Reaktionen auf Rückzug Löw lobt Rangnicks Konsequenz

Nachdenklichkeit, Mitgefühl, Anerkennung: Mit großem Verständnis hat die deutsche Fußballwelt auf den Rücktritt von Ralf Rangnick bei Schalke 04 reagiert. Viele Trainer können nachvollziehen, dass der 53-Jährige eine Pause braucht - Nationalcoach Löw nennt den Rückzug eine mutige Entscheidung.


Hamburg - Es ging nicht mehr bei Ralf Rangnick, der Trainer des FC Schalke trat am Vormittag zurück. Diagnose: ein vegetatives Erschöpfungssyndrom. Seine Kollegen reagieren voller Verständnis auf den Schritt des 53-Jährigen.

So bezeichnete Bundestrainer Joachim Löw den Rücktritt als "mutige und richtige Entscheidung". Es zeuge von Stärke, mit der Situation so offen umzugehen. "So überraschend für alle seine Reaktion ist, sie ist konsequent, denn er hat damit klar gemacht, dass die Gesundheit über allem steht. Ich wünsche jetzt Ralf eine gute und baldige Genesung", so Löw.

Voller Respekt und Anteilnahme äußerte sich auch Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp: "So etwas macht mich nachdenklich. Ich kenne Ralf Rangnick schon viele Jahre als extrem engagierten, super ehrgeizigen und streitbaren Kollegen. Ich hoffe, dass er bald wieder gesund wird. Natürlich haben wir Druck, aber den haben andere Menschen auch."

Kaiserlauterns Trainer Marco Kurz und Leverkusen-Coach Robin Dutt betonten, wie wichtig Pausen sind. "Unser aufwendiger Job kostet schon Körner. Man braucht Ruhephasen, um Kraft zu schöpfen", so Kurz. Dutt sagte, dass es sehr wichtig sei, "sich selbst Freizeit aufzuerlegen und Vertraute an der Seite zu haben, die einen warnen." Die Fälle von Robert Enke, Hannovers Ersatztorwart Markus Miller und Rangnick könne man nicht pauschalisieren, so der Bayer-Trainer. "Jeder hat seine eigene Geschichte. Wir müssen alle akzeptieren, dass Fußball nicht das Wichtigste auf der Welt ist."

DFB-Boss Zwanziger fühlt sich an Robert Enkes Schicksal erinnert

Theo Zwanziger bedauerte den Rücktritt: "Allerdings habe ich auch großen Respekt vor seiner Entscheidung und der Tatsache, dass er mit seiner Erkrankung öffentlich umgeht", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der "Bild"-Zeitung. Zwanziger fühlte sich auch an das Schicksal von Enke erinnert. "Vielleicht hat sich die Situation im harten Profigeschäft Fußball aufgrund der vielen Diskussionen nach dem tragischen Tod von Robert Enke ja doch ein klein wenig verändert. Vielleicht werden Schwächen und Krankheiten eher toleriert und respektiert als noch vor knapp zwei Jahren."

Ligapräsident Reinhard Rauball will das Aufgabengebiet der Robert-Enke-Stiftung nun auch auf Trainer und Manager ausweiten. Es stelle sich die Aufgabe, dieses Thema über die Spieler hinaus auf sonstige Verantwortliche im Profifußball auszudehnen - auch auf Trainer und Offizielle wie etwa die Manager. "Offensichtlich scheint niemand davor geschützt zu sein, über Nacht von einer solchen Krankheit betroffen zu sein", sagte Rauball am Donnerstag auf "Sport Bild online". Die Nachricht von Rangnicks Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen habe ihn völlig überrascht.

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Ralf Rangnick: Erschöpfter Erfolgstrainer
"Wenn man heutzutage in der Öffentlichkeit steht, kann ich schon nachvollziehen, dass man nach Jahren schon mal eine gewisse Leere verspürt", sagte Marcus Sorg, der im Sommer seine erste Bundesliga-Station beim SC Freiburg angetreten hat. "Der Trainerjob ist sehr stressig, es ist alles sehr personenbezogen. Du stehst als Trainer total im Fokus und hast nicht die Möglichkeit, dich wie die Spieler auf dem Platz auszupowern."

Felix Magath sagte, dass Rangnick "allerhöchsten Respekt" verdiene. "Ich bewundere Ralf Rangnick dafür, dass er diesen Schritt gemacht hat", so Magath, aktuell Coach beim VfL Wolfsburg und Vorgänger von Rangnick bei S04.

Dass Rangnicks Gang an die Öffentlichkeit ihm später Probleme bereiten wird, können sich die Verantwortlichen nicht vorstellen. "Ich glaube und hoffe es nicht, dass diese ehrliche und offene Begründung seiner Karriere schaden wird", sagte Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Rangnick war am Donnerstag aufgrund eines Erschöpfungssyndroms als Schalke-Trainer zurückgetreten. "Mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen. Diesen Schritt gehe ich daher auch im Sinne meines Teams, dem ich für den weiteren Saisonverlauf den größtmöglichen Erfolg wünsche", teilte der 53-Jährige mit.

max/dpa

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doc 123 22.09.2011
1. Langsam wirds albern!
Zitat von sysopNachdenklichkeit, Mitgefühl, Anerkennung: Mit großem Verständnis hat die deutsche Fußballwelt auf den Rücktritt von Ralf Rangnick bei Schalke 04 reagiert. Viele Trainer können nachvollziehen, dass der 53-Jährige eine Pause braucht - und betonten wie wichtig es ist, neue Kraft zu tanken. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,787853,00.html
Langsam wirds aber echt albern. Vielleicht einmal ein bisschen mehr bei den Realitäten bleiben. Rangnick war nach seinem vorgezogenen Abgang bei Hoffenheim Ende letzten Jahres mehrere Monate OHNE Tätigkeit und ist jetzt gerade wieder einmal seit einem halben Jahr wieder Trainer bei Schalke gewesen. Dazu kommt noch die bizarre Diagnose des Mannschaftsarztes, vermutlich Orthopäde "vegetatives Erschöpfungssyndrom", was ist das denn? Wieso geht Rangnick nicht zu einem kompetenten Psychiater wie z.B. Deisler damalig, wenn er denn ein wirklich ernsthaftes Problem hätte, Probleme eine Termin zu bekommen, hätte er ganz bestimt nicht! Nein, Rangnick, konnte nicht schon wieder von sich aus, wie in Hoffenheim einfach kündigen und war jetzt gezwungen eine andere Art von Abgang zu machen. Dass dies so kommen würde, habe ich jedenfalls vor Wochen hier mit bereits mehreren Postings bereits prognostiziert.
yogibimbi 22.09.2011
2. Hellseher
Zitat von doc 123Langsam wirds aber echt albern. Vielleicht einmal ein bisschen mehr bei den Realitäten bleiben. Rangnick war nach seinem vorgezogenen Abgang bei Hoffenheim Ende letzten Jahres mehrere Monate OHNE Tätigkeit und ist jetzt gerade wieder einmal seit einem halben Jahr wieder Trainer bei Schalke gewesen. Dazu kommt noch die bizarre Diagnose des Mannschaftsarztes, vermutlich Orthopäde "vegetatives Erschöpfungssyndrom", was ist das denn? Wieso geht Rangnick nicht zu einem kompetenten Psychiater wie z.B. Deisler damalig, wenn er denn ein wirklich ernsthaftes Problem hätte, Probleme eine Termin zu bekommen, hätte er ganz bestimt nicht! Nein, Rangnick, konnte nicht schon wieder von sich aus, wie in Hoffenheim einfach kündigen und war jetzt gezwungen eine andere Art von Abgang zu machen. Dass dies so kommen würde, habe ich jedenfalls vor Wochen hier mit bereits mehreren Postings bereits prognostiziert.
Eeeeehm, könnte ich vielleicht die Bundesliga-Resultate vom kommenden Wochenende auch schonmal haben, natürlich nur aus rein statistischen Erwägungen...
Hungersson 22.09.2011
3. Wirklich ?
Zitat von doc 123Langsam wirds aber echt albern. Vielleicht einmal ein bisschen mehr bei den Realitäten bleiben. Rangnick war nach seinem vorgezogenen Abgang bei Hoffenheim Ende letzten Jahres mehrere Monate OHNE Tätigkeit und ist jetzt gerade wieder einmal seit einem halben Jahr wieder Trainer bei Schalke gewesen. Dazu kommt noch die bizarre Diagnose des Mannschaftsarztes, vermutlich Orthopäde "vegetatives Erschöpfungssyndrom", was ist das denn? Wieso geht Rangnick nicht zu einem kompetenten Psychiater wie z.B. Deisler damalig, wenn er denn ein wirklich ernsthaftes Problem hätte, Probleme eine Termin zu bekommen, hätte er ganz bestimt nicht! Nein, Rangnick, konnte nicht schon wieder von sich aus, wie in Hoffenheim einfach kündigen und war jetzt gezwungen eine andere Art von Abgang zu machen. Dass dies so kommen würde, habe ich jedenfalls vor Wochen hier mit bereits mehreren Postings bereits prognostiziert.
Welchen Realitäten ? Ihren ? Ich gehe mal davon aus, dass die meisten BuLi Trainer 70-80h die Woche arbeiten. Frei Tage gibts nur für die Spieler, da muss der trainer analysieren. Wenn man sich die Karriere Rangnicks anschaut, wird man sehen wie er arbeitet und wo er sich seinen guten Ruf erworben hat. (Hoffenheim wars nicht !) Eine derartige Schlussfolgerung, wie Sie sie hier ziehen ist komplett lächerlich. Alle Ärzte werden als Allgemeinmediziner ausgebildet, bevor sie Ihren Facharzt machen dürfen. Auch ein Augenarzt kann grundlegende psychische Erkrankungen diagnostizieren. Ob man Rangnick mag oder nicht, ein derart öffentlicher Schritt ist viel zu riskant um ihn mit Kalkül zu betreiben. Hut ab, vor dieser ehrlichen Entscheidung.
kakuda71 22.09.2011
4. Respekt...
...fuer Herrn Rangnick...
elpepino 22.09.2011
5. Übers.
Zitat von doc 123Langsam wirds aber echt albern. Vielleicht einmal ein bisschen mehr bei den Realitäten bleiben. Rangnick war nach seinem vorgezogenen Abgang bei Hoffenheim Ende letzten Jahres mehrere Monate OHNE Tätigkeit und ist jetzt gerade wieder einmal seit einem halben Jahr wieder Trainer bei Schalke gewesen. Dazu kommt noch die bizarre Diagnose des Mannschaftsarztes, vermutlich Orthopäde "vegetatives Erschöpfungssyndrom", was ist das denn? Wieso geht Rangnick nicht zu einem kompetenten Psychiater wie z.B. Deisler damalig, wenn er denn ein wirklich ernsthaftes Problem hätte, Probleme eine Termin zu bekommen, hätte er ganz bestimt nicht! Nein, Rangnick, konnte nicht schon wieder von sich aus, wie in Hoffenheim einfach kündigen und war jetzt gezwungen eine andere Art von Abgang zu machen. Dass dies so kommen würde, habe ich jedenfalls vor Wochen hier mit bereits mehreren Postings bereits prognostiziert.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie NIE an einem vegetativen Erschöpfungssyndrom erkranken. Und falls doch, dann wünsche ich Ihnen auf jeden Fall ein ähnlich verständnisvolles Umfeld, wie Sie es sind.
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