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07. Januar 2013, 22:04 Uhr

Rassismus-Skandal in Italien

Fans zu fünf Jahren Stadionverbot verurteilt

Dummheit mit Folgen: Weil sie dunkelhäutige Spieler des AC Mailand mit Affen-Lauten beleidigt haben, sind sechs Fans des italienischen Viertligisten Pro Patria zu fünf Jahren Stadionverbot verurteilt worden. Einer von ihnen ist Lokalpolitiker - zuständig für Sport.

Hamburg - Sechs Fans des italienischen Clubs Pro Patria sind wegen der rassistischen Vorfälle im Testspiel gegen den AC Mailand am Donnerstag zu einem fünfjährigen Stadionverbot verurteilt worden. Dies teilte die italienische Polizei mit.

Einer der Verurteilten ist ein Lokalpolitiker. Er ist Stadtrat im lombardischen Busto Arsizio und dort für Sportfragen und Jugendpolitik zuständig. Die Polizei identifizierte ihn und andere anhand von Videoaufnahmen. Er habe aber vor allem Milans Kapitän Massimo Ambrosini und weniger den farbigen Kevin-Prince Boateng ausgebuht, behauptet der 21-Jährige, der sein politisches Amt noch am Montag an den Bürgermeister des Ortes übergab.

Vor und während der Partie hatten Anhänger des Viertligisten Boateng und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler mit Affen-Lauten beleidigt. Daraufhin stellte Boateng in der 26. Minute sein Spiel ein, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng, das Spiel wurde abgebrochen. Für seine Aktion bekam Boateng weltweit Anerkennung. Allein Fifa-Boss Sepp Blatter sorgte für heftige Irritationen, weil er den Vorfall mit den Worten kommentierte: "Das kann nicht die Lösung sein."

ham/sid

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