Rassismusvorwurf im Fußballnachwuchs Trainer zieht Klage gegen FC Bayern zurück

Nach Rassismusvorwürfen entließ der FC Bayern München einen Nachwuchstrainer. Der klagte zunächst dagegen. Doch zum geplanten Termin vor dem Arbeitsgericht kommt es nun doch nicht.
Der Campus des FC Bayern

Der Campus des FC Bayern

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Alexander Hassenstein / Getty Images

Ein nach Rassismusvorwürfen beim FC Bayern München nicht mehr beschäftigter Nachwuchstrainer hat seine Klage gegen den deutschen Fußballrekordmeister zurückgenommen. Der für den 13. Januar 2021 angesetzte Termin vor dem Arbeitsgericht München entfalle, wie das Gericht dem Magazin "Sport Inside" vom WDR am Mittwoch bestätigte. "Ich darf nur bestätigen, dass mein Mandat seit dem 26. Oktober beendet ist, weitere Erklärungen darf ich nicht abgeben", sagte Rechtsanwalt Christian Nohr, der den Trainer bisher vertreten hatte.

Die Bayern hatten sich am 13. August von dem Trainer getrennt. "Sport Inside"  hatte zuerst über den Rassismusverdacht auf dem Bayern-Campus berichtet. Demnach würden schwere Vorwürfe gegen den Mitarbeiter erhoben, der seit 2003 unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung aktiv war und 2016 zum Sportlichen Leiter der U9- bis U15-Mannschaften befördert wurde. In Diskussionen über die Verpflichtung von Spielern soll der Mitarbeiter rassistische Ausdrücke verwendet haben. "Sport Inside" berief sich dabei auf Dokumente wie Briefe und Chatverläufe, die dem Magazin vorliegen sollen. Daraufhin leitete der Staatsschutz Ermittlungen ein.

Auch die Bayern hatten daraufhin Untersuchungen eingeleitet. "Im Ergebnis wurden für einen Teilbereich des NLZ (Nachwuchsleistungszentrums, Anm. d. Red.) Vorgänge ermittelt, die gegen arbeitsrechtliche Pflichten verstoßen haben, mit der Haltung des FC Bayern nicht übereinstimmen und zu Konsequenzen führen", hatte der Klub mitgeteilt. Folge sind strukturelle Veränderungen und ein personeller Neuanfang für die U9- bis U15-Teams.

Danach hatte der ehemalige Jugendtrainer dem FC Bayern vorgeworfen, ihn nach Bekanntwerden von Rassismusvorwürfen zum Unterschreiben eines Aufhebungsvertrages gedrängt zu haben. Ein Anwalt des Vereins wies das vor dem Arbeitsgericht München zurück und betonte, die Einigung sei einvernehmlich zustande gekommen.

ara/dpa
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