Rassismus im Netz Englische Fußballklubs boykottieren Social Media

Ein Zeichen gegen Hass und Hetze im Internet: In einer gemeinsamen Aktion wollen am kommenden Wochenende englische Klubs von der ersten bis zur vierten Liga gegen Facebook, Twitter und Instagram protestieren.
Uniteds Lauren James (im Spiel gegen Readings Kristine Liene): »Wir müssen weiter Lärm machen«

Uniteds Lauren James (im Spiel gegen Readings Kristine Liene): »Wir müssen weiter Lärm machen«

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Martin Rickett/AP

Englands Fußballklubs wollen Anfang Mai mit einem gemeinsamen Social-Media-Boykott gegen rassistische Beleidigungen und Anfeindungen in den sozialen Netzwerken protestieren. Der Boykott beginne am 30. April und laufe bis zum 3. Mai, teilte der englische Fußballverband FA und weitere teilnehmende Organisationen am späten Samstagabend mit. Neben den Klubs der Premier League wollen sich auch die Vereine der Women's Super League sowie weitere Klubs anderer Spielklassen an der Aktion beteiligen.

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Der Protest sei »eine Reaktion auf die anhaltenden und nachhaltigen diskriminierenden Beschimpfungen, mit denen Spieler und viele andere mit dem Fußball verbundene Personen online konfrontiert sind«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Bereits im Februar hatte der englische Fußballverband Twitter, Facebook und Instagram als »Horte des Missbrauchs« bezeichnet und die Plattformbetreiber angehalten, das Problem anzugehen. Die Unternehmen müssten mehr gegen den Hass im Netz tun und zeigen, wie wichtig der fortwährende Kampf gegen Diskriminierung sei, heißt es nun in der Stellungnahme zum geplanten Boykott.

Rassistische Anfeindungen scheinen für Fußballerinnen und Fußballer inzwischen zum Alltag zu gehören, wenn sie in sozialen Medien unterwegs sind, darunter Uniteds Marcus Rashford und Liverpools Sadio Mané. Auch Rinsola Babajide (Liverpool) und United-Stürmerin Lauren James bekamen den Hass im Netz zu spüren .

Der walisische Zweitligist Swansea City sowie der schottische Fußball-Meister Glasgow Rangers hatten bereits vor einigen Wochen mit einem Boykott darauf reagiert.

sak/sid/dpa
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