Rassistische Gesänge Schiedsrichter drohte Aachen mit Spielabbruch

Diskriminierende Parolen aus dem Fanblock von Alemannia Aachen haben während der Bundesliga-Partie gegen Borussia Mönchengladbach fast zu einem Spielabbruch geführt. Anhänger der Aachener hatten einen Gladbacher Spieler rassistisch beschimpft.


Aachen - Schiedsrichter Michael Weiner hatte im Derby zwischen Aachen und Mönchengladbach (4:2) mit Spielabbruch gedroht, nachdem es diskriminierende Gesänge gegen den Gladbacher Doppeltorschützen Kahé gegeben hatte. "Ich soll vom Schiedsrichter ausrichten, dass er das Spiel unterbrechen wird, wenn er nochmals das Wort 'Asylant' hört", lautete die Durchsage via Stadionsprecher auf dem Tivoli.

Brasilianer Kahé (l.) gegen Herzig: Schwerer Stand in Aachen
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Brasilianer Kahé (l.) gegen Herzig: Schwerer Stand in Aachen

Weiner erklärte in der ARD-Sportschau, dass es unter der Woche ein Instruieren der Unparteiischen durch den Schiedsrichter-Ausschuss beim Umgang mit rassistischen und diskriminierenden Vorkommnissen gegeben habe. Hätte es weitere Auswüchse beim Nachbarschaftsduell in Aachen gegeben, hätte er auch eine Spielunterbrechung durchgesetzt, so Weiner.

Der Zweitligist Hansa Rostock war nach den verbalen Verunglimpfungen gegen Schalkes Nationalspieler Gerald Asamoah im DFB-Pokalspiel bei der Reservemannschaft der Mecklenburger am vergangenen Wochenende vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt worden. Auf dem DFB-Bundestag am 8. September wurde der seit Juli 2006 gültige Artikel 55 des Fifa-Disziplinar-Codes auch in die Satzungen des deutschen Verbandes aufgenommen. "Diskriminierenden und menschenverachtenden Verhaltensweisen" kann der DFB nun entschieden entgegentreten.

Laut Paragraph 9 der Rechts- und Verfahrensordnung werden Spieler, die sich öffentlich rassistisch oder menschenverachtend äußern, mindestens fünf Wochen gesperrt. Als Geldbuße sind darüber hinaus 12.000 Euro zu zahlen. Bei Offiziellen beträgt die Mindestgeldstrafe 18.000 Euro.

fpf/sid



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