Real Madrid Mourinho angeblich vor dem Abschied

Sein Vertrag läuft noch bis 2016 - doch José Mourinho könnte Real Madrid schon deutlich früher verlassen. Laut einem Zeitungsbericht haben sich der Trainer und Real-Präsident Florentino Pérez auf eine Trennung zum Saisonende geeinigt.
Real-Trainer Mourinho: "Fragt den Präsidenten, ob er mit meiner Arbeit zufrieden ist"

Real-Trainer Mourinho: "Fragt den Präsidenten, ob er mit meiner Arbeit zufrieden ist"

Foto: DPA

Hamburg - Der "Special One" und die "Königlichen", die Amtszeit von José Mourinho bei Real Madrid sollte eine Erfolgsära werden - doch es droht ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit. Die Sportzeitung "Marca" titelte "Scheidung in Sicht" und zeigte Fotos von José Mourinho und Real Madrids Präsident Florentino Pérez in einem zerbrochenen Herzen.

Pérez und der portugiesische Trainer seien beide zu der Überzeugung gelangt, dass das Engagement des 49-Jährigen bei dem spanischen Traditionsclub keine Zukunft habe. Laut "Marca" wollten sich beide Seiten auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung zum 30. Juni 2013 verständigen. Eigentlich endet der Kontrakt erst 2016. "Die Entscheidung ist gefallen", schrieb die Zeitung: "Auch ein Gewinn der Champions League würde daran nichts ändern."

Der Trainer selbst wollte sich dazu nicht äußern. Fragen von Reportern auf einer Pressekonferenz beantwortete er mit der Aufforderung: "Fragt Florentino Pérez, ob er mit meiner Arbeit zufrieden ist!" Seine Zukunft sei das morgige Spiel gegen Ajax Amsterdam, so Mourinho. Es ist sein 101. in der Champions League. Darüber hinaus habe er nichts zu sagen, "ihr habt keine Story", sagte er den Journalisten.

"Die Uhr unseres Trainers scheint vorzugehen"

Am vergangenen Samstag hingegen hatte Mourinho der Presse mal wieder bereitwillig Stoff geliefert - es könnte der Tropfen gewesen sein, der das Fass in Madrid zum Überlaufen brachte. Der Coach hatte angekündigt, 40 Minuten vor dem Anpfiff der Partie das Spielfeld zu betreten, damit die Fans ihn auspfeifen könnten. Das Publikum ignorierte die Pantomime des Portugiesen. Im Verein stieß die Einlage auf ein erhebliches Missfallen, weil sie als eine Provokation der Fans aufgefasst wurde.

Sogar Verteidiger Alvaro Arbeloa, bislang einer der größten Fürsprecher Mourinhos, ging auf Distanz. "Die Uhr unseres Trainers scheint vorzugehen", witzelte der Nationalspieler. "Das eigentlich Wichtige war das Spiel, und das haben wir gewonnen."

Der Coach hat sich in Madrid nicht nur mit den Fans angelegt, sondern eine ganze Reihe von Fronten eröffnet. Er erzwang den Weggang des Managers Jorge Valdano, des Vereinsarztes und des Kochs. Zuletzt verlangte er von der Clubführung vergeblich die Verpflichtung eines Vereinssprechers, der ihm in der Öffentlichkeit den Rücken stärken sollte.

Mourinho wird bereits bei vielen Top-Clubs als neuer Trainer gehandelt

Auch die Beziehung des Trainers zu den Spielern scheint merklich abgekühlt zu sein. "Unser Problem ist der schlechte Saisonstart und der Rückstand (von elf Punkten) auf Barcelona", sagte Mesut Özil dem "Kicker". Der deutsche Nationalspieler war vor gut einer Woche bei Reals 0:1-Niederlage bei Betis Sevilla zusammen mit seinem Landsmann Sami Khedira zur Halbzeit ausgewechselt worden.

"Ich weiß, wie der Trainer denkt und was er von mir will. Was wir bereden, bleibt immer in der Kabine", so Özil im "Kicker". "Ich habe diese Saison sehr viele Spiele von Beginn an gemacht. Dieses Vertrauen des Trainers sagt genug aus."

Die Gerüchte um eine mögliche Trennung Mourinhos von Real lösten auf der europäischen Fußballszene eine Welle von Spekulationen über die Zukunft des Trainers aus. In Frankreich wurde der Portugiese mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht. In England bezeichnete Sir Alex Ferguson ihn als einen geeigneten Nachfolger für den Posten des Trainers von Manchester United. Auf der Insel sollen sich auch der Lokalrivale Manchester City oder der FC Chelsea für den Portugiesen interessieren.

luk/sid/dpa
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