bestraft werden. In solchen Fällen sollen die Clubs künftig nicht mehr nur mit Geldstrafen, sondern auch mit einer Schließung der betreffenden Stadionteile rechnen müssen. Sollten die Beschimpfungen weitergehen, könnte laut Infantino eine "vollständige Schließung des Stadions und eine Geldstrafe von mindestens 50.000 Euro" fällig sein.

Für das rassistische Verhalten seiner Anhänger bereits bestraft wurde der ukrainische Club Dynamo Kiew. Der Vizemeister muss laut Uefa zwei Spiele bei europäischen Wettbewerben vor leeren Zuschauerrängen austragen. Der Verein hat bereits Berufung eingelegt.

Sowohl im Champions-League-Spiel gegen Paris Saint-Germain im November sowie im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League gegen Girondins Bordeaux im Februar kam es zu rassistischen Ausfällen der Kiew-Anhänger. Die Strafe gilt für die nächsten beiden Heimspiele der Ukrainer in einem Uefa-Wettbewerb. Die Sanktion für die zweite Partie ist für einen Zeitraum von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt.

psk/sid/dpa

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renee gelduin 10.04.2013
1. optional
---Zitat--- Nach den Plänen des europäischen Fußballverbandes sollen Spieler oder Offizielle für rassistische Äußerungen oder Gesten für mindestens zehn Partien gesperrt werden. ---Zitatende--- Beleidigungen gegen Minimalpigmentierte und brutalste Fouls sind weiterhin faktisch straffrei.
Jan Svensson 10.04.2013
2. Ach, die Uefa ...
... kündigt mal wieder was an. Hatten die nicht dasselbe vor ein paar Jahren schon mal versprochen? Da hieß es doch vollmundig, dass Schiedsrichter sogar Spiele abbrechen können usw. Was ist passiert? Nichts. Eine "Strafe" von 50.000 ist doch ein Joke, damit kann man keinen europäischen Spitzenclub erschrecken. Ein Ausschluss der Zuschauer ist dagegen viel wirksamer. Platzsperren wie jetzt gegen Dynamo Kiew müssen öfter ausgesprochen werden, damit die Clubs mal mit der Selbstreinigung von innen beginnen. Aber dann auch nicht gleich wieder einknicken oder die Strafen auf Bewährung aussprechen. Bin gespannt, ob die Uefa im Kampf gegen Rassismus diesmal wirklich den Worten auch Taten folgen lässt, oder ob alles wie immer nur große Luftblasen sind...
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