Reaktionen zur EM-Vergabe Klitschko jubelt, Zoff trauert

Freude in Polen und der Ukraine, Niedergeschlagenheit bei den unterlegenen Kandidaten Italien und Kroatien/Ungarn: Die Vergabe der EM 2012 ließ die Menschen in den betroffenen Ländern nicht kalt. Neutrale Beobachter hoffen auf einen Schub für den Fußball in Osteuropa.


Vitali Klitschko, Ex-Boxweltmeister/Ukraine: "Das ganze Land jubiliert. Es herrscht pure Euphorie, die Menschen werden drei Salti schlagen. Die Entscheidung wird der Entwicklung und der Integration fördern."

Viktor Juschtschenko, Präsident der Ukraine: "Ich bin überzeugt, dass die Ukraine und Polen den hohen Erwartungen bei der Austragung dieses wichtigen Ereignisses gerecht werden."

Joachim Löw, Bundestrainer: "Ich bin überzeugt, dass der Fußball in Polen und der Ukraine einen zusätzlichen Schub erhalten wird."

Dino Zoff, früherer italienischer Nationaltorhüter: "Damit hätte ich nicht gerechnet. Das ist eine schwere Niederlage."

Reiner Calmund, ehemaliger Fußball-Manager: "Die Zeit war reif, dass ein großes Fußball-Event nach Osteuropa vergeben wird. Es zeigt, wie sich die Welt verändert, denn eine solche Entscheidung wäre noch vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Die Veranstalter wissen selbst am besten, dass sie sich in Sachen Infrastrukur und Stadionbau mächtig ins Zeug legen müssen. Die EM wird dem Fußball in beiden Ländern mächtig Auftrieb geben."

Ciro Blazevic, ehemaliger kroatischer Nationaltrainer: "Ganz sicher müssen wir weinen, weil wir diese Meisterschaft verloren haben."

Friedrich Stickler, Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB): "Das war für alle ein überraschendes Ergebnis, ich habe auch einen erstaunten UEFA-Präsidenten Michel Platini gesehen. Es stimmt mich fast ein wenig traurig, dass die gute Präsentation von Ungarn/Kroatien so wenig Widerhall gefunden hat."

Michal Listkiewicz, Polens Fußball-Verbandspräsident: "Das ist der wichtigste Moment seit langer Zeit für den polnischen Fußball. Ich bin überglücklich."

Leo Beenhakker, Nationaltrainer Polens: "Dies wird die Entwicklung des Fußballs in diesen Ländern voranbringen. Diese Länder sind schlafende Riesen."

Sergej Bubka, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine: "Es ist eine großartige Entscheidung und fantastisch für die Zukunft unseres Landes. Ich bin einfach nur stolz."

Luca Pancalli, Vorsitzender des italienischen Bewerberkomitees: "Es ist eine politische Wahl, von der zwei Länder profitierten. Ich bin ein bisschen enttäuscht, aber auch Sportler und weiß, dass man in einem Kampf verlieren kann."

Stjepan Mesic, Präsident von Kroatien: "Es ist ein Sieg der großen Zahlen. Wir sind ein kleines Land, die Sieger gehören zu den größten Staaten Europas. Auch die Politik hatte eine Rolle gespielt: Polen ist in der EU, die Ukraine will sich den Euro-Atlantischen Integrationen anschließen."

Jaroslaw Kaczynski, Polnischer Ministerpräsident: "Das ist ein schöner Tag für den polnischen Sport, ein schöner Tag für Polen."

Lech Kaczynski, Polnischer Staatspräsident: "Ich hatte an den Erfolg geglaubt, aber auch die anderen hatten gute Chancen. Größter Sieger der UEFA-Entscheidung sind Millionen von Fans in Polen und der Ukraine."

Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer Bayer Leverkusen: "Das ist eine Entscheidung, die man sportpolitisch respektieren und begrüßen sollte. Das wird die Infrastruktur in diesen Ländern stärken. Für die Italiener ist das natürlich bitter."



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Seite 1
Henry Klack, 18.04.2007
1. Eigentlich unwichtig....
Zitat von sysopDie Fußball-EM 2012 findet in Polen und der Ukraine statt. Gerade Polen hatte in der Vergangenheit Probleme mit Hooligans und der Infrastruktur. Sind die beiden Länder reif für die EM?
....Hauptsache, es gibt Fußball. Ist Großbritannien reif?
A.M.HB, 18.04.2007
2.
Zitat von sysopDie Fußball-EM 2012 findet in Polen und der Ukraine statt. Gerade Polen hatte in der Vergangenheit Probleme mit Hooligans und der Infrastruktur. Sind die beiden Länder reif für die EM?
Das ist bei Italien nicht anders. Weil mal wieder eine EM in Osteuropa "fällig" war, überrascht mich die Entscheidung nicht. Für Polen und die Ukraine freut es mich, daß sie sich als gastfreundliche Länder präsentieren können und sie dadurch insgesamt aufgewertet werden, was den Fußball betrifft. Also: herzlichen Glückwunsch an beide Länder. Macht das Beste aus dieser großen Chance.
barmec 18.04.2007
3.
Warum denn nicht? Wenn nicht alle Fans mit dem Auto kommen. Da wäre allerdings der Verkehrsinfarkt vorprogrammiert. Vielleicht schaltet man auch mal einen Gang runter, was Technisierung und Vermarktung angeht. Das würde dem Fußball sicher guttun. Nicht, dass sich die Polen und Ukrainer da nicht anstrengen würden, diese verrückten Standards zu halten.
Tastatur 18.04.2007
4.
Zitat von Henry Klack....Hauptsache, es gibt Fußball. Ist Großbritannien reif?
Das Manko, wenn ich da eines sehe, sind eher die Entfernungen. Für uns Deutsche sind die polnischen Spielstätten gut erreichbar, viele liegen grenznah....die ukrainischen sind z.T. 2000 km weg...aber da werden sich die Veranstalter sicherlich etwas cleveres einfallen lassen, und z.B. die Holländer in den Osten der Ukraine schicken!!...OLE OLE!
AlexN, 18.04.2007
5.
Also mir fällt nicht ein, warum die Ukraine und Polen nicht eine EM organisieren und austragen könnten. Was ist das überhaupt für eine arrogante Fragestellung?
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