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Leipzigs Sieg gegen Stuttgart: Alles wieder gut

Foto: Jan Woitas/ dpa

Leipzig gegen Stuttgart Jubelnde Schulkinder

RB Leipzig spielt und stürmt gegen den VfB Stuttgart und schlechte Stimmung an. Die Handy-Affäre ist vergessen. Dafür hat jetzt der Gegner ein dickes Problem: Es wird wieder Herbst in Stuttgart.

Ausgangslage des Spiels: Gern wird behauptet, RB Leipzig habe enge Verbindungen mit Salzburg. Das kann gar nicht sein. Ist doch auch ein ganz anderes Land. Das Spiel gegen den VfB Stuttgart ist stattdessen das wahre Bruderduell. RB-Trainer Rangnick, ein alter VfBler, Torjäger Timo Werner dasselbe. Bayern-Nationalspieler Joshua Kimmich kam von Stuttgart über Leipzig nach München, der frühere RB-Coach Alexander Zorniger ist ein VfB-Mann. Diese Verflechtungen sollte die Uefa mal untersuchen, aber die tun ja nie was.

Ergebnis des Spiels: 2:0 für RB. Tore von Willi Orban vor der Pause und Jean-Kévin Augustin nach dem Wechsel. Weiteres Ergebnis des Spiels: Der VfB Stuttgart bleibt bei zwei Punkten nach fünf Spielen hängen. Nur Schalke ist schlechter.

Die erste Halbzeit: Auf dem Platz stand mit Mario Gomez, VfB, und Timo Werner, RB, der deutsche WM-Sturm, und am Ende dieser Halbzeit hatte man eine gelinde Ahnung, warum es mit dem Toreschießen in Russland nicht so funktionierte. RB war von Beginn an hochüberlegen, ließ gerade in Person von Werner zahleiche Chancen aus. Gomez bekam erst gar keine. Abwehrchef Willi Orban musste es dann mit dem 1:0 erledigen.

Die zweite Halbzeit: Ging genauso weiter. Gomez stand vorne weiter auf verlorenem Posten, und man konnte froh sein, dass Mehmet Scholl nicht mehr als TV-Experte tätig ist. Der VfB war noch chancenloser als vor der Pause. das 2:0 des kurz zuvor eingewechselten Augustin war eine Erlösung für alle.

Spieler des Spiels: In den Vortagen hatte es in Leipzig ziemlich viel Unruhe über die sogenannte Handy-Affäre gegeben. Die Stammkräfte Nordi Mukiele und Augustin sollen ein bisschen zu lange mit ihren Smartphones herumgespielt haben. Und da in der Bundesliga immer noch gilt, dass Fußballer zwar erwachsen sein sollen, aber trotzdem zuweilen Regeln zu beachten haben, als seien sie kleine Schulkinder, wurden beide für die Partie in Frankfurt suspendiert. Gegen den VfB spielte Mukiele wieder von Anfang an - und machte dies extrem überzeugend. Augustin kam ins Spiel und traf sofort. Vielleicht sind Fußballprofis einfach noch kleine Schulkinder.

Zahl des Spiels: In die Arena von Leipzig passen

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Leipzigs Sieg gegen Stuttgart: Alles wieder gut

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etwa 43.000 Zuschauer. Gegen Hannover waren 38.000 dort, gegen Düsseldorf 34.000, jetzt nur noch 32.000. Die Fußballeuphorie in Sachsen hat eine Delle. Aber irgendwann kommt ja auch der FC Bayern nach Leipzig.

Debütant des Spiels: Schiedsrichter Robert Schröder aus Hannover. Es war sein erstes Bundesligaspiel, und wenn man sich einen unaufgeregten ruhigen Vertreter aus der niedersächsischen Landeshauptstadt vorstellt, dann kommt einem dieser Herr Schröder in den Sinn. Also Robert Schröder, nicht der andere aus Hannover mit diesem Namen.

Geräusch des Spiels: Dieser Spieltag der Liga war von Fanprotesten begleitet, die Zuschauer wollten die ersten 20 Minuten schweigen aus Protest gegen den Kommerz. Leipzig ist der etwas andere Verein. Hier sangen die Fans von Anfang an. Wogegen sollen sie auch protestieren?

VfB-Spieler nach dem 0:2

VfB-Spieler nach dem 0:2

Foto: Matthias Kern/ Bongarts/Getty Images

Jahreszeit des Spiels: Es war die erste Partie des VfB nach dem offiziellen Herbstanfang. Es ist die Jahreszeit, in der normalerweise die Trainer des VfB Stuttgart ihren Stuhl räumen müssen. Tayfun Korkut wird das wissen.

Erkenntnis des Spiels: Der VfB Stuttgart hat "bisher das Spielglück nicht", sagte Geschäftsführer Michael Reschke, der vermutlich bekannteste Kaderplaner der Welt. Ihm fehlt auch einiges andere.

RB Leipzig - VfB Stuttgart 2:0 (1:0)
1:0 Orban (45.)
2:0 Augustin (80.)
Leipzig: Gulacsi - Mukiele (78. Laimer), Orban, Upamecano, Halstenberg - Kampl, Demme - Sabitzer, Forsberg (89. Ilsanker) - Poulsen, Werner (75. Augustin).
Stuttgart: Zieler - Maffeo (54. Badstuber), Baumgartl, Pavard, Sosa - Ascacibar, Aogo - Akolo (54. Gonzales), Gentner, Thommy (79. Donis) - Gomez.
Schiedsrichter: Schröder
Zuschauer: 33.000
Gelbe Karten: Baumgartl / Orban, Mukiele