Hass im Netz Englischer Fußballfan muss wegen rassistischer Beleidigungen zehn Wochen ins Gefängnis

Weil er mehrere Spieler der englischen Nationalmannschaft im Netz rassistisch beleidigt hat, wurde ein 52-Jähriger zu einer Haftstrafe verurteilt. Die zuständige Staatsanwältin fordert dazu auf, Hassverbrechen immer zu melden.
Marcus Rashford im EM-Finale

Marcus Rashford im EM-Finale

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PAUL ELLIS / AFP

Einfach mal ins Netz und lospöbeln? Andere rassistisch beleidigen? Für einen englischen Fußballfan hat dies nun ein Nachspiel.

Der 52-Jährige hatte in einem eigenen Livestream auf Facebook die Spieler Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka rassistisch verunglimpft, nachdem sie beim Elfmeterschießen im Finale der Europameisterschaft nicht getroffen hatten. Der Mann muss nun für zehn Wochen ins Gefängnis, wie der Willesden Magistrate Court in London am Dienstag entschied .

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Der Gabelstaplerfahrer aus London hatte sich schuldig bekannt, »über ein öffentliches Kommunikationsnetz eine grob beleidigende oder unanständige oder obszöne oder bedrohliche Nachricht oder Sache versandt zu haben«, wie es in der Mitteilung heißt.

Gegen den Mann war ermittelt worden, nachdem ein Kollege das Video der Polizei gemeldet hat, weil der 52-Jährige sich zuvor geweigert hatte, den Clip zu löschen.

Rassismus, Hass und Hetze im Netz sind ein großes Thema für Spielerinnen und Spieler, für Verbände und Medien, auch in England. Nach Angaben der Anti-Diskriminierungs-Initiative »Kick It Out« ist die Zahl der gemeldeten rassistischen Zwischenfälle in der vergangenen Saison einmal mehr gestiegen, um 53 Prozent im Vergleich zur Spielzeit davor. Und der Hass verbreitet sich weiter exponentiell.

Urteile wie dieses sollen da auch eine abschreckende Wirkung haben. »Es gibt weder im Fußball noch anderswo Platz für Rassismus. Wir sind bestrebt, Täter von Hassverbrechen vor Gericht zu bringen, wenn es dafür Beweise gibt«, wird Staatsanwältin Elaine Cousins in der Mitteilung zitiert. Umso wichtiger sei es, dass Menschen Missbrauch im Netz melden. »Ich möchte der Person danken, die dieses schreckliche Hassverbrechen gemeldet hat, und ich hoffe, dass diese Strafverfolgung dazu beiträgt, Menschen aufzuklären und davon abzuschrecken, Hass in sozialen Medien zu verbreiten.«

Derzeit arbeite die Strafverfolgungsbehörde CPS mit Polizei, Verbänden und weiteren Organisationen zusammen, um deutlich zu machen, welche Beweise erforderlich seien, um in Fällen von Hassverbrechen Anklagen zulassen zu können: »Dieser Fall zeigt, dass wir Straftäter erfolgreich vor Gericht bringen können, wenn beleidigende Inhalte der Polizei gemeldet werden.«

sak
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