Rassismusvorwurf Jugendtrainer des FC Bayern klagt gegen Entlassung

Nach Rassismusvorwürfen gegen einen Mitarbeiter des FC Bayern hatte es zunächst geheißen, es würde eine einvernehmliche Trennung geben. Doch nun wehrt sich der Beschuldigte vor Gericht gegen die Kündigung.
Der Jugendtrainer arbeitete auf dem Campus des FC Bayern

Der Jugendtrainer arbeitete auf dem Campus des FC Bayern

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Der wegen eines Rassismusvorwurfs beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München entlassene Jugendtrainer wehrt sich gegen die anonym erhobenen Vorwürfe. Wie seine Rechtsanwälte in einer Erklärung mitteilten, wurde am Mittwoch beim Arbeitsgericht München eine Klage eingereicht.

"Mit der Klage wehrt sich unser Mandant gegen seine Entlassung. Die Beendigungstatbestände werden nunmehr einer gerichtlichen Kontrolle unterzogen", heißt es in der Mitteilung.

Nach der Trennung wurde von Amts wegen ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren/Prüfverfahren eingeleitet. In diesem Verfahren werden die anonym erhobenen Vorwürfe durch die Polizei München überprüft. "Unser Mandant kooperiert mit den Ermittlungsbehörden", erklärten die Anwälte.

Das Magazin "Sport Inside" des WDR  hatte Anfang August zuerst über den Rassismusverdacht auf dem Bayern-Campus berichtet. Demnach würden schwere Vorwürfe gegen den Mitarbeiter erhoben, der seit 2003 unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung aktiv war und 2016 zum Sportlichen Leiter der U9- bis U15-Mannschaften befördert wurde. In Diskussionen über die Verpflichtung von Spielern soll der Mitarbeiter rassistische Ausdrücke verwendet haben. "Sport Inside" berief sich dabei auf Dokumente wie Briefe und Chatverläufe, die dem Magazin vorliegen sollen. Daraufhin leitete der Staatsschutz Ermittlungen ein.

Recherchen des SPIEGEL ergaben, dass die Äußerungen in das Bild passen, das der Beschuldigte am Campus mit seinem Auftreten, seinem Umgangston und seinen Methoden vermittelte. Er soll Spieler wegen ihrer Hautfarbe, Nationalität oder vermeintlicher Homosexualität diskriminiert haben und auch wegen ihrer Religionszugehörigkeit.

Der FC Bayern hatte nach der Trennung von dem Mitarbeiter zunächst erklärt, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses einvernehmlich erfolgt sei. Der Klub erklärte außerdem, dass die "zugrundeliegenden Sachverhalte" unabhängig davon weiter untersucht würden.

ara/sid
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