Reaktionen zum Phantom-Tor "Das ist eine blöde Situation für mich"

Das Tor, das keines war: Nach der Partie zwischen Hoffenheim und Leverkusen sprachen Spieler und Verantwortliche nur über den Phantomtreffer von Bayer-Stürmer Stefan Kießling. Die Reaktionen von Schiedsrichter Felix Brych und Co. im Überblick.

Bayer-Profi Kießling (l.): "Bin eigentlich schon ehrlich, wenn ich etwas sehe"
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Bayer-Profi Kießling (l.): "Bin eigentlich schon ehrlich, wenn ich etwas sehe"


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Stimmen zum Spiel zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen (1:2):

Felix Brych (Schiedsrichter, bei Sky): Es war eine schwierige Situation, ich hatte kleine Zweifel, aber die Reaktionen der Spieler waren eindeutig. Es gab kein Anzeichen, dass es ein irreguläres Tor sein könnte. Deshalb habe ich Tor gegeben. Ich habe mich mit Stefan Kießling ausgetauscht. Aber niemand, auch er nicht, hat mir gesagt, dass es kein Tor war. Der Ball lag im Netz, für alle auf dem Platz war es ein regulärer Treffer. Jetzt weiß ich auch, dass es nicht so war. Es ist keine tolle Situation für, dass ich ein Tor gegeben habe, das keines war. Bis zum Anstoß hätte ich die Entscheidung noch ändern können.

Alexander Rosen (Profifußball-Leiter 1899 Hoffenheim): Wir werden defintiv Protest einlegen. Die relevante Regel ist die, dass das Spielresultat entscheidend beeinflusst wurde. Es gab bisher einen vergleichbaren Fall in der Bundesliga. Und es ist ja bekannt, wie das ausgegangen ist. Der Schiedsrichter muss sich nicht bei mir entschuldigen. Er hat es ja ganz sicher nicht absichtlich gemacht. Das ist doch klar.

Rudi Völler (Sportdirektor Bayer Leverkusen): Uns ist das natürlich auch unangenehm, denn so wollen wir nicht gewinnen. Aber wir können ja nichts dafür. Es gefällt mir nicht, dass wir jetzt als böse Buben dastehen. Stefan Kießling war sich auch nicht sicher, er hatte auch kein gutes Gefühl. Ich bin ratlos, ich gehe von einem Hoffenheimer Protest aus. Das ist ja alles furchtbar, es gibt nur Verlierer. Wenn eine Spielwiederholung, dann ab der Szene, also ab der 70. Minute. So macht man es in Italien oder Spanien ja auch.

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Hoffenheim vs. Leverkusen: Skandaltor und weitere Fehlentscheidungen
Stefan Kießling (Phantomtorschütze): Ich habe im ersten Moment gedacht, der Ball geht nicht rein, aber dann zappelte er im Netz. Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass ich überrascht war, es aber nicht genau gesehen habe. Ich bin eigentlich schon ehrlich, wenn ich etwas sehe. Ich habe es aber nicht gesehen, weil ich mich weggedreht habe. Das ist eine blöde Situation für mich. Ich wurde von den Zuschauern richtig übel beleidigt, obwohl ich persönlich nicht wirklich was dafür kann.

Andreas Beck (Kapitän 1899 Hoffenheim): Ich dachte, irgendwas stimmt mit meinen Augen nicht. Ich gehe davon aus, dass das Spiel wiederholt wird. Ich habe vor dem Wiederanpfiff den Kontakt zum Schiedsrichter gesucht, der hat aber gesagt, dass er keinen Kommentar dazu abgeben will.

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): Zum Schluss muss die Fairness siegen. Ich denke, das Spiel werden wir noch mal sehen. Ich gehe fest davon aus, dass es so kommen wird. Alles andere wäre ein Witz. Das Spiel darf ja nicht gelten. Es gibt ja den Präzedenzfall Helmer. Ich will dem Spieler keinen Vorwurf machen. Stefan ist ein guter Sportsmann. Er hat es quasi über sich ergehen lassen, dass es ein Tor war.

Sami Hyypiä (Trainer Bayer Leverkusen): Das ist kein schönes Gefühl, so will man nicht gewinnen. Ich bin schon immer für den Videobeweis. Die Schiedsrichterarbeit ist nicht einfach. Alles was hilft, wäre gut für den Sport.

Simon Rolfes (Kapitän Bayer Leverkusen): Für mich ist es eine klare Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Ich gehe davon aus, dass da nichts weiter passiert. Mit der Torlinientechnologie würde man den Schiedsrichtern einen großen Gefallen tun.

chp/sid



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Seite 1
Emil Peisker 19.10.2013
1. im Flug stoppen und rückwärts um die Ecke ins Tor fliegen...
Zitat von sysopDPADas Tor, das keines war: Nach der Partie zwischen Hoffenheim und Leverkusen sprachen Spieler und Verantwortliche nur über den Phantomtreffer von Bayer-Stürmer Stefan Kießling. Die Reaktionen von Schiedsrichter Felix Brych und Co. im Überblick. http://www.spiegel.de/sport/fussball/reaktionen-zum-phantomtor-bei-der-partie-hoffenheim-gegen-leverkusen-a-928770.html
Kießling drehte sich dann erst weg, als der Ball neben dem Pfosten Richtung Toraus segelte. Er war nicht unsicher. Er wusste aus dem Physikunterricht, dass Fußbälle nicht im Flug stoppen und rückwärts um die Ecke ins Tor fliegen. Er hatte nicht die Eier, dem Schiri zu sagen, dass er den Ball schon außen neben der Latte gesehen hat. Sie jetzt auf Tatsachenentscheidung zu berufen und zu behaupten nichts gesehen zu haben, reiht in ein in die Kaste derer, die wegen des Ergebnisses auch lügen. Schade.
hjanko 19.10.2013
2.
Zitat von Emil PeiskerKießling drehte sich dann erst weg, als der Ball neben dem Pfosten Richtung Toraus segelte. Er war nicht unsicher. Er wusste aus dem Physikunterricht, dass Fußbälle nicht im Flug stoppen und rückwärts um die Ecke ins Tor fliegen. Er hatte nicht die Eier, dem Schiri zu sagen, dass er den Ball schon außen neben der Latte gesehen hat. Sie jetzt auf Tatsachenentscheidung zu berufen und zu behaupten nichts gesehen zu haben, reiht in ein in die Kaste derer, die wegen des Ergebnisses auch lügen. Schade.
Alles korrekt was sie da schreiben bis auf 'Schade' Das würde ich ersetzen durch 'Entlarvend'. Löw weiß schon warum er Kiessling und Rolfes nicht zur N11 beruft. Leverkusen sucht doch ein neues Image - jetzt haben sie es.
TheGossip 19.10.2013
3. Feststellbar ?
Zitat von sysopDPADas Tor, das keines war: Nach der Partie zwischen Hoffenheim und Leverkusen sprachen Spieler und Verantwortliche nur über den Phantomtreffer von Bayer-Stürmer Stefan Kießling. Die Reaktionen von Schiedsrichter Felix Brych und Co. im Überblick. http://www.spiegel.de/sport/fussball/reaktionen-zum-phantomtor-bei-der-partie-hoffenheim-gegen-leverkusen-a-928770.html
Ich wüßte gern. ob der Chip im Ball dies Problem gelöst hätte. Am Ende war der Ball im Tor, nur auf falschem Wege. Ich hoffe, der Fall veranlasst eine Überprüfung.
cmann 19.10.2013
4. Unglaublich!
Zitat von Emil PeiskerKießling drehte sich dann erst weg, als der Ball neben dem Pfosten Richtung Toraus segelte. Er war nicht unsicher. Er wusste aus dem Physikunterricht, dass Fußbälle nicht im Flug stoppen und rückwärts um die Ecke ins Tor fliegen. Er hatte nicht die Eier, dem Schiri zu sagen, dass er den Ball schon außen neben der Latte gesehen hat. Sie jetzt auf Tatsachenentscheidung zu berufen und zu behaupten nichts gesehen zu haben, reiht in ein in die Kaste derer, die wegen des Ergebnisses auch lügen. Schade.
Kießling hat sich als "Vollprofi" geoutet, Erfolg steht bei ihm offensichtlich über Ehrlichkeit und Moral. In so einer Situation zeigt sich der echte Charakter! Die Berufung auf "Tatsachenentscheidung" und angeblich "nichts gesehen" zu haben ist so dämlich (im Zeitalter von TV Beweisen und Zeitlupen) dass sie eigentlich bestraft werden müßte (was natürlich wie jeder weis nicht möglich ist). An dieser Geschichte wird er hoffentlich noch lange zu kauen haben. Der Fall "Helmer" ist hier ein warnendes Beispiel!
ihsan52 19.10.2013
5. Apropo phsik,
Wenn du Tsubasa Ozora angeschaut hâttest, dann wüsstest du dass der ball mehrfach eigenstândig die richtung wechseln kann und es war klar zu sehen dass der Kiesling seit einer Minute in der lust schwebte, bis der Ball endlich aus 8 Metern ankam.
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