Nach Länderspiel gegen Südkorea Kolumbianer Cardona entschuldigt sich für rassistische Geste

Der kolumbianische Fußballer Edwin Cardona hat im Länderspiel gegen Südkorea mit einer Schlitzaugen-Geste für Aufregung gesorgt. Wenige Stunden später sagte er: "Ich wollte niemanden beleidigen." Was wollte er denn dann?

Edwin Cardona deutet im Spiel gegen Südkorea Schlitzaugen an
AP

Edwin Cardona deutet im Spiel gegen Südkorea Schlitzaugen an


Eigentlich sollte die Partie zwischen Südkorea und Kolumbien ein Freundschaftsspiel sein. Doch in der 63. Minute war von Freundschaft nicht viel zu sehen. Erst zog James Rodríguez seinen Gegenspieler Kim Jin-Su rabiat am Trikot, dann wurde der Bayern-Spieler von Südkoreas Kapitän Ki Sung-Yong umgestoßen. Während der anschließenden Rudelbildung zog der kolumbianische Mittelfeldspieler Edwin Cardona mit den Finger seine Augen zu Schlitzen zusammen.

"Dieses rassistische Verhalten ist inakzeptabel", sagte Sung-Yong über die abfällige Geste, die in Asien als Beleidigung aufgefasst wird. Nachdem der Vorfall in den sozialen Netzwerken für Empörung gesorgt hatte, reagierte der kolumbianische Verband und verbreitete eine Videobotschaft, in der sich Cardona für sein Verhalten entschuldigt.

"Ich wollte niemanden beleidigen, kein Land und eine bestimmte Rasse. Falls jemand jedoch dies so interpretiert hat, entschuldige ich mich dafür", sagte der 24-Jährige. Die Frage, was er denn mit der Geste wollte, wenn sie nicht beleidigend gemeint war, ließ er unbeantwortet, ergänzte aber: "Ich bin keine aggressive Person, meine Emotionen haben mir einen Streich gespielt."

Einen ähnlichen Vorfall hatte es Ende Oktober in der US-amerikanischen Baseball-Liga (MLB) gegeben. Während der World Series hatte der Kubaner Yuli Gurriel einen Homerun gegen den aus Japan stammenden Pitcher Yu Darwish mit der Schlitzaugengeste gefeiert. Gurriel war daraufhin vom Verband zu einer Geldstrafe in Höhe von 320.000 Dollar und einer Fünf-Spiele-Sperre verurteilt worden.

Sollte die Fifa ähnlich konsequent reagieren, könnte Cardona WM-Spiele verpassen. Kolumbien ist wie Südkorea für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert. Das Testspiel gewannen die Südkoreaner durch zwei Tore des ehemaligen Bundesliga-Profis Heung-Min Son (11. und 61. Minute) 2:1. Den Anschlusstreffer erzielte der kolumbianische Innenverteidiger Christian Zapata nach Vorlage von James (77.).

mmm/sid



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starboy 11.11.2017
1. 12 Monate sperren
Dann hat er ganz viel Zeit zum Nachdenken. Latinos werden in den USA diskriminiert und jetzt diskriminiert ein Kolumbianer einen Asiaten. Ja geht's noch ?!?
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