Nach Augustin-Absage bei der U21 RB Leipzig bekommt Ärger mit der Fifa

Für Frankreichs U21 stand Profi Jean-Kévin Augustin aus Verletzungsgründen nicht zur Verfügung - für seinen Verein konnte er aber ein Testspiel machen. Das hat für die Leipziger und ihren Angreifer jetzt ein Nachspiel.

Jean-Kévin Augustin
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Jean-Kévin Augustin


Die Fifa hat eine Beschwerde durch den Verband von Fußballweltmeister Frankreich gegen den Bundesligisten RB Leipzig und dessen Profi Jean-Kévin Augustin bestätigt. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man aber keine weiteren Angaben machen, teilte ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes am Donnerstag schriftlich mit. In dem Streitfall geht es um die Abstellung des französischen Stürmers Augustin für die U21 der Franzosen.

Der RB-Profi hatte seine Teilnahme an den Partien gegen Bulgarien und Luxemburg mit dem Verweis auf muskuläre Ermüdungserscheinungen abgesagt. RB-Trainer Ralf Rangnick hatte erklärt: "Wenn sich ein Spieler nach den zahlreichen Spielen, die wir in dieser Saison bereits hatten, müde und verletzungsanfällig fühlt und es dann konsequent so entscheidet, ist das absolut nachvollziehbar und vernünftig."

Während der Zeit der Länderspiele der Franzosen war der vermeintlich verletzte Augustin in einem Testspiel der Leipziger zum Einsatz gekommen. "Es ist inakzeptabel, dass ein so brillanter Spieler wie Augustin eine Einladung ablehnen kann", wetterte Frankreichs Verbandschef Noël Le Graët in "Le Parisien".

In Anhang 1 der Fifa-Regularien steht: "Die Vereine sind verpflichtet, bei einem Aufgebot des entsprechenden Verbands ihre registrierten Spieler für die Verbandsmannschaft des Landes abzustellen, für das die Spieler aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit spielberechtigt sind. Anderslautende Vereinbarungen zwischen einem Spieler und einem Verein sind unzulässig." RB beruft sich darauf, dass dies nicht für U-21-Mannschaften gilt.

Augustin war bereits Ende vergangenen Jahres bei U21-Coach Sylvian Ripoll nach einer Auseinandersetzung in Ungnade gefallen und zwischenzeitig suspendiert worden. Vor dem Start der aktuellen Saison hatte Rangnick dem Franzosen vorgeworfen, im Urlaub nicht die Trainingspläne erfüllt zu haben.

aha/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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bakiri 13.09.2018
1. Ich bin verwirrt...
Habe ich etwas verpasst? Seit wann kann ein Spieler die Einladung zur Nationalmannschaft nicht ablehnen? Sind Fußballspieler doch Opfer eines modernen Sklavenhandels?...und was wurde an dem Begriff "Einladung" nicht verstanden?
cs01 13.09.2018
2.
Zitat von bakiriHabe ich etwas verpasst? Seit wann kann ein Spieler die Einladung zur Nationalmannschaft nicht ablehnen? Sind Fußballspieler doch Opfer eines modernen Sklavenhandels?...und was wurde an dem Begriff "Einladung" nicht verstanden?
Ablehnen kann er, aber dann ist er für den Verein gesperrt. Wenn man Fussball spielen will, unterliegt man dem FIFA-Recht. und das sieht eine Abstellungspflicht vor.
blurps11 13.09.2018
3.
Absagen wegen "Verletzungen" sind bei den Nachwuchsnationalmannschaften eigentlich gang und gäbe. Da wundert es schon etwas, dass Frankreich hier so einen Aufstand macht und auf die Regularien pocht. Ich habe ja so einen Verdacht, wer das durch mal wieder besonders dreistes und arrogantes Verhalten ausgelöst haben könnte...
Segojan 13.09.2018
4.
Schon bemerkenswert, wie unterschiedlich der gleiche Sachverhalt in verschiedenen Medien dargestellt wird. Hier heißt es "RB Leipzig bekommt Ärger". Da ist wohl ein Stück weit auch der Wunsch der Vater des Gedanken, denn einige andere Medien bescheiden sich mit der Feststellung, dass der französische Verband sich bei der FIFA beschwert hat. Dass die FIFA schon konkret gegen RB Leipzig vorgeht, ist aber nirgends zu vernehmen - weder offiziell noch gerüchteweise.
meresi 14.09.2018
5. Versucht da jemand
Zwietracht zu sähen ? und diese junge Truppe mit solchen Themen belasten...da kann man @segojan zustimmen
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